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Kim Clijsters zeigt in Dubai ein gelungenes Comeback

Kim Clijsters schlägt sich im ersten Tennismatch seit Herbst 2012 achtbar. Die 36-jährige Belgierin verliert zwar beim WTA-Turnier in Dubai 2:6, 6:7 (6:8) gegen Garbiñe Muguruza, zeigt jedoch vor allem im zweiten Satz eine starke Leistung.

Zu Kim Clijsters’ Stärken zählen heute die wuchtigen Grundschläge.

Zu Kim Clijsters’ Stärken zählen heute die wuchtigen Grundschläge.

Ali Haider / EPA

Es gibt Momente im Sport, die gehören mindestens so sehr der Verliererin wie der Siegerin. Das Erstrundenspiel zwischen Garbiñe Muguruza und Kim Clijsters am WTA-Turnier in Dubai war so einer. Muguruza, die Nummer 16 der Welt und vor gut zwei Wochen Finalistin am Australian Open, gewann den Match in 97 Minuten 6:2, 7:6. Und doch galt der Applaus der meisten Zuschauer ihrer belgischen Konkurrentin. Mit 36 Jahren, als dreifache Mutter und siebeneinhalb Jahre nach ihrem letzten Match am US Open 2012 wagt Clijsters ein Comeback.

In ihrer Medienkonferenz vor dem Turnier hatte Clijsters gesagt, sie habe einem Gefühl nachgegeben, das immer stärker geworden sei: dem Wunsch, noch einmal auszutesten, wozu sie auf dem Court fähig sei. Wenig war das nicht. Sie begann zwar nervös und verlor den ersten Satz in einer halben Stunde. Danach geriet sie auch im zweiten gleich mit 0:3 in Rückstand. Vor allem beim Aufschlag, der in ihrer letzten Karriere eigentlich eine ihrer Stärken gewesen war, zeigte sich ihre Nervosität. Bis Mitte des zweiten Satzes beging sie zehn Doppelfehler und schenkte ihrer Gegnerin so mehr als zwei Games.

Aber je länger der Match dauerte, desto sicherer wurde Clijsters. Natürlich bewegt sie sich nicht mehr wie zu den besten Zeiten. Ihr Fitnesslevel ist längst nicht dort, wo es für eine professionelle Spielerin sein müsste. Doch mit ihren wuchtigen Grundschlägen ist sie immer noch in der Lage, selbst eine gute Gegnerin wie die formstarke Muguruza vor ernsthafte Probleme zu stellen. Je länger sie gespielt habe, desto besser habe sie sich gefühlt, sagte Clijsters nach dem Match. «Ich möchte nicht von einer Erleichterung sprechen. Doch ich bin zufrieden, dass ich ihren Rhythmus mitgehen konnte.»

Muguruza zollte der Leistung von Clijsters Respekt, indem sie nach dem Matchball auf den Platz schritt und demonstrativ in ihre Richtung applaudierte. Die Geste mag auch Ausdruck der Erleichterung gewesen sein. Muguruza konnte gegen die zehn Jahre ältere Gegnerin nur gewinnen. Alles andere als ein Sieg wäre für die Spanierin eine Blamage gewesen. Trotzdem sagte sie, sie schätze sich glücklich, ein Teil von Clijsters’ Comeback gewesen zu sein.

Clijsters sagte: «Ich geniesse die Challenge, seit ich mich zur Rückkehr entschlossen habe. Ich hatte Ups und Downs. Doch genau darum ging es mir: zu sehen, wie ich mit der mentalen Herausforderung fertigwerde.» Jedenfalls dürfte sie der Match mit Mut für ihr Comeback gestärkt haben. Als Nächstes ist Clijsters in Monterrey gemeldet. Ihre Leistung verdient Achtung. Muguruza sagte: «Sie wird uns schon bald wieder Probleme bereiten.»