Switzerland

Keine einfache Saison für YB-Meistertrainer Seoane

Im Sommer 2018 gab es im gelbschwarzen Kader kaum Veränderungen, letzten Sommer dagegen sehr viele. Im Herbst verletzte sich einer um den andern, zeitweise fehlten neun Spieler, die mögliche Fixstarter waren. In einem Interview mit Keystone-SDA sagte Seoane: "Nur dank dem Teamwork konnten wir gut damit umgehen. Wir haben Leute im Staff, die sich schon früh damit beschäftigt haben, Spieler zu scouten und zu antizipieren, was später passieren könnte. Hier wurde eine beispielhafte Arbeit geleistet, die man von aussen nicht sieht. Man sieht am Schluss einfach den Transfer und die Leistung des Spielers, aber man sieht nicht, was alles dahintersteckt."

Wegen der vielen Verletzten sei der Herbst für YB dennoch nicht einfach zu bewältigen gewesen. "Auch dies konnten wir nur dank dem Teamgeist auffangen. Zuletzt ist uns durch die vielen Absenzen die Energie verloren gegangen. In der Meisterschaft sind wir aber gut unterwegs, wenn man die Schwierigkeiten berücksichtigt, in die wir wegen der Verletzten geraten sind."

In der Achse im Mittelfeld und in der Verteidigung fielen bis zu sechs Spieler aus. Seoane musste andere Spieler über Gebühr forcieren. In den letzten Spielen im Dezember konnte man den Eindruck bekommen, dass die Mannschaft kein Benzin mehr hatte und dass die Winterpause sehr gelegen kam. Seoane bestätigt dies: "Dem einen oder anderen Spieler hätte eine Pause im Herbst gutgetan, aber es war einfach nicht möglich. Wenn ein Spieler so viel spielen muss, erhöht sich das Verletzungsrisiko. Irgendwann ist der Spieler nicht nur physisch, sondern auch mental nicht mehr fähig, die beste Leistung abzurufen. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Batterien in der Winterpause laden konnten."

Im Interview wirft Gerardo Seoane auch einen Blick auf die härteste Konkurrenz, auf den FCB und den FCSG. "Die Entwicklung in St. Gallen zeigt, dass dort etwas vorhanden ist, das passt. Klubführung, Trainer, Mannschaft, alle gehen in die gleiche Richtung. Es ist für uns ein sehr ernstzunehmender Konkurrent. Die St. Galler haben die jüngste Mannschaft, und deshalb haben sie wohl auch das grösste Potential, um sich weiterzuentwickeln."

Beim FC Basel hebt Gerardo Seoane die wiedergefundene Stabilität hervor. "Sie haben eine gute Mannschaft, gute Spieler und einen erfahrenen Trainer, der sportlich alles stabilisiert hat. Man sieht das an der Tabelle." Das Spitzenspiel YB gegen Basel vom Sonntag ist für Seoane mehr als einfach nur ein Achtzehntel des Rückrundenpensums. "YB gegen Basel ist immer etwas Spezielles", sagt er. "Es ist ein Klassiker des Schweizer Fussballs, egal, wie die Tabellensituation gerade ist."