Switzerland

Iouri über seinen Corona-Einsatz: «Warten bis die Krise vorbei ist? Nicht mein Stil!»

Iouri Podladtchikov (31) zeigt Einsatz: Der Snowboard-Olympiasieger von 2014 ist am Donnerstag freiwillig in die Armee eingerückt. Die nächsten zwei Wochen wird er mit der Genieschule 73 mithelfen, die Corona-Pandemie zu bekämpfen.

«Ich habe mich gefragt, was das Gescheiteste ist, was ein Sportler in der Krise machen kann», sagt der Weltmeister von 2013 am Donnerstagmorgen zu BLICK. «Ich habe mitbekommen, dass die Stadien leer waren, wie zunächst noch vor leeren Rängen Hockey gespielt wurde. Und dann habe ich mich gefragt: Was machen Sportler jetzt? Gehen die Athleten jetzt heim und warten, bis die Krise vorbei ist? Das ist nicht mein Stil.»

Nachdem er aus New York, wo er Fotografie studiert, zurück­gekommen sei, habe er sich beim Militär gemeldet. «Ich bin gesund, ich bin sportlich, mir geht es gut. Ich kann schwere Sachen heben, ich kann Auto fahren oder andere Dinge, die nützlich sind.»

Rund 3000 Freiwillige haben sich in den letzten Wochen bei der Armee gemeldet, Podladtchikov ist der bekannteste von ihnen: «Ich bin stolz, einer davon zu sein. Wir hatten alle dieselbe Idee. Ich danke allen Leuten, die helfen. Es können nicht alle und es sollten nicht alle helfen. Aber denen, die es tun, fühle ich mich sehr nahe.»

Er sehe sich deswegen nicht als Held. «Ich bin es auch nicht gewöhnt, über solche Themen zu reden. Das hier ist kein fröhlicher Anlass. Normalerweise geht es bei mir um Wettkämpfe oder Medaillen. Oder ich falle auf den Kopf», sagt er und grinst. «Dann ist es trauriger, aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was jetzt auf der Welt passiert.»

Administrativer Aufwand

Weitere Schweizer Sportler haben sich bisher nicht gemeldet. «Es ist nicht einfach, Freiwillige in den Dienst für Einsätze bei einer Truppe aufzunehmen», so Armeesprecher Daniel Reist. «Es ist mit administrativem Aufwand verbunden, das war auch im Fall von Iouri so.»

Ob Letzterer sich wünscht, dass andere Profisportler sich an ihm ein Vorbild nehmen? So richtig mag sich Podladtchikov nicht festlegen. Aber zu Beginn der Krise sei an viele Sportler «eine Aufforderung rausgegangen: Macht doch Videos, wie ihr euren Tag in Quarantäne verbringt, und vielleicht habt ihr gute Fitnesstipps.» Das sei nichts für ihn. «Ich habe keinen Bock, euch Videos zu schicken, wie ich Liegestütze mache. Eher habe ich Lust, den Leuten einen Kaffee zu bringen, wenn sie einen brauchen. Ich muss keinen wichtigen Part einnehmen. Ich will einfach helfen. Solange es mir gut geht, mache ich das gern.»

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