Switzerland

Keine perfekte Woche für den SCB: Lugano ohne Mühe gegen müde Berner

Nach drei Siegen in Folge unterliegt der SC Bern im Tessin 1:4. Das Team von Mario Kogler machte Lugano das Toreschiessen leicht.

Das spielentscheidende Tor: Luca Fazzini verwertet den Penalty gegen Tomi Karhunen.

Das spielentscheidende Tor: Luca Fazzini verwertet den Penalty gegen Tomi Karhunen.

Foto: Samuel Golay (Keystone)

Vielleicht fühlt sich SCB-Trainer Mario Kogler ab und an wie Tierarzt Henry in der Komödie «50 erste Dates». Weil dessen Herzdame Lucy unter Amnesie leidet und jeweils in der Nacht den vorangegangenen Tag vergisst, muss Henry jeden Tag von neuem um sie werben. Und Kogler? Der muss bei diesem dicht getakteten Programm – 15 Spiele sind es im Monat März – seine Spieler quasi täglich von neuem motivieren und auf die Gegner einstellen.

Zugegeben, der Vergleich hinkt. Anspruchsvoll ist Koglers Aufgabe allemal, aber sein Fokus gilt nicht 50 Dates, sondern 52 Qualifikationsspielen. Und ihm kommt zupass, dass beim SC Bern niemand unter Gedächtnisschwund leidet. Die Erinnerungen an den Cupsieg sind präsent und haben jüngst das Selbstvertrauen gestärkt. Dem Triumph im Final über die ZSC Lions liessen die Berner Siege in der Meisterschaft gegen Genf und Davos folgen. Die vierte Partie innert sechs Tagen aber war eine zu viel: Am Freitagabend verlor der SCB in Lugano 1:4.

Als die Berner vor einigen Wochen kopftief in der Krise steckten, sagte der frühere SCB-Meisterspieler Andrew Ebbett: «Was Bern braucht, ist Selbstvertrauen. Kriegst du Momentum, spielt das Pensum eine untergeordnete Rolle.» Ebbett war ohne Job, stand vor dem Rücktritt. Nun spielt der Kanadier für München, und der SCB hat eine realistische Chance auf die Teilnahme am Pre-Playoff. So schnell kanns gehen. An der Ausgangslage ändert das 1:4 in der Resega nichts.

Ein Amerikaner flucht, ein Kanadier trifft

Die Niederlage war aus Optik der Gäste hausgemacht respektive selbst verschuldet. Sie vermochten ihre körperliche und mentale Müdigkeit nicht (mehr) zu kaschieren. Beim ersten Tor war Jani Lajunen gedanklich den Tick schneller als Beat Gerber. Es folgte die unschöne Kombination aus fahrigem Pass (Inti Pestoni) und schlechter Kontrolle (André Heim). Luganos Julian Walker zog los, Pestoni stoppte ihn regelwidrig, Luca Fazzini verwertete den fälligen Penalty. Zu schlechter Letzt vertändelte Vincent Praplan in den Schlusssekunden des Startdrittels den Puck in der neutralen Zone, Mikkel Boedker profitierte.

Lugano führte 3:0 – und gab den Ton auch anderweitig an. Mark Arcobello musste wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank. Die Referees hatten für die beruhigenden Worte des früheren SCB-Topskorers («Take it easy and shut the fuck up») kein Gehör.

Die Berner nahmen es fortan zwar nicht «easy», waren aber kaum mehr zu einer Reaktion fähig. Es blieb bei der Kosmetik durch Cory Conacher. Der Kanadier traf im achten Einsatz für den SCB zum sechsten Mal.

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