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«Keine Überraschung für mich»: Jill Teichmann in Paris auf Höhenflug

Vor den diesjährigen French Open hatte Jil Teichmann (WTA 24) noch auf ihren ersten Sieg im Hauptfeld des Sand-Majors gewartet. Nun steht sie als einzige Schweizer Vertreterin in der zweiten Woche von Roland Garros. Eine sensationelle Leistung, auf die sie lange warten musste.

Nach drei Stunden und 18 Minuten hat es Teichmann geschafft. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands von 4:6, 2:4 schafft die 24-Jährige gegen Viktoria Asarenka die grosse Wende für den Einzug in den Achtelfinal (4:6, 7:5, 7:6). «Es ist mein bestes Resultat bei einem Grand Slam und bedeutet mir alles», sagt eine erschöpfte, aber glückliche Teichmann nach ihrem Sieg.

Massnahmen «nur präventiv»

Während des Thrillers verwandelt sich die Idylle des botanischen Gartens beim Court Simonne-Mathieu in ein lautstarkes Tollhaus. Die Menge schlägt sich klar auf die Seite Teichmanns, peitscht sie bei jedem Punkt an, gibt ihr zusätzliche Kraft. Ein Gefühl, «wie zu Hause zu spielen», sagt sie noch auf dem Court.

Gegen Asarenka läuft Teichmann mit einer Bandage am linken Oberschenkel auf. Während der Partie muss sie sich zudem kurzzeitig behandeln lassen. Sind es erste Abnutzungsspuren? Oder sogar schlimmer? Bereits am Donnerstag steht sie über drei Stunden auf dem Court im Doppel mit Viktorija Golubic. Es sei alles gut, versichert sie. Die Behandlung und das Tape seien «nur präventiv».

Nun ist die in Barcelona geborene Seeländerin die einzig verbliebene Schweizerin im Einzeltableau. Teichmann galt vor dem Turnier als Geheimtipp für die zweite Woche. Besonders ihr Halbfinal-Einzug in der «Caja Magica» beim Madrid-Masters liess aufhorchen.

Pech mit Verletzungen

Ihre bisherige Grand-Slam-Ausbeute ist bisher aber eher mager ausgefallen. Bei den US Open erreicht sie zweimal die zweite Runde, bei den Australian Open einmal. Oft plagt sich Teichmann mit Verletzungen herum. So auch im von Blessuren geplagten letzten Jahr, als sie bei den French Open passen muss. Dazwischen lässt sie aber regelmässig ihre Qualitäten aufblitzen, wie zum Beispiel mit dem Erreichen des Finals beim 1000er von Cincinnati.

«Für mich ist es keine Überraschung. Ich wusste, dass ich das Niveau habe, um hier zu sein. Ich musste es aber bestätigen, und das tue ich jetzt», sagt Teichmann.

Sie will es auch gegen ihre nächste Gegnerin zeigen. Gegen Sloane Stephens (USA, ATP 64) wird es ein Duell mit einer guten Bekannten (Sonntag, ca. 16.15 Uhr). Die Roland-Garros-Finalistin von 2018 und Teichmann sind bereits im Doppel zusammen angetreten, der gegenseitige Respekt ist gross. Gegeneinander gespielt haben sie auf der WTA-Tour noch nie. Für Teichmann ist aber klar: «In der zweiten Woche zu sein, ist unglaublich. Ich will noch weiter gehen.»