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Indien: Zahl der Toten durch religiöse Gewalt in Indien erhöht sich auf 33

Auslöser der Unruhen waren Kundgebungen für und gegen die Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes, die nach Ansicht von Kritikern Muslime diskriminiert. Seine Klinik habe 30 Tote registriert, sagte der Leiter des Guru-Teg-Bahadur-Spitals, Sunil Kumar, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Alle seien an den Folgen von Schussverletzungen gestorben.

Drei weitere Menschen starben im Spital Lok Nayak, wie dessen Direktor mitteilte. Seinen Angaben zufolge schweben zehn Menschen noch in Lebensgefahr. Zuletzt war von insgesamt 20 Toten die Rede gewesen. Bei den Ausschreitungen zu Wochenbeginn waren mehr als 200 weitere Menschen verletzt worden.

Demonstrationen für und gegen das geplante Staatsbürgerschaftsgesetz schlugen nach kurzer Zeit in Strassenschlachten zwischen Hindus und Muslimen um. Mit Schwertern und Pistolen bewaffnete Gruppen setzten tausende Gebäude und Fahrzeuge in Brand. Mehrere Wohnhäuser, Geschäfte sowie zwei Moscheen, zwei Schulen, ein Reifenmarkt und eine Tankstelle wurden zerstört.

Die umstrittene Gesetzesreform ermöglicht den Angehörigen religiöser Minderheiten aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan, die vor 2015 ohne gültige Papiere ins Land kamen, eine vereinfachte Einbürgerung. Muslime sind jedoch davon ausgeschlossen. Seit der Verabschiedung des Gesetzes durch das Oberhaus im vergangenen Dezember gibt es immer wieder Proteste.

Die Ausschreitungen hatten auch den Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Indien überschattet. Die von der demokratischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi benannte Beauftragte für Religionsfreiheit, Anurima Bhargava, zeigte sich am Mittwoch besorgt über Berichte, wonach die indische Polizei nicht eingegriffen habe, als Muslime attackiert worden seien.

Auf die Ausschreitungen angesprochen, sagte Trump vor Journalisten in Neu Delhi, dabei handle es sich um eine inner-indische Angelegenheit. Der US-Präsident lobte zudem das «unglaubliche» Bekenntnis des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi zur Religionsfreiheit.