Switzerland

Je suis Nebelspalter

Markus Somm übernimmt die älteste Satirezeitschrift der Welt. Der Protest kam prompt. «Ausgerechnet der Somm», heulte es links der Mitte, und es klang wie «Je suis Nebelspalter». Somm hatte als rechtsdrehender Chefredaktor von Christoph Blochers Basler Zeitung deren Auflage in nur acht Jahren erfolgreich von 83000 auf 46000 Exemplare gesenkt. Die November-Schlagzeile des Nebelspalters war, ein ironischer Zufall, «Gesegnet sei das Zeitliche».

Gemacht wird der Nebelspalter weiterhin im Thurgau, wo man mit Nebel Erfahrung hat, und Marco Ratschiller bleibt vorerst unter Somm Redaktionsleiter – Humor ist, wenn man’s trotzdem macht. Somm könnte es, keine Frage, er schreibt süffig und bissig, teilt aus und steckt ein. Seinem Humor kommt aber meist seine Mission in die Quere.

Die Karikatur von Silvan Wegmann zum Thema.

Somm werde den Nebelspalter zu einem Kampfblatt gegen das Rahmenabkommen mit der EU umbauen, knurrt der Zürcher Karikaturist Ruedi Widmer, die «anvisierte Symbolik» werde wohl «die Zeit von Carl Böckli» sein. Der legendäre Bö hatte von 1927 bis 1966 gegen Totalitarismen aller Art angeschrieben und -gezeichnet, sein «Nebi» galt als Speerspitze der geistigen Landesverteidigung. Ein Bild nach Somms Gusto.

Schon länger hat Somm für ein «neues publizistisches Produkt mit liberal-konservativer Ausrichtung» Geldgeber gesucht. Sechzig Personen haben ihm nun für seine «Klarsicht AG» angeblich je 100 000 Franken hingeblättert. Dem Berner Karikaturisten Tom Künzli ist’s ein Graus: «Ich habe keine Lust, für ein libertäres Investorengrüppli die Garnituren zu zeichnen.»

Künzli und Kollegen werden in nächster Zeit ordentlich draufhauen, und Ratschiller darf sie gewähren lassen, sein neuer Chef muss schliesslich Humor beweisen. Bis in zwei Jahren wird man wissen, ob der Nebelspalter weiter Nebel spaltet, oder ob er nur noch spaltet.

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