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Infineon sammelt mit Kapitalerhöhung über eine Milliarde Euro ein, Siemens Energy: Scheidungsvertrag mit solidem Finanzpolster – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(Reuters/dpa) Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon hat mit einer Kapitalerhöhung bei Investoren binnen weniger Stunden rund 1,06 Mrd. € eingesammelt. 55 Millionen neue Aktien seien zum Preis von je 19,30 € bei institutionellen Investoren placiert worden.

Dies teilte Infineon am Dienstagabend mit. Mit dem Geld sollen Kredite abgelöst werden, die das Unternehmen für die 9 Mrd. € schwere Übernahme des amerikanischen Chipherstellers Cypress aufgenommen hatte.

Es ist bereits die zweite Kapitalerhöhung innerhalb eines Jahres, die Infineon für Cypress umgesetzt hat. Im Juni 2019 hatte der Konzern neue Aktien für 1,5 Mrd. € verkauft.

Die Infineon-Papiere haben ihren Wert nach einem Kurssturz auf 10,13 € Mitte März fast verdoppelt. Allein am Dienstag legten sie um rund 3,5% auf 20,16 € per Xetra-Schlusskurs zu.

Der erste Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens Energy wird der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser.

Der erste Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens Energy wird der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser.

M. Popow / Imago

(dpa) Siemens und Siemens Energy haben die Details ihrer Trennung bekannt gegeben. Der Konzern gibt seinem Energiegeschäft, das am 28. September an die Börse gehen soll, ein solides Kapitalpolster mit, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Spaltungsbericht hervorgeht. Mit 37,8 Prozent liegt die Eigenkapitalquote höher als bei der verbleibenden Siemens AG. Wo der künftige Sitz von Siemens Energy sein wird, sucht man im mehrere hundert Seiten starken Dokument aber vergebens: Dies soll erst im zweiten Halbjahr entschieden werden.

Siemens Energy sei finanziell «hervorragend aufgestellt», betonte Siemens-Finanzvorstand Ralf P. Thomas. Das Rating soll im sogenannten Investment-Grade liegen, der einen breiten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten sicherstellt.

Am 25. September erhält jeder Siemens-Aktionär pro zwei Siemens-Aktien automatisch ein Papier von Siemens Energy. Auf diese Weise werden 55 Prozent von Siemens Energy verteilt. 35,1 Prozent bleiben bei Siemens, 9,9 Prozent beim Siemens Pensionsfonds.

Der ehemalige Mutterkonzern will seinen Anteil an Energy über zwölf bis 18 Monate deutlich reduzieren. Zudem hat der Konzern einen Entherrschungsvertrag geschlossen, der die Zahl der Siemens-Vertreter im Aufsichtsrat begrenzt und verhindert, dass Siemens sich alleine gegen die anderen Aktionäre durchsetzt. Der erste Aufsichtsratsvorsitzende wird dennoch der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser.

Auch der Name Siemens wird die beiden Unternehmen weiter verbinden. Für seine Nutzung muss Energy eine vom eigenen Umsatz und Ergebnis abhängende Summe bezahlen, im laufenden Geschäftsjahr wohl einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Siemens Energy beschäftigt rund 91 000 Mitarbeiter und machte zuletzt einen Umsatz von rund 29 Milliarden Euro im Jahr. Finanziell läuft es aktuell allerdings schlecht. Sparprogramme, die über die bereits laufenden hinausgehen, soll es allerdings zunächst nicht geben.

(awp/sda/dpa) Facebook benennt seine digitale Geldbörse für die Krypto-Währung Libra um. Die sogenannte Wallet soll nun Novi heissen, wie das Online-Netzwerk am Dienstag mitteilte. Die bisherige Wallet-Marke Calibra war sehr nahe am Namen Libra. Facebook entwickelte die Krypto-Währung, überliess dann aber die Kontrolle einer Organisation mit Sitz in der Schweiz. Das Online-Netzwerk betont, dass es jetzt nur noch eines der Mitglieder der Libra Association mit denselben Rechten wie alle anderen Partner sei.

Die Wallets sind die digitalen Geldbörsen, über die Verbraucher die Libra-Währung benutzen werden. Verschiedene Anbieter werden sie präsentieren können. Nach bisherigen Plänen soll aber in Facebook-Diensten wie Whatsapp und Messenger nur die hauseigene Wallet genutzt werden können.

Eine frühe Version von Novi solle Verbrauchern zum Start von Libra zur Verfügung stehen, kündigte Facebook an. Dafür wurde die Firma Novi Financial aufgesetzt, die eine Tochter des Online-Netzwerks ist, aber unabhängig agieren soll.

Beim Libra-Konzept gab es im April einschneidende Änderungen nach dem starken Gegenwind von Politik und Zentralbanken. Ursprünglich war geplant, dass Libra mit einem Korb aus verschiedenen Währungen und Staatsanleihen abgesichert wird. Nun soll es auch Libra-Einheiten geben, die fest an einzelne nationale Währungen gekoppelt sind. Zudem wurden die Massnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessert.

Auch in der Gastronomie dürfte die Zahl der Stellen zurückgehen.

Auch in der Gastronomie dürfte die Zahl der Stellen zurückgehen. 

Christian Beutler/ Keystone

(awp/sda) Die Corona-Pandemie war im ersten Quartal 2020 auf dem Stellenmarkt noch nicht stark zu spüren. Die Zahl der Stellen stieg innert Jahresfrist gar noch um 0,6%. Mit Blick nach vorne sind die Unternehmen aber pessimistisch.

Insgesamt zählte das Bundesamt für Statistik (BfS) im ersten Quartal 2020 insgesamt 5,102 Mio. Beschäftigte in der Schweiz, wie es am Dienstag mitteilte. Saisonbereinigt belief sich der Wert auf 5,124 Millionen. Das ist auch gegenüber dem vorangehenden Quartal nur eine leichte Abnahme von 0,1%.

In Vollzeitäquivalenten belief sich die gesamte Beschäftigung in der Eidgenossenschaft im ersten Quartal auf insgesamt auf 3,965 Mio. Stellen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Plus von 0,3%.

Dabei stieg sowohl im sekundären Sektor (Industrie und Baugewerbe), als auch im tertiären Sektor (Dienstleistungen) die Beschäftigung. Sie legte um 0,7% (+8000 Stellen) respektive 0,6% (+23'000 Stellen) zu.

Auch nach Regionen betrachtet ging es fast überall noch nach oben. Im Jahresvergleich nahm die Beschäftigung nur im Tessin um 1,1% ab, wie das BfS weiter schrieb. In der Region Espace Mittelland stagnierte sie.

In der Beschäftigungsstatistik wurden dabei allerdings Beschäftigungsgrade angegeben, wie sie im Arbeitsvertrag festgelegt sind. Kurzarbeit, falls sie von Firmen bereits im ersten Quartal eingeführt wurde, ist in der Statistik somit nicht berücksichtigt.

Trotzdem kam es im ersten Quartal im Gastgewerbe, das von der Pandemie besonders hart getroffen wurde, bereits zu einem Rückgang der Beschäftigung. Hier ging die Anzahl der Angestellten um 3,9% zurück.

Auch in der sogenannten «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen» (-2,6%) oder bei der «Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften» (-2,9%) wurde ein Minus bei der Zahl an Beschäftigten vermeldet.

Pessimistische Beschäftigungsaussichten

Im Gegensatz zum ersten Quartal dürfte die Corona-Pandemie im zweiten Quartal bei den Stellen deutlich sichtbar werden, das zeigt ein Blick auf die Beschäftigungsaussichten. Der entsprechende Indikator sank gegenüber dem Vorjahr um 3,7% auf einen Wert von noch 1,01. Er liegt damit nur noch ganz knapp über der Marke von 1,00, die auf einen Rückgang der Beschäftigten im nächsten Quartal hinweist.

Der Indikator steht damit ausserdem so tief wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Letztmals notierte er im 3. Quartal 2009 bei seinem heutigen Wert. Die Aussichten sind besonders negativ in der Industrie (0,98; -7,5%) und in der Beherbergung und Gastronomie (0,91; -12,0%). In diesen Branchen dürften die Stellen also klar zurückgehen.

Jobsuchende konnten ausserdem bereits im ersten Quartal nur auf eine kleinere Auswahl an offenen Positionen zählen: Die Zahl der offenen Stellen ging um 10'000 oder knapp 13% auf 67'300 zurück. Die Quote der offenen Stellen belief sich damit auf 1,3%.

(awp/sda/dpa) Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat Medienberichten zufolge den Erben des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, in Verbindung mit der umstrittenen Fusion zweier Konzerntöchter vor fünf Jahren zu einer Vernehmung geladen. Auch sollte Lee zu Vorwürfen der Bilanzfälschung beim grössten südkoreanischen Mischkonzern befragt werden. Lee sei am Dienstagmorgen (Ortszeit) vor dem Büro der Seouler Bezirksstaatsanwaltschaft zur Befragung erschienen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Der 51-jährige Vizevorsitzende des Smartphone- und Speicherchip-Marktführers Samsung Electronics muss sich bereits in einem neu aufgelegten Prozess wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten.

Die Ermittler verdächtigen das Management von Samsung, illegale Mittel angewandt zu haben, um den Zusammenschluss des Bauunternehmens Samsung C&T mit der Konzerntochter Cheil Industries im Jahr 2015 zu ermöglichen. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Samsung-Gründerfamilie. Lee Jae Yong ist der Sohn des erkrankten und seit Jahren bettlägerigen Ex-Konzernvorsitzenden Lee Kun Hee.

Samsung soll den Wert von Cheil Industries vor der Fusion systematisch aufgebläht haben. Davon soll wiederum Lee Jae Yong als grösster Anteilseigner an Cheil profitiert haben.

Zudem wird wegen Bilanzfälschung durch das Biotechnik-Unternehmen Samsung Biologics ermittelt. Nach einer Untersuchung der Finanzdienstekommission hatte Biologics 2015 den Wert seines Anteils an der Biopharma-Tochter Samsung Bioepis geschönt. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Verstösse ebenfalls im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung beim Konzern stehen.

Schweizer Uhrenexporte sind wegen der Corona-Krise regelrecht eingebrochen.

Schweizer Uhrenexporte sind wegen der Corona-Krise regelrecht eingebrochen. 

Arnd Wiegmann / Reuters

(awp/sda) Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat April nach dem «Lockdown» regelrecht eingebrochen. Bereits in den Monaten Februar und März war der Verkauf von Zeitmessern «Made in Switzerland» deutlich geschrumpft.

Das Volumen der Schweizer Uhrenexporte sackte im April gegenüber dem Vorjahr nominal um 81,3% auf 329 Millionen Franken ab, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag bekanntgab. Real, also preisbereinigt, betrug das Minus gar 82 Prozent.

Der Einbruch war nach Angaben des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH die direkte Folge des Stillstands von Produktion, Vertrieb und Verkauf.

China war das einzige Land, das dem Trend widersetzte. Die dortigen Exporte gingen im April «nur» um 16,1 Prozent auf 110 Millionen Franken zurück. Damit entfiel im vergangenen Monat ein Drittel der Schweizer Uhrenexporte auf China.

Die Swiss Life hat im BVG-Geschäft die Prämieneinnahmen gesteigert.

Die Swiss Life hat im BVG-Geschäft die Prämieneinnahmen gesteigert.

Arnd Wiegmann / Reuters

(awp/sda) Die Swiss Life hat 2019 im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge die Anzahl der Verträge und die Prämieneinnahmen gesteigert. Wegen des Rückzugs von Konkurrentin Axa aus dem Vollversicherungsgeschäft verzeichnete die Swiss Life sowohl bei Vollversicherungs- als auch teilautonomen Lösungen eine stark Nachfrage.

Insgesamt nahmen in der Berichtsperiode die Prämieneinnahmen im BVG-Geschäft mit Unternehmenskunden um 48 % auf 11,5 Milliarden Franken zu. Die massgebenden periodisch wiederkehrenden Prämien, die so genannten periodischen Prämien, stiegen um 10,2% auf 3,66 Milliarden Franken.

Die Anzahl Verträge erhöhte sich um «markante» 6,2 Prozent auf 46'983, wie die Swiss Life am Dienstag in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der BVG-Betriebsrechnung schrieb.

Der starke Anstieg des Prämienvolumens und der Verträge ist primär auf den Rückzug von Mitbewerbers Axa aus dem Vollversicherungsgeschäft zurückzuführen. Die Swiss Life selber hält an ihrer Vollsortimentsstrategie weiter fest. «Die Nachfrage von KMU und Grossunternehmen nach Sicherheit in der beruflichen Vorsorge ist ungebrochen gross. Aus diesem Grund steht die Swiss Life als Marktführerin weiterhin für die Wahlfreiheit in der beruflichen Vorsorge ein», wird Hans-Jakob Stahel, Leiter Unternehmenskundengeschäft, in der Mitteilung zitiert.

Entsprechend bietet der Versicherer den Kunden auch teilautonome Lösungen an. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Neugeschäftsanteil in diesem Segment auf insgesamt 20 Prozent des gesamten Unternehmenskundengeschäfts (2018: 14 Prozent). Per Ende 2019 verzeichnete die Swiss Life bei den teilautonome Versicherungen insgesamt 5'958 Anschlüsse, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von 39 Prozent entspricht.

Tiefer fielen dagegen die Verwaltungskosten aus, die um 4,5 Prozent auf 211 Millionen Franken abnahmen. Dieser Rückgang sei dank konsequenten Effizienzsteigerungsmassnahmen erzielt worden, hiess es weiter.

Dem Überschussfonds wurden 148 Millionen Franken zugewiesen: Im Vorjahr waren es 245 Millionen Franken gewesen. Die Netto-Anlagerendite betrug 2,16 Prozent (VJ 2,22 Prozent). Die Ausschüttungsquote zugunsten der Versicherten blieb mit 94,8 Prozent (VJ 94,2%) stabil. Damit wurden die gesetzlichen Vorgaben erneut erfüllt.

(apa/Reuters) Singapur hat am Dienstag zum dritten Mal in Folge seine Prognose für das Bruttoinlandprodukt des Jahres 2020 herabgestuft. Nach Angaben des Handelsministerium erwartet der Stadtstaat einen Rückgang zwischen -7 bis -4 Prozent.

Dies geschah von zuvor -1 Prozent bis -4 Prozent. Die Wirtschaftstätigkeit fiel im ersten Quartal um 0,7 Prozent im Jahresvergleich, und um 4,7 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal.

Dies geht aus den Daten des Ministeriums vom Dienstag hervor. «Ungeachtet der Herabstufung besteht nach wie vor ein erhebliches Mass an Unsicherheit über die Dauer und schwere des Covid-19-Ausbruchs sowie über den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung», hiess es in einer Erklärung des Handelsministeriums.

Hilfspaket in Planung

Singapur steht vor der tiefsten Rezession seiner 55-jährigen Geschichte: Behörden warnten infolge der Krise vor steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen. Analysten erwarten, dass die handelsabhängige Wirtschaft im zweiten Quartal einen noch grösseren Einbruch erfahren könnte, da aufgrund der zweimonatigen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie die meisten Geschäfte geschlossen waren.

Der Stadtstaat leidet unter einer der höchsten Coronavirus-Infektionszahlen in Asien und kündigte daher nur eine langsame Lockerung der Beschränkungen ab dem kommenden Monat an. Die Regierung hatte im Februar erstmals die Möglichkeit einer Rezession angedeutet, als sie ihre BIP-Prognose für 2020 erstmals gesenkt hatte. Es wird zudem erwartet, dass Singapurs Finanzminister am heutigen Dienstag ein neues, milliardenschweres Wirtschaftspaket vorlegen wird, um die Belastung von Unternehmen und Haushalten durch die Pandemie abzufedern.

Landesbank Baden-Württemberg an der Heilbronner Straße in Stuttgart. Die LBBW ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und Deutschlands größte Landesbank.

Landesbank Baden-Württemberg an der Heilbronner Straße in Stuttgart. Die LBBW ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und Deutschlands größte Landesbank.

Arnulf Hettrich / www.imago-images.de

(Bloomberg) Die Landesbank Baden-Württemberg verkauft ihren Anteil an HSBC Trinkaus & Burkhardt AG in Höhe von von 18,66% an die HSBC Germany Holdings GmbH. Das geht aus einer Mitteilung von HSBC vom späten Montag hervor.

Nach Vollzug dieses Erwerbs, der zeitnah stattfinden soll, wird die HSBC Germany Holdings rund 99,33% des Grundkapitals von HSBC Trinkaus & Burkhardt halten.

Darüber hinaus ist ein Squeeze-Out geplant. Dabei sollen die Aktien der übrigen Aktionäre auf die HSBC Germany Holdings GmbH gegen Gewährung einer Barabfindung übertragen werden. Die Höhe der Barabfindung wird auf Basis eines Wertgutachtens eines Wirtschaftsprüfers festgelegt.

Die EU-Staaten haben sich auf die Details eines milliardenschweren Kreditprogramms der Europäischen Investitionsbank für Unternehmen in der Corona-Krise geeinigt. Damit steht das letzte Element des Anfang April vereinbarten 540-Milliarden-Euro-Pakets mit Corona-Hilfen, wie Eurogruppen-Chef Mario Centeno am Montag bestätigte. Das EIB-Programm selbst soll 200 Milliarden Euro an Investitionen mobilisieren.

«Wir haben in Rekordzeit einen Kompromiss zu den Details der drei Notfall-Instrumente ausgearbeitet, die Arbeiter, Unternehmen und Staaten schützen sollen», erklärte Centeno. Damit würden nationale Hilfen in der Corona-Krise aufgestockt und der EU-Binnenmarkt geschützt. «Das ist eine Investition, die sich für alle lohnen wird.»

Die EU-Finanzminister hatten Anfang April drei sogenannte Sicherheitsnetze vereinbart: Neben dem EIB-Programm sind dies spezielle Kredite aus dem Eurorettungsschirm ESM im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro und das EU-Programm «Sure» mit Kredithilfen für Kurzarbeit im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro.

Die EIB soll mit dem Milliardenprogramm vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Dafür wird eine Garantie der EU-Staaten nötig. Die Details waren bis zuletzt umstritten. Nach der Einigung vom Montag soll die EIB-Spitze am Dienstag das Programm formal absegnen.

Vorerst noch parkiert: Lufthansa-Jets in Berlin.

Vorerst noch parkiert: Lufthansa-Jets in Berlin. 

Oliver Lang / EPA

(dpa) Die Bundesregierung und das Lufthansa-Management haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur grundsätzlich auf milliardenschwere Staatshilfen für die angeschlagene Fluggesellschaft geeinigt. Zustimmen müssten aber noch der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds, die Gremien der Lufthansa sowie die EU-Kommission. Die Einigung sei «im Rahmen» des von der Bundesregierung vorgesehenen Rettungsplans, hiess es am Montag in Regierungskreisen.

Demnach liegt das Volumen der Hilfen bei 9 Milliarden Euro. Der Bund will sich vorerst mit 20% direkt an der Lufthansa beteiligen. Dies läge unterhalb der Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten.

Bundesregierung und Lufthansa verhandeln seit Wochen über Staatshilfen für die Airline. Die Lufthansa war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Der Fluggesellschaft droht das Geld auszugehen. Das Virus mit den folgenden Reisebeschränkungen hatte den globalen Flugverkehr mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Im Lufthansa-Konzern mit rund 138 000 Beschäftigten stehen Zehntausende Arbeitsplätze auf der Kippe.

Die Bundesregierung hatte in der Corona-Krise einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds beschlossen, um sich darüber notfalls an wichtigen Unternehmen beteiligen zu können. Im Lenkungsausschuss sitzen unter anderem Vertreter von Ministerien wie dem Finanzministerium.

Die Corona-Krise hat schwere Folgen für die Industrie: Mikron-Werk in Boudry.

Die Corona-Krise hat schwere Folgen für die Industrie: Mikron-Werk in Boudry.

Christian Beutler / Keystone

(awp/sda) Die Coronakrise hat bei der Schweizer Industrie im ersten Quartal deutliche Spuren hinterlassen. Eine starke Entwicklung im Januar und ein robustes Baugewerbe sorgten im Jahresvergleich noch für ein Plus in der Produktion im sekundären Sektor. Der März wies jedoch einen kräftigen Rückgang aus. Der Umsatz im Quartal ist zum ersten Mal seit drei Jahren wieder zurückgegangen.

Vom Jahresbeginn bis Ende März stieg die Produktion im gesamten sekundären Sektor, der sich aus Industrie und Bau zusammensetzt, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,8 Prozent. Der Umsatz lag jedoch 0,4 Prozent tiefer, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Montag mitteilte. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte die Produktion noch um 1,2 Prozent zum Vorjahr angezogen, die Umsätze um 0,1 Prozent.

Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Effekte hätten auf die Ergebnisse des Februars und März eingewirkt, schrieb das BFS. In der Industrie ist die Produktion im Januar um 3,0 Prozent gestiegen und auch im Februar resultierte noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Im März betrug das Produktionsminus jedoch 1,9 Prozent.

Bei den Umsätzen setzte der Pandemie-Effekt schneller ein. Während der Januar hier noch ein Plus von 0,7 Prozent aufwies, lagen die Umsätze im Februar und März um 1,9 bzw. 4,4 Prozent tiefer. Der Quartalswert Industrie lag 1,3 Prozent unter Vorjahr.

Im Baugewerbe ist die Produktion um 4,1 Prozent gestiegen. Dabei lag der Hochbau 0,5 Prozent tiefer, während der Tiefbau um 5,7 Prozent zulegte. Beim sonstigen Baugewerbe nahm die Produktion um 6,4 Prozent zu.

Der Umsatz hat derweil beim Baugewerbe im Quartal um 4,0 Prozent zugenommen. Im Hochbau betrug das Plus 1,2 Prozent, im Tiefbau 6,2 Prozent und im sonstigen Baugewerbe 6,0 Prozent.

(awp/sda/reu) Bayer hat laut einem Agenturbericht eine Einigung über einen grossen Teil der US-Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat erzielt. Der Konzern habe eine mündliche Vereinbarung zur Beilegung von geschätzt 50'000 bis 85'000 Klagen getroffen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Einige Anwälte seien noch nicht bereit, einzulenken. Die Zahlungen für die beigelegten Fälle dürften je zwischen einigen Tausend Dollar und einigen Millionen Dollar liegen.

Noch sei aber keine Vereinbarung unterschrieben worden und der Aufsichtsrat von Bayer müsse auch noch zustimmen. Im Juni werde der Konzern die Einigung voraussichtlich bekanntgeben.

Bayer-Aktien legten nach dem Bericht um fast 7% auf 61,58 Euro zu. In den USA sah sich der Konzern zuletzt mit rund 52 500 Klägern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Ein Unternehmenssprecher erklärte, Bayer habe in den Mediationsgesprächen Fortschritte erzielt.

«Aber dieser Prozess bleibt auch weiterhin vertraulich. Daher wird das Unternehmen nicht über Ergebnisse oder den Zeitpunkt eines Vergleichs spekulieren.» Der Konzern werde eine Lösung dann in Betracht ziehen, wenn diese wirtschaftlich sinnvoll und so strukturiert sei, dass künftige Rechtsstreitigkeiten zu einem Abschluss gebracht werden, bekräftigte er.

Bloomberg berichtete von geschätzt 125 000 Klagen in den USA, Bayer teilte aber mit, dass diese Zahl eine beträchtliche Anzahl potenzieller Kläger umfasst, deren Klagen noch nicht eingereicht oder zugestellt wurden. Der Konzern gehe aber davon aus, dass die Zahl der Glyphosat-Klagen weiter steigen wird.

Der US-Staranwalt Ken Feinberg versucht seit Monaten, eine aussergerichtliche Einigung zwischen Bayer und den US-Klägern zu erreichen, die den Konzern nach Einschätzung von Analytikern zwischen 8 und 12 Milliarden Dollar kosten könnte.

Die Klagewelle hat sich der Konzern mit dem 63 Milliarden Dollar schweren Kauf des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Ende August rechnet Vorstandschef Werner Baumann mit einer Entscheidung im ersten Berufungsverfahren in den USA.

Wie Bloomberg weiter unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen berichtete, will Bayer acht Milliarden Dollar für die Lösung aller aktuellen Fälle bereitstellen. Weitere zwei Milliarden Dollar sollen für künftige Klagen auf die Seite gelegt werden. Der Unkrautvernichter Roundup soll in den USA weiter für den Einsatz in Gärten und landwirtschaftlichen Betreiben ohne Sicherheitshinweis verkauft werden.

Das sei überraschend, sagte Analyst Markus Mayer von Baader Helvea. Er von einem Verkaufsverbot an Privatanwender ausgegangen. Die Kanzleien sollen sich dem Bericht zufolge zudem dazu verpflichten, künftig nicht mehr um neue Kunden zu werben und neue Kläger anzunehmen. Reuters hatte bereits im Februar berichtet, dass Bayer einem Insider zufolge eine Art Stillhalte-Abkommen mit den Anwälten anstrebt, die die US-Kläger vertreten. Die Kanzleien sollen auf Werbeanzeigen verzichten, um in Sachen Glyphosat auf Kundenfang zu gehen.

Normalerweise führen Vergleiche bei Klagen wegen Arzneien oder Verbrauchsgegenständen dazu, dass die Produkte mit einem Warnhinweis versehen oder ganz vom Markt genommen werden. Das verhindert weitere Klagen in der Zukunft und macht die Kosten und Risiken vorhersehbar.

Doch beides ist für Bayer keine Option: Die glyphosathaltigen Roundup-Produkte, die sich das Unternehmen für Milliarden durch die Übernahme von Monsanto eingekauft hat, sollen auf dem Markt bleiben. Sie spielen eine zu wichtige Rolle in der Produktpalette. Und Warnhinweise vor möglichen Krebsgefahren hatte die US-Umweltbehörde EPA selbst verboten, da dies nach ihrer Einschätzung eine falsche Behauptung ist.

(sda) Die nationale Netzwerkgesellschaft Swissgrid hat im Kanton Aargau früher als geplant eine erdverkabelte Hochspannungsleitung in Betrieb genommen. Der 1,3 Kilometer lange Abschnitt zwischen Beznau und Birr ist eine landesweite Premiere.

Die Arbeiten am Erdkabelabschnitt am «Gäbihubel» im Raum Bözberg/Riniken waren im August 2018 aufgenommen worden und hätten ursprünglich in rund einem Jahr in Betrieb genommen werden sollen. Nun fliesst jedoch schon seit vergangenem Dienstag Strom durch die in den Boden verlegte 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung, wie Swissgrid am Montag mitteilte.

Sechs mal teurer als Freileitung

Die Bauarbeiten konnten unter anderem dank günstiger Witterung rascher als geplant ausgeführt werden. Nun wird statt wie zunächst geplant 2021 noch in diesem Monat mit dem Rückbau der alten 220-Kilovolt-Freileitung begonnen. Dabei werden auch 19 Masten demontiert. Diese waren auf dem 5,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Rüfenach und Habsburg durch 14 neue Masten ersetzt worden.

Swissgrid beziffert die Kosten für den Erdkabelabschnitt mitsamt zwei Übergangsbauwerken auf rund 20,4 Millionen Franken. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet sei die Erdkabelstrecke rund sechs mal teurer als eine Freileitung, hält die Netzgesellschaft fest.

Das nunmehr auf eine Spannung von 380 Kilovolt ausgebaute Teilstück mit einer Länge von insgesamt 6,5 Kilometern war bisher ein Engpass in der Hochspannungsverbindung zwischen Beznau und Mettlen (LU). Diese sichere die Energieverteilung und die Versorgungssicherheit im Raum Zürich, in der Zentralschweiz und im Mittelland, hält Swissgrid fest.

Entscheid des Bundesgerichts

Das Projekt für die Erdverkabelung kam erst nach einem juristischen Kampf zustande. 2011 hatte das Bundesgericht entschieden, dass in Bözberg ein Projekt für eine Teilverkabelung ausgearbeitet werden muss. Die Verlegung von Kabelanlagen unter die Erde könne sich auch aufdrängen, um eine Landschaft von mittlerer und lokaler Bedeutung zu erhalten.

Im Juli 2016 gab das Bundesamt für Energie grünes Licht für das konkrete Bauvorhaben. Für dieses hatte Swissgrid in Abstimmung mit den Behörden und Fachstellen ein wissenschaftliches Programm ausgearbeitet. Dabei werden etwa der Temperaturverlauf im Erdreich und die Biodiversität im Boden untersucht.

(dpa) Export, Privatkonsum und Unternehmensinvestitionen brechen in der Corona-Krise ein: Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten. Noch schlechter dürfte das zweite Quartal ausfallen.

Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung. Obwohl die Ausbreitung des neuartigen Virus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar nicht wesentlich beeinträchtigte, «seien die Auswirkungen der Pandemie damit bereits für das erste Quartal 2020 gravierend», erklärten die Statistiker.

Die Schliessung zahlreicher Geschäfte ab Mitte März zur Eindämmung der Pandemie bremste den Privatkonsum. Die Konsumausgaben der Verbraucher brachen im ersten Vierteljahr um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur und macht gut die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Der Export von Waren und Dienstleistungen verringerte sich im ersten Quartal um 3,1 Prozent.

Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen (minus 6,9 Prozent). Gestiegene Bauinvestitionen (plus 4,1 Prozent) und Konsumausgaben des Staates (plus 0,2 Prozent) verhinderten einen noch stärkeren Absturz.

Im März hatte sich die Pandemie in Europa ausgebreitet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte brachten das Wirtschaftsleben in grossen Teilen zum Erliegen. Bereits im Schlussquartal 2019 war die deutsche Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurückgegangen. Sinkt das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer «technischen Rezession».

Noch heftiger werden die Folgen der Krise nach Einschätzung von Ökonomen im zweiten Vierteljahr sein. «Die Wirtschaftsleistung dürfte nochmals erheblich niedriger ausfallen als im Durchschnitt des schon gedrückten ersten Vierteljahres», hiess es im jüngsten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank. Diverse Prognosen im Markt gehen von einem Einbruch des deutschen BIP um bis zu 14 Prozent aus.

Für das Gesamtjahr rechnete die Bundesregierung zuletzt mit der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Wirtschaftsleistung der grössten Volkswirtschaft Europas dürfte demnach um 6,3 Prozent schrumpfen, obwohl es im zweiten Halbjahr wieder aufwärts gehen soll. In der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das BIP um 5,7 Prozent gesunken.

Ökonomen und Verbände erwarten teilweise einen noch tieferen Einbruch. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befürchtet nach seiner jüngster Prognose einen BIP-Rückgang von zehn Prozent im Gesamtjahr. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einem Minus von 7,1 Prozent.

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm beschliessen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Zuge der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen anzukurbeln. In der schwarz-roten Koalition wird aber um die richtigen Inhalte sowie die Kosten gestritten.

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