Switzerland

In Monaco ereignet sich eine Sternstunde der Leichtathletik: Joshua Cheptegei läuft die 5000 m in der Weltrekordzeit von 12:35,36


Joshua Cheptegei unterbietet am Diamond-League-Meeting in Monaco den 16 Jahre alten Weltrekord über 5000 m. Und die Schweizer Sprinterin Ajla del Ponte gewinnt überraschend das Rennen über 100 m.

Läuft in Monaco einen Fabelweltrekord über 5000 m: der Ugander Joshua Cheptegei.

Läuft in Monaco einen Fabelweltrekord über 5000 m: der Ugander Joshua Cheptegei.

Valery Hache / EPA

Es war ein Rekord mit Ankündigung, aber konnte man diese Ansage wirklich ernst nehmen? Joshua Cheptegei wurde 2019 Weltmeister über 5000 m, er ist erst 23 Jahre alt und zweifellos ein grosses Talent. Aber als er vom Rekord sprach, lag seine Bestzeit bei 12:57,41 und damit fast exakt 20 Sekunden über dem Referenzwert von Kenenisa Bekele. Der Äthiopier war die Zeit im Jahr 2004 gelaufen: Eine Leistung der Extraklasse, an die 16 Jahre lang kein Athlet auch nur annähernd herankam.

Doch in Monaco zeigte der Ugander Cheptegei vom ersten Meter seines Rennens an, dass er nicht zu viel versprochen hat. Er lief wie ein Uhrwerk, auf den zwölfeinhalb Runden war nie die geringste Schwäche zu erkennen. Als er auf dem letzten Kilometer dem Rekord entgegenflog, überrundete er den Genfer Julien Wanders, der ihm Platz liess und ihn dann begeistert anfeuerte. Cheptegei zog seinen Lauf souverän durch, er musste am Ende nicht einmal kämpfen, um den Weltrekord zu brechen, sondern er unterbot ihn in 12:35,36 um zwei Sekunden. Bekele hätte in einem virtuellen Rennen rund 15 Meter Rückstand gehabt.

Cheptegeis Leistung ist eine Sternstunde der Leichtathletik, und sie rückt eine Spezialität wieder in den Fokus, die jahrelang unter mangelnder Beachtung litt: den Langstreckenlauf auf der Bahn. Zwar gab es zuletzt den Briten Mo Farah, der an grossen Meisterschaften mit den Konkurrenten spielte, doch an den Meetings trat er nur selten auf, und es fehlten generell die grossen Affichen. Die Athleten hinter Farah waren austauschbar, kaum jemand konnte sich ihre Namen oder Gesichter merken. So war Bekeles Rekord lange Zeit eine Art nostalgisches Souvenir an die letzte grosse Epoche dieser Disziplin.

In den 1990er Jahren und nach der Jahrtausendwende begeisterten die als Wunderläufer gefeierten Äthiopier Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele das Publikum. Läufe über 5000 und sogar 10 000 m mit ihnen waren Attraktionen, die Organisatoren bezahlten den beiden Antrittsgelder, von denen Bahnläufer derzeit nur träumen können. Heute muss der Rhythmus an den Leichtathletik-Veranstaltungen hoch sein, schon zwölfeinhalb Minuten sind den Zuschauern zu viel. Die reguläre Diamond-League-Disziplin der Läufer ist seit diesem Jahr der 3000-m-Lauf.

Ob Cheptegei das ändern kann? Der Ugander hat zweifellos das Talent, den Bahnlauf auf längere Zeit zu prägen. Allerdings könnte es auch für ihn lukrativer sein, regelmässig über 3000 m zu starten als nur hin und wieder über die 5000 m. Wilde Ritte wie am Freitag in Monaco kosten Substanz, man kann sie nicht alle 14 Tage reproduzieren. Der Ugander hat bewusst die Gunst der Stunde genutzt. Im Corona-Jahr 2020 wird es nur ganz wenige Meetings auf höchstem Niveau geben, und Monaco ist bekannt für warmes Wetter und eine schnelle Bahn. In den vergangenen Jahren wurden hier in den Mittel- und Langstrecken immer wieder exzellente Zeiten gelaufen.

Der Weltmeister Cheptegei blieb nach dem Ausbruch der Pandemie in seiner Heimat und arbeitete konsequent am Grundspeed. In Monaco sagte er, dass er jüngst in Kampala einen Testlauf über 3200 m absolviert habe. Seine Durchgangszeit bei 3000 m sei 7:40 gewesen, und das bei einer leichten Höhenlage von 1200 Metern über Meer. Zum Vergleich: Der Weltrekord über 3000 m liegt bei 7:20,67. Cheptegei sagte, nach dem Test sei er sicher gewesen, dass er in Monaco Rekord laufen werde.

Ajla Del Ponte weiss am Diamond-League-Meeting in Monaco zu überzeugen: Sie gewinnt das Rennen über 100 Meter in 11,16 Sekunden.

Ajla Del Ponte weiss am Diamond-League-Meeting in Monaco zu überzeugen: Sie gewinnt das Rennen über 100 Meter in 11,16 Sekunden.

Matthias Hangst / EPA

Das erste richtige Diamond-League-Meeting der Saison brachte auch sonst einige herausragende Leistungen. So lief der Norweger Jakob Ingebrigtsen über 1500 m in 3:28,68 Europarekord, und Armand Duplantis flog im Stabhochsprung über 6 Meter. Auch eine Schweizerin erlebte einen grossen Moment: Ajla Del Ponte gewann in 11,16 den Sprint über 100 m. Selbst wenn die Weltelite nicht vollzählig am Start war und insbesondere die derzeit herausragenden Jamaicanerinnen fehlten, ist Del Pontes Leistung beachtlich. Sie trat erstmals auf diesem Niveau an und bestätigte selbstbewusst ihre zuvor in der Schweiz quasi ohne gleichwertige Konkurrenz gelaufenen Zeiten.

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