Switzerland

Kapellbrücke in Gefahr?: Holzrampe soll Biber in die Stadt Luzern führen

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Beim Kleinwasserkraftwerk am Mühlenplatz wird eine Rampe für Biber gebaut. So soll der Biber flussaufwärts gelangen. Ob die Tiere für Schäden sorgen werden, ist noch ungewiss.

Eine Fischtreppe ist bereits beim Kleinwasserkraftwerk am Mühlenplatz in Luzern installiert. Nun soll neu eine Biberrampe aus Holz erstellt werden. Diese soll den Bibern ermöglichen, das Kraftwerk auf ihrer Wanderung zu überwinden.

Neuer Lebensraum am Seeufer

Wie der Energiedienstleister Energie Wasser Luzern (EWL) in einer Medienmitteilung schreibt, würden Biber unpassierbare Hindernisse wie ein Wasserkraftwerk umgehen, indem sie über Strassen wandern. Dies würde ein Risiko für die Tiere darstellen, wie der Wildhüter der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern, Christian Hüsler, erklärt.

Deshalb sei es von Bedeutung, dass die ohnehin schon bedrohten Tiere das Wasserkraftwerk sicher überwinden könnten. Mit Hilfe der Rampe könnten Biber einfacher in den Vierwaldstättersee gelangen. Dass sich die Nager im Luzerner Seebecken ansiedeln, glaubt Hüsler jedoch nicht: «In der Stadt wird der Biber wahrscheinlich nicht sesshaft.» Dafür gebe es zu wenig geeigneten Lebensraum. Als Lebensraum vorgesehen seien eher die Ufer des Vierwaldstättersees, sowie die vielen Zuflüsse, die in den See münden. Womöglich könnten zudem einige Ecken im Inseli ein neues Zuhause für Biber werden. Dafür benötigen sie aber jede Menge Bäume und Sträucher und grabbare Uferböschungen, um Raum für ihre Bauten zu sichern.

Biberrampe soll Biber nach Luzern bringen

Ist die Kapellbrücke in Gefahr?

Obwohl der Biber mit seinen Bauten Lebensraum für andere Lebewesen schafft, hat er nicht überall einen guten Ruf. In vielen Regionen gilt er als Schädling, der Bäume fällt und Strassen durch seine Bauten zum Einsturz bringt. Auch in Luzern könnten solche Schäden auftreten. «Es kann sein, dass Biber einzelne Bäume annagen», sagt Hüsler. Wertvolle Bäume könne man aber mit Gittergeflechten schützen. Dadurch würden allerdings Mehrkosten entstehen.

«Der Biber und seine Erdbauten und Dämme sind geschützt und dürfen nicht ohne Bewilligung entfernt oder manipuliert werden», heisst es auf der Webseite des Kantons Luzern. Für «Schäden an landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Kulturen sowie an Nutztieren» würde der Kanton Luzern aufkommen, insofern die zumutbaren Präventionsmassnahmen getroffen wurden, wie Hüsler erklärt.

Nun stellt sich die Frage: Ist das hölzerne Luzerner Wahrzeichen vor dem Biber in Gefahr? Hüsler gibt Entwarnung: «Die Kapellbrücke besteht aus altem Bauholz. Dieses ist für die Biber nicht attraktiv. Sie nagen lieber an grünem und frischem Holz.»

(jab)