Switzerland

Kann der Festivalsommer 2021 durchgeführt werden? Die Veranstalter bleiben optimistisch

Ob Festivals in diesem Sommer stattfinden können, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die Veranstalter demonstrieren Zuversicht, während sie auf den Tickets vorerst sitzen bleiben.

Dass in diesem Sommer so ausgelassen gefeiert werden kann wie im Sommer 2019 am Open Air St. Gallen, darf zumindest angezweifelt werden.

Dass in diesem Sommer so ausgelassen gefeiert werden kann wie im Sommer 2019 am Open Air St. Gallen, darf zumindest angezweifelt werden.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Die Sonne im Gesicht, das Bier in der Hand, die Lieblingsband auf der Hauptbühne – lange ist es her, dass man in der Schweiz das letzte Musikfestival besuchen konnte, da alle grossen Festivals im letzten Sommer aufgrund der Pandemie verschoben werden mussten. Ende Februar steht nun das «Ghost Festival» an, ein Geisterfestival mit rund 300 Schweizer Musikerinnen und Musikern, das allerdings nicht stattfindet. Dabei handelt es sich um eine Solidaritätsaktion für Musikschaffende, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht auftreten können und somit auch keine Einnahmen verzeichnen.

Richtige Konzerterlebnisse soll es laut heutigem Stand im Sommer geben. So stehen die Termine der grossen Schweizer Musikfestivals, die auftretenden Bands und Musiker sind grösstenteils bekannt, der Ticketverkauf läuft. Doch so ganz mag man sich nicht vorstellen, dass sich bereits in einem halben Jahr Tausende Menschen dicht an dicht vor einer Bühne drängen. «Stand jetzt kann niemand sagen, ob in diesem Sommer Festivals in gewohnter Form durchgeführt werden können», sagt Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer des Verbands der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter (SMPA). «Doch wir sind zuversichtlich, dass der Festivalsommer stattfindet.»

Bis Ende Februar hat der Bundesrat Veranstaltungen jedweder Grössenordnung verboten. Wie es danach weitergeht, ist offen. Die Vorbereitungen bei den grossen Festivalveranstaltern laufen derweil «auf Sparflamme», wie Breitenmoser sagt. Allerdings benötige die Branche bis spätestens Anfang März ein Signal der Behörden, welche Regeln im Sommer gelten würden. «Es braucht drei bis vier Monate Vorlaufzeit, um einen Anlass dieser Grössenordnung auf die Beine zu stellen», so der SMPA-Geschäftsführer. Anfang März ist quasi der «point of no return», denn dann müssen die Festivals mit der Detailplanung beginnen und ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen – oder eben nicht. «Das ist der Nachteil unserer Branche, wir können nicht am Montag nach Aufhebung der Massnahmen den Schlüssel drehen und wieder Gäste empfangen.»

Festivals prüfen verschiedene Konzepte

In Gampel, wo jeweils eines der grösseren Open Airs der Schweiz stattfindet, will man das Festival unbedingt durchführen. «Solange es nicht verboten wird, arbeiten wir an der Umsetzung des Festivals», sagt Roman Pfammatter, operativer Geschäftsführer des Open Air Gampel, mit Blick auf die Impfungen und die wärmeren Temperaturen im Sommer. Auch in St. Gallen versuche man in Absprache mit Behörden, Partnern und Spezialisten «alles, um eine sichere Durchführung des Festivals zu ermöglichen», sagt der Festivaldirektor Christof Huber. Denn sollten auch 2021 keine Festivals stattfinden, wäre dies für Huber eine dramatische Entwicklung: «Wir verlieren einen Teil unserer Kultur, gerade die jüngere Generation tut sich sehr schwer damit.»

Ein Festival im kleineren Rahmen ist für die Veranstalter des Open Air St. Gallen keine Option. Aus Kapazitätsgründen könne das Festival nur «in seiner ursprünglichen Form» stattfinden, «also nicht in einer Light-Version oder ‹socially distanced›», sagt Huber. Das sehen auch die Veranstalter in Gampel so. «Die Kosten könnten wir so nicht decken», sagt Pfammatter. Diskussionen über den Rahmen des Festivals und Schutzkonzepte würden jedoch geführt. «Viele Themen liegen auf dem Tisch, wie zum Beispiel Schnelltests, ein vergrössertes Gelände oder sogar eine Maskenpflicht in einzelnen Zonen des Festivals.»

Forderung nach umfassender Aufwandentschädigung

Sollten Grossveranstaltungen verboten bleiben, steht den Organisatoren ein zweiter Sommer ohne Einnahmen bevor. Ohne Unterstützung von der öffentlichen Hand würden die meisten Veranstalter wohl nicht überleben, gibt der SMPA-Geschäftsführer Breitenmoser zu bedenken. Gemäss der Covid-19-Kulturverordnung erhalten sie bis Ende 2021 eine Entschädigung von bis zu 80 Prozent des finanziellen Schadens, der durch ausgefallene Veranstaltungen entstanden ist. «Halten sich die Kantone an die nationale Kulturverordnung, ist das Überleben fast aller Festivals gesichert», sagt Breitenmoser. Allerdings, gibt er zu bedenken, werde es anders aussehen, wenn noch lange Unklarheit über ein Veranstaltungsverbot im Sommer bestehe und Festivals erneut kurzfristig abgesagt werden müssten.

Die Taskforce Culture, der auch die SMPA angehört, fordert, dass diese Ausfallentschädigung von 80 auf 100 Prozent erhöht wird. «Nach bald einem Jahr Auftrittsverbot sind vielerorts die Reserven erschöpft, die allermeisten Veranstalter könnten Fehlbeträge nicht noch einmal selber decken und schon gar keine zusätzlichen Risiken mehr eingehen», gibt Breitenmoser zu bedenken. Nur mit einer solchen Rückendeckung hätten Organisatoren die Möglichkeit, die Planung von Veranstaltungen wieder in Angriff zu nehmen.

Damit ihnen eine Planungssicherheit garantiert wird, wünschen sich die Veranstalter «einen Rettungsschirm», wie der St. Galler Festivaldirektor Huber ausführt. «Darunter verstehen wir eine Art Versicherung oder Ausfallhaftung durch den Bund, die nur greifen würde, falls eine Veranstaltung wenige Wochen vorher abgesagt werden muss.»

Geringe Nachfrage nach Tickets

Viele grosse Festivals sind im vergangenen Sommer nicht abgesagt, sondern verschoben worden, weshalb die letztjährigen Tickets auch in diesem Sommer ihre Gültigkeit haben. Da eine Durchführung in diesem Sommer allerdings ungewiss ist, zögern viele Musikinteressierte, bereits jetzt einen Festivalpass zu kaufen. «Positiv ausgedrückt, ist der Ticketverkauf momentan leicht am Tröpfeln», sagt Breitenmoser, «um einen Event jedoch wirtschaftlich durchzuführen, müssten mehr Tickets verkauft werden.»

Auch in Gampel läuft der Ticketverkauf nicht wie in den letzten Jahren, dennoch konnten mehrere hundert Tickets verkauft werden. So bietet das Festival ein Ticket an, das tausend Tage lang gültig ist. «Wir wollen damit Vertrauen aufbauen», sagt Roman Pfammatter. Die Botschaft dahinter: Das Festival geht ganz sicher weiter. Wenn nicht in diesem Sommer, dann halt im nächsten.

Das Festival, das nicht stattfindet

Das «Ghost Festival» ist für den 27. und 28. Februar geplant, findet aber nicht statt. Das «Geisterfestival» ist eine Solidaritätsaktion für Musikerinnen und Musiker, die bereits in der ersten Corona-Welle stark getroffen wurden. Sie sollen so finanziell unterstützt werden.

Obwohl das Festival nicht stattfindet, hat es das Line-up in sich. Neben Hunderten anderen Schweizer Bands und Künstlern finden sich grosse Namen wie Stefanie Heinzmann, Patent Ochsner oder Züri West. Für das Festival kann man Tickets kaufen, zudem werden Merchandising-Artikel wie T-Shirts angeboten. Gemäss dem Veranstalter fliesst der Ertrag aus dem Ticketerlös zu hundert Prozent in die Taschen der Musikschaffenden, es handelt sich also um eine reine Spendenaktion.

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