Switzerland

Kantone wollen mehr Gewissheit: 6000 Tests pro Tag – jeder Sechste ist infiziert

Die Testfrage wird immer mehr zur Kardinalfrage bei der Corona-Abwehr: Garantieren mehr Tests tatsächlich schnellere Erfolge gegen das Coronavirus Covid-2? Oder bringt erst ein neuer Test die Wende? Politiker und Epidemiologen fordern vehement so viele Tests wie möglich. Einzelne Kantone preschen vor und erhöhen die Zahl auf eigene Faust ohne Absprache mit dem Bund.

In verschiedenen Städten, Winterthur, Bern, Luzern wird das Testangebot mit Drive-ins erleichtert, das Unispital Zürich testet grosszügig. Im Thurgau kommt der Test gar ins Haus: Zivilschützer bringen ihn in sicherer Distanz und nehmen die Virus-Probe, die sich der Patient selbst nehmen muss, gleich wieder mit.

Ein bisschen Niesen reicht nicht

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zögert: Noch gilt die Strategie «Tests nur für Risikopersonen und solche mit deutlichen Coronasymptomen». Ein bisschen Niesen reicht nicht. Es braucht Husten, Fieber und schlechtes Allgemeinbefinden. SonntagsBlick fragte Daniel Koch (64), den Corona-Mann der Stunde im BAG, nach dem aktuellen Stand. Koch:«Nach unseren Informationen werden jetzt in der Schweiz täglich über 6000 Personen getestet, rund 1000 davon erweisen sich als infiziert.»

Die Zahl nimmt noch täglich zu, wenn auch leicht verlangsamt. An diesem Wochenende werden es insgesamt rund 20'000 Infizierte sein. Die Alleingänge einzelner Kantone könne er nicht verbieten, sagt Koch. Ihre Testpraxis ist denn auch nur auf dem ersten Blick eine Lockerung. Für jeden Test braucht es Diagnose und Attest eines Arztes.

Warum lassen Sie nicht mehr testen, Herr Koch? «Bis vor kurzem gab es beim Material und bei den Reagenzien, die es zum Test braucht, immer wieder Engpässe. Wenn sich der Nachschub stabilisiert, werden wir die restriktive Strategie überdenken.»

Er glaubt nicht an eine grosse Wirkung. Die hohe Dunkelziffer an Leichterkrankten werde sich bei mehr Tests kaum verändern.

Neuer Test misst Antikörper

Höchstwahrscheinlich liegt das Heil nur bedingt in einer Zunahme der bisherigen Tests. Die grosse Hoffnung der Immunologen ist eine neue Analyse mit einem Bluttest. Er misst die Antiköper, welche das Immunsystem nach dem Eindringen des Virus über Mund, Nase oder Augen aufbaut.

Dieser Test ist deshalb so wichtig, weil er den Exit, den Ausstieg aus der gegenwärtigen wirtschaftlichen Corona-Starre, erleichtert. Er kann zwar nicht nach einer Ansteckung unmittelbar die Infektion bestätigen, aber mit der Beobachtung der Zunahme der Antikörper den Verlauf der Erkrankung verfolgen.

Das heisst, er kann sogar eine Infektion nachweisen, obwohl der getestete Patient keine Symptome gezeigt hat – aber trotzdem das Virus anderen Personen weitergeben konnte. Und dieser neue Test kann eine erworbene Immunität nachweisen und den «Infizierten» als geheilt der Arbeitswelt zurückgeben.

Frühestens 10 Tage nach Infektion

Noch ist der Test in der Praxis in der Probephase. In verschiedenen Labors werden die ersten dieser Tests «getestet». Die Ankündigung verschiedener Anbieter vor einer Woche in einzelnen Medien hat zu früh eine grosse Nachfrage ausgelöst. Die Erwartungen sind gross. So rühmt Katja Steinhagen, Leiterin Immunbiochemie beim Labordiagnostic-Unternehmen Euroimmun in Lübeck, einem der ersten Anbieter des Tests auch in der Schweiz: «Der Test eignet sich für ein grossflächig angelegtes Screening um Personen zu identifizieren, die eventuell sogar unbemerkt mit dem Virus Kontakt hatten, Antikörper entwickelten und so eine Immunität erreichten.»

Frage an Daniel Koch: Ersetzt der neue Antikörper-Test den laufenden Gentest zur Feststellung einer Infektion? Koch: «Nein. Für eine sichere Bestimmung des SARS-CoV-2 nach einer Ansteckung braucht es nach wie vor den PCM-Test. Der Antikörper-Test hat eine andere Funktion.»

Der bisher angewendete sogenannte PCM-Test weist das Erbgut von Covid-2 nach. Das Resultat ist absolut eindeutig, wenn der Test gleich nach den ersten Symptomen durchgeführt wird. Als Probe dient ein Abstrich aus der Nase, Rachen oder Hustensekret. Im Gegensatz dazu ist die neue Analyse ein Bluttest. Er kann erst Resultate bringen, wenn das Immunsystem sich mit dem Aufbau von Antikörpern gegen das Coronavirus wehrt – und das ist frühestens zehn Tage nach einer Infektion.

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