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Interview zu Nato-Beitritt Finnlands: «Russland wird Bullying gegen Finnland betreiben»

Interview zu Nato-Beitritt Finnlands«Russland wird Bullying gegen Finnland betreiben»

Die finnische Armee erfülle heute schon Nato-Standards, sagt Eemeli Isoaho, Politikexperte an der ETH Zürich. Finnland könnte – mit Schweden – eine spezielle Rolle in der Nato erhalten. 

Finnland kann rasch in die Nato integriert werden: Finnische Soldaten bei der Nato-Übung «Cold Response 22» im letzten März in Norwegen.

Finnland kann rasch in die Nato integriert werden: Finnische Soldaten bei der Nato-Übung «Cold Response 22» im letzten März in Norwegen.

Foto: AFP

Herr Isoaho, Sie sind selbst Finne. Wie beurteilen Sie die Entscheidung der finnischen Staatsführung für einen unverzüglichen Nato-Beitritt? 

Das war zu erwarten und unvermeidlich – aus zwei Gründen. Erstens, innert weniger Monate hat in der finnischen Bevölkerung ein drastischer Meinungsumschwung stattgefunden. Noch im Januar war eine Mehrheit gegen eine Nato-Mitgliedschaft, inzwischen sprechen sich drei Viertel der Finninnen und Finnen dafür aus. Bemerkenswert ist, dass der Nato-Beitritt bei den Wählenden aller Parteien eine Mehrheit hat, selbst bei der Linksallianz, die bis vor kurzem die lautstärksten Nato-Skeptiker in ihren Reihen hatte. Angesichts des breiten Konsenses in der Bevölkerung ist es keine Überraschung, dass Regierungschefin Sanna Marin und Staatspräsident Sauli Niinistö für einen raschen Nato-Beitritt plädieren.