Switzerland

Ist der Kunde König oder der Kellner?

Die Bedienung in den Restaurants und Läden von Dakar ist oft recht abweisend. Das ist angesichts der Gastfreundlichkeit und Freundlichkeit der Senegalesen überraschend. 

Wer in Dakar in einem Restaurant bewirtet wird, sollte sich dankbar zeigen.

Wer in Dakar in einem Restaurant bewirtet wird, sollte sich dankbar zeigen.

Imago

Als Ausländer ist man in Afrika oft empört darüber, wie abweisend man in Läden oder Restaurants behandelt wird. Man möchte beispielsweise eine Bestellung aufgeben, drei Kellnerinnen sitzen herum, gucken in ihre Handys oder auf den Fernseher, aber keine bequemt sich aufzustehen. Sie signalisieren, dass sie nicht gestört werden wollen. Erst nach wildem Gestikulieren und mehreren Zurufen nähert sich eine Angestellte dem Tisch, offensichtlich genervt durch das ungeduldige Getue des Gastes.

In Europa ist man es gewohnt, dass der Kunde König ist. Hier in Dakar fühlt man sich manchmal eher wie ein Knecht. Aber vielleicht müsste man die Tatsache, dass hier der Verkäufer beziehungsweise der Kellner König ist, einfach ohne Eifer und ohne Zorn anerkennen; dann würde man sich auch nicht mehr aufregen. Als Kunde ist man offenbar eine Art Gast in einem fremden Haus. Wenn man bewirtet wird, dann hat man Glück gehabt und muss dankbar sein. Keinesfalls hat man ein Anrecht auf irgendeinen Service. Man wartet geduldig, im schlimmsten Fall formuliert man eine Bitte, aber stellt sicher keine Forderungen. Das wäre eine Art Hausfriedensbruch.

Die Unfreundlichkeit gegenüber Gästen ist umso erstaunlicher, als Senegal wie die meisten afrikanischen Länder eigentlich sehr gastfreundlich ist. Wer immer in einem Haus zur Essenszeit auftaucht, wird bewirtet. Selbst wenn man in einem Restaurant also nicht wie ein König, sondern einfach wie ein Gast behandelt würde, könnte man sich immer noch glücklich schätzen. Aber vielleicht hängt die Gleichgültigkeit mit der Unpersönlichkeit des Geldes zusammen. Mit der Monetarisierung ist aus der Gastfreundschaft ein anonymer, automatisierter Tausch geworden, während in Senegal doch alles auf persönlichen Beziehungen beruht. Tatsächlich verändert sich selbst in Restaurants, wo man anfangs wie ein unerwünschter Eindringling behandelt wurde, der Empfang nach dem zweiten oder dritten Besuch und dem Austausch von ein paar Freundlichkeiten. Das heisst, sobald man zu einem bekannten Gesicht und die Interaktion persönlich geworden ist.

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