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Jetzt hassen ihn sogar die Golfer: Trump und die Sportler – die Geschichte eines Absturzes

Jetzt haben sie also beide keinen Job mehr. Colin Kaepernick (33) kennt das Gefühl schon länger. Der Football-Star ging 2016 zum ersten Mal während der US-Hymne vor einem Spiel in die Knie, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren.

«Schafft diesen Hurensohn vom Feld»

Ein gefundenes Fressen für Donald Trump (74), der US-Präsident stürzte sich im Wahlkampf auf den Quarterback und die Kollegen, die es ihm gleich taten. Wer die Hymne nicht achte, gehöre «gefeuert», forderte Trump die Teambesitzer der National Football League mehrfach auf. «Schafft diesen Hurensohn vom Feld, sofort!», tobte er etwa 2017, als er, bereits mehr als ein halbes Jahr als Präsident vereidigt, in Alabama Senats-Wahlkampf machte.

Der Sport kuschte. Als Kaepernick seinen Vertrag in San Francisco auflöste, um nach schwierigen Saisons von vorne anzufangen, wagte sich keines der 31 übrigen Teams, ihn unter Vertrag zu nehmen. Seit Anfang 2018 hat er keinen Arbeitgeber mehr gefunden.

Belichick lehnt Freiheitsmedaille ab

Das war damals. Heute ist auch Trump ohne Job, sie zerren ihn am 20. Januar aus dem Weissen Haus. Football-Trainerlegende Bill Belichick, der Trump vor fünf Jahren noch einen freundlichen Brief geschrieben und ihn zur Kandidatur ermuntert hat, lehnt nach dem Sturm aufs Kapitol eine Auszeichnung mit der Freiheitsmedaille ab.

Eine Ohrfeige – und gleichzeitig ein Symbol dafür, dass Trumps Trick mit dem Sport nicht mehr funktioniert. In den letzten Jahren hat er, der sich schon in den 1980er-Jahren mit wenig Erfolg als Investor in der Football-Liga USFL und als Box-Promoter versucht hatte, der von Jugend-Heldentaten im Baseball prahlt und es an der Pennsylvania-Universität doch nur zum Mitläufer in der Squash-Mannschaft brachte, die Arena der Athleten als Kulisse für seine Attacken auf die genutzt, die ihm nicht passen. Oder von denen er vermutet, dass sie seiner Wählerbasis nicht passen: Schwarze, Homosexuelle, Behinderte, Frauen.

Thabo: «Trump weiss, wer seine Leute sind»

«Trump spielt sein Spiel», analysiert der Schweizer NBA-Profi Thabo Sefolosha (36) letzten Sommer im BLICK, als nach dem Tod von George Floyd und Jacob Blake die Black-Lives-Matter-Proteste hochkochen. «Er weiss, wer seine Leute sind. Die versucht er im Moment zu bedienen, das ist alles Politik.»

Doch je länger Trump im Amt ist, je mehr Athleten er mit reinzuziehen versucht, desto mehr Sportler distanzieren sich von Trump. US-Fussballstar Megan Rapinoe (35) zum Beispiel. Die Mittelfeldspielerin kniet 2016 mit Kaepernick. 2019 wird sie mit dem US-Team Weltmeisterin und erklärt: «Ich gehe sicher nicht ins verfickte Weisse Haus!» Damit spielte sie auf die Tradition an, dass US-Sportteams, die einen grossen Titel gewinnen, vom Präsidenten empfangen werden. Rund die Hälfte der Meisterteams in Trumps Amtszeit kommen nicht ins Weisse Haus oder werden gar nicht erst eingeladen, weil schon wieder eine Absage droht.

Josi: «Es braucht dringend einen Neuen»

Die Basketball-Stars, die sich früh den Rassismus-Protesten anschliessen, nehmen stattdessen im Sommer mit Trumps Vorgänger Barack Obama Kontakt auf, als es darum geht, abzuwägen, ob sie weiterspielen oder noch länger streiken sollen. Superstar LeBron James (36) setzt durch, dass sie auf Obama hören und weitermachen, während sie gleichzeitig Abend für Abend auf Rassismus und Polizeigewalt hinweisen.

Football-Superstar Tom Brady (43) gilt als Trump-Freund, er erklärt sich: «Ich will keine Freundschaft aufgeben. Aber es ist auch klar: Politische Unterstützung ist etwas ganz anderes als freundschaftliche.»

Auf den Punkt bringt es der Schweizer Roman Josi (30), der beste Verteidiger der letzten NHL-Saison: «Dieses Land braucht ganz dringend einen neuen Mann an der Spitze.»

Jetzt hassen ihn auch die Golfer

Mittlerweile kommt es für Trump noch schlimmer: Sogar die Golfer wenden sich ab. Seinem Golfresort in Bedminster, New Jersey, nehmen sie die PGA-Championship wieder weg, eines der prestigeträchtigen Major-Turniere. Und wenn die Golfer geschockt sind, dann ist es wirklich nicht mehr gut. 1990 fand die PGA-Championship auf dem Shoal-Creek-Platz in Alabama statt, auch nachdem der Klubpräsident die rassistischen Klubstatuten erklärt hatte: «Wir diskriminieren in keinem Bereich, ausser gegen Schwarze.»

2017 spielte die Frauen-Tour ihre US Open auf einem Trump-Platz – kurz nachdem Trumps «Grab 'em by the pussy»-Aufnahme öffentlich geworden war und das ganze Land über seine Haltung gegenüber Frauen diskutierte. Als der Journalist Rick Reilly ein Buch darüber schrieb, wie Trump beim Golf bescheisst – Schulterzucken bei den Grössen der Branche.

Kaepernick weiter ohne Job

Aber jetzt, jetzt haben sogar die Golfer genug. Das will etwas heissen. Der Krawall, den Trumps Anhänger beim Sturm aufs Kapitol machten, haben den Hintersten und die Letzte geweckt. Wer es jetzt noch nicht merkt, dem ist nicht zu helfen. Ironie der Geschichte: Die Menschen, die Amtsstuben und Senatoren-Büros stürmten, das waren dieselben, die vor fünf Jahren den Knie-Protest von Colin Kaepernick daneben fanden. Weil er zu weit gehe.

Kaepernick hat immer noch keinen Job. Aber er hat Recht behalten.

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