Ein Spatenstich ist meist ein symbolischer Akt. Vertreter des Gemeinderats und der Baukommission, die einzig und alleine für das Pressefoto eine Schaufel mit Erde füllen. Anders gestern Freitag in Dottikon beim offiziellen Beginn der Bauarbeiten für den neuen Dreifachkindergarten. Ungefähr 40 Kinder mit Warnweste und Bauhelm schaufelten, was das Zeug hielt, als hofften sie, dadurch früher in ihr zukünftiges «Zuhause» einziehen zu können. Der Umzug ist allerdings erst auf Anfang 2021 geplant. Toll daran ist aber, dass viele, die gestern schaufelten, noch selber im neuen Kindergarten spielen können.

«Seit Montag seid ihr frisch im Kindergarten und heute eröffnet ihr bereits eine Baustelle», sagte der Dottiker Gemeindeammann Roland Polentarutti zu den Kindern. Er erinnerte in seiner Ansprache daran, dass es seine Zeit gedauert hat, «bis wir uns einig waren, was wir bauen wollen». Doch seither geht es vorwärts. 2017 hiess die Gemeindeversammlung den Kredit über 3,8 Millionen Franken für den Neubau gut, Anfang dieses Jahres wurde das Baugesuch bewilligt. Eines freut den Gemeindeammann besonders: «Es gab keine einzige Einsprache gegen das Bauprojekt.»

Auch Architektin Maja Stoos von der Stoos Architekten AG, Brugg, war vor Ort. «Es ist schön, mit so vielen Schaufeln hier stehen zu können», sagte sie und wandte sich direkt an die Kindergärtler: «Wir bauen hier nicht viel anders als ihr mit euren Bauklötzen. Auch wir werden zuerst Mauern bauen.» Danach bekam sie von den Gruppen eine Blechkiste überreicht, zu deren Inhalt jedes Kind etwas beitragen konnte. Was darin ist, wird man erst in vielen Jahren erfahren. Nämlich dann, wenn der noch nicht gebaute Dreifachkindergarten wieder abgerissen wird. Denn die Kiste wird jetzt tief im Boden verbuddelt.