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In Frankreich steigt die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 auf insgesamt 3523, Spanien verzeichnet mit 849 Todesfällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Mehr als 39 500 Personen sind bisher nach einer Coronavirus-Infizierung gestorben, mehr als 809 000 sind insgesamt positiv auf das Virus getestet worden. Fast alle Länder der Welt sind betroffen.

NZZ-Redaktion

Das Wichtigste in Kürze

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So schützt man sich und andere: Wir erklären es in unserem Video.

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Lage weltweit:

Lage in Europa:

  • Im Streit über eine gemeinsame Schuldenaufnahme in Europa haben sich italienische Politiker direkt an die Deutschen gewandt und um Zustimmung für Corona-Bonds geworben. In einer ganzseitigen Anzeige in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» schrieben sie am Dienstag (31. 3.), es gehe nicht um die Vergemeinschaftung der öffentlichen Altschulden, sondern um ausreichende Mittel für einen grossen europäischen Rettungsplan. Der Streit über Corona-Bonds entzweit die EU-Staaten. Italien, Spanien, Frankreich und andere Staaten fordern sie vehement, während sich Deutschland, die Niederlande, Österreich und andere sperren. Da sich die Staats- und Regierungschefs nicht einigen konnten, soll nun die Euro-Gruppe neue Vorschläge erarbeiten. Der Vorsitzende Mario Centeno hat sie für den 7. April angekündigt.
  • Angelo De Donatis, der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 66-Jährige habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montag (30. 3.) mit. Papst Franziskus habe mit De Donatis in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt.
  • In Italien gibt es weniger Leute, die sich mit dem Virus anstecken. Rund 102 000 Personen waren am Montag (30. 3.) mit dem Coronavirus infiziert, 4050 mehr als am Vortag. Dies ist der kleinste Zuwachs innert 24 Stunden seit 13 Tagen. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 812 auf 11 591, die höchste Zahl weltweit. Am Dienstag (31. 3.) teilte Italiens Oberstes Gesundheitsinstitut mit, die Epidemiekurve stabilisiere sich. 

Über 100 000 Fälle in Italien

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Italien, nach Status der Patienten (in Tausend)

  • In Frankreich sind innert 24 Stunden weitere 499 Personen an dem Coronavirus gestorben. Mit diesem neuen Höchstwert stieg die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 3523, wie der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, am Dienstag (31. 3.) mitteilte. Fast 22 800 Infizierte werden derzeit in Spitälern behandelt. Innerhalb der EU ist Frankreich eines der vom Virus am stärksten betroffenen Länder. Seit dem 17. März gilt eine strenge Ausgangssperre, die derweil bis zum 15. April verlängert wurde.
  • In Österreich müssen die Menschen künftig beim Einkaufen  eine Schutzmaske tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag (30. 3.) mit. Die Massnahme tritt voraussichtlich am Mittwoch in Kraft, die Masken sollen direkt vor den Supermärkten ausgegeben werden. Am Dienstag (31. 3.) waren 9618 Personen infiziert, 108 sind verstorben.
  • In Grossbritannien sind innert 24 Stunden 381 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das ist die bisher mit Abstand höchste Opferzahl für einen Tag, was auf eine beschleunigte Ausbreitung des Virus hindeutet. Insgesamt wurden bisher 1789 Todesfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag (31. 3.) mitteilte. Die Zahl der Infizierten stieg um mehr als 3000 auf 25 150 an.
  • In Spanien ist mit 849 Todesopfern binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus stieg damit auf 8189, wie die Regierung am Dienstag (31. 3.) mitteilte. Weitere 9222 Personen infizierten sich neu mit dem Virus. Damit verzeichnet das Land jetzt 94 417 bestätigte Infektionen. Spanien weist nach Italien die weltweit höchste Zahl an Todesopfern durch die Pandemie auf.
  • Dänemark könnte bereits Mitte April schrittweise von seinen strikten und früh ergriffenen Massnahmen abrücken. Wenn sich die positive Entwicklung fortsetze und die Dänen sich weiter so vernünftig verhielten, werde die Regierung das Land nach Ostern Schritt für Schritt wieder öffnen, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montag (30. 3.). Am Dienstag (31. 3.) sind 2755 Infizierte gemeldet, 77 Menschen sind gestorben.
  • Die Niederlande haben die verhängten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Epidemie bis zum 28. April verlängert. Das teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag (31. 3.) mit. Ursprünglich sollten die vor etwa zwei Wochen verhängten Massnahmen bis zum 6. April gelten. In den Niederlanden sind 1039 Personen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Offiziell wurden 12 595 Fälle registriert.
  • In Griechenland steht ein Passagierschiff mit mehr als 380 Personen an Bord unter Quarantäne. Rund 20 Passagiere waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die «Eleftherios Venizelos», die von der Türkei auf dem Weg nach Spanien war, wurde im Hafen von Piräus bei Athen unter Quarantäne gestellt, wie die Hafenpolizei am Dienstag (31. 3.) mitteilte. 
  • In der Türkei sind binnen eines Tages 46 Personen am Coronavirus verstorben. Das teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstag (31. 3.) mit. Damit stieg die Gesamtzahl der offiziell erfassten Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 in dem Land auf 214. Die offizielle Zahl der Infizierten lag bei 13 531 – 2704 mehr als am Vortag.
  • Rumänien sperrt die im Nordosten gelegene Stadt Suceava und acht benachbarte Dörfer, weil dort mehr als ein Viertel aller Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten sind. Das beschloss die Regierung am Montagabend (30. 3.). Von den landesweit 2109 Patienten, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind, leben 593 in der Kreishauptstadt Suceava
  • Im Kriegsgebiet Luhansk im Osten der Ukraine haben die Behörden der Separatisten erstmals eine Infektion mit dem gefährlichen Coronavirus bestätigt. Internationale Hilfsorganisationen befürchten bei einer Ausbreitung des Coronavirus in dem Kriegsgebiet eine humanitäre Katastrophe.

Das Coronavirus beherrscht Europa

Nationale Regelungen

Das Coronavirus beherrscht Europa - Nationale Regelungen
Das Gesundheitspersonal klatscht mit, als die Nachbarn des Krankenhauses Dos de Mayo am 30. März 2020 in Barcelona, Spanien, am landesweiten täglichen Dankbarkeitsapplaus teilnehmen.

Das Gesundheitspersonal klatscht mit, als die Nachbarn des Krankenhauses Dos de Mayo am 30. März 2020 in Barcelona, Spanien, am landesweiten täglichen Dankbarkeitsapplaus teilnehmen.

Quique Garcia / EPA

Lage in Nord-, Mittel- und Südamerika:

Zwei Leichen auf Krankenhausschragen liegen in einem mobilen Leichenschauhaus, das aus Platzmangel ausserhalb des Krankenhauses Brooklyn Hospital Center in Brooklyn, New York, eingerichtet worden ist.

Zwei Leichen auf Krankenhausschragen liegen in einem mobilen Leichenschauhaus, das aus Platzmangel ausserhalb des Krankenhauses Brooklyn Hospital Center in Brooklyn, New York, eingerichtet worden ist.

Justin Lane / EPA

Lage in Asien:

  • China meldet 1541 Infizierte ohne Symptome. Nach zunehmender Kritik hat das Land angekündigt, die Zählweise seiner Infizierten zu ändern. Ab Mittwoch (1. 4.) sollen asymptomatische Fälle auch in der täglichen Statistik der Neuinfektionen aufgeführt werden. Bisher hatte China nachweislich Infizierte, die aber keine Symptome zeigten, nicht bei den neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet. Seit Wochen gibt es in der Volksrepublik nach offiziellen Angaben kaum noch inländische Infektionen. Dafür steigt die Zahl sogenannter importierter Fälle. Allein am Dienstag wurden 48 Erkrankungen bei Personen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Im Land wurden bisher insgesamt 82 223 Infektionen registriert, 3309 Personen starben, 76 192 haben sich von der Krankheit erholt. 
  • Die Zahl der Neuinfektionen in Südkorea steigt wieder auf mehr als 100. Das Land meldete am Dienstag (31. 3.) 125 neue Infektionsfälle. Bisher sind in dem Land 9786 Menschen positiv getestet worden. Seit Tagen verzeichnet Südkorea bei neuen Infektionsfällen einen stetigen Wechsel von an- und absteigenden Zahlen. Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen von Infektionen sowie eine zunehmende Zahl «importierter» Fälle. 
  • In Iran ist die Zahl der Toten auf 2 898 Personen (31. 3.) gestiegen. Im ganzen Land haben sich bisher über 44 606 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich wegen eines Corona-Falls in seinem Büro nun doch vorsorglich in Quarantäne begeben. Zuvor war Netanyahus Beraterin für streng religiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Erste Coronavirus-Tests bei dem 70-jährigen Regierungschef, seiner Familie und seinen übrigen Mitarbeitern fielen, wie am Montagabend (30. 3.) bekannt wurde, negativ aus. In Israel wurden bisher rund 4700 Corona-Infektionen registriert, 16 Infizierte starben. Zehntausende Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Anteil der Genesenen im Iran steigt

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Iran, nach Status der Patienten (in Tausend)

Lage in Afrika:

Lage in Australien und Ozeanien:

Die weltweit bestätigten Erkrankungen steigen weiter stark

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

Das Wichtigste im Detail

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Experten gehen davon aus, dass sich bereits im November die ersten Personen infiziert haben könnten.

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan genommen haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Viele Nationen melden täglich steigende Zahlen an neu diagnostizierten Covid-19-Erkrankungen und ergreifen Massnahmen, die das öffentliche Leben einschränken.

Asien

In China und Südkorea, die als erste Länder sehr stark betroffen waren, ist die Infektionsrate gedrosselt. Beide Länder haben früh reagiert und zum Teil ganze Städte abgeriegelt. Trotz zuletzt positiver Meldungen ist die Krise in den beiden Ländern noch nicht ausgestanden.

Insbesondere in China steigen die Sorgen wegen der wachsenden Zahl von aus dem Ausland importierten Infektionen. Ab dem 28. März dürfen mit Ausnahme von Diplomaten keine Ausländer mehr nach China einreisen, selbst wenn sie im Besitz eines Visums oder einer Aufenthaltsgenehmigung sind. In der von Covid-19 besonders schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei sind am 25. März die Reisebeschränkungen grösstenteils aufgehoben worden. Eine Ausnahme bildet die Provinzhauptstadt Wuhan, die seit dem 23. Januar abgeriegelt ist. Ihre Bewohner dürfen sich voraussichtlich ab dem 8. April wieder frei bewegen.

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Taiwan, Indonesien, Vietnam, Hongkong, Macau, Singapur, Malaysia und Thailand haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen. Wer in Singapur gegen die Regeln des Social Distancing verstösst, muss Bussen von bis zu 7000 Dollar zahlen, bis zu sechs Monate im Gefängnis sitzen – oder beides. In Hongkong wurden Versammlungen mit mehr als vier Personen untersagt.

In Japan sind die Fallzahlen relativ niedrig, allerdings lässt das Gesundheitsministerium nur wenig testen. Die Dunkelziffer dürfte relativ hoch sein. Nachdem die nördliche Insel Hokkaido zu Beginn der Krise mit Massnahmen und Appellen reagierte, ziehen nun Osaka und die japanische Hauptstadt Tokio nach. Gouverneurin Yuriko Koike appellierte am 25. März an die Bevölkerung, am letzten März-Wochenende zu Hause zu bleiben. Wegen der Kirschblüte zieht es dieser Tage viele Japaner in die Parks.

Iran ist eines der am stärksten von Pandemie betroffenen Länder weltweit, wobei europäische Länder inzwischen höhere Infektionsraten aufweisen. Innerhalb des Landes gilt ein Reiseverbot. Die Spitäler sind überlastet. Mehrere Nachbarländer haben Hilfe geschickt, sogar die Vereinigten Arabischen Emiraten. Nur die USA halten an ihrem harten Kurs gegenüber Teheran fest. 

In Afghanistan fehlt es an Material und Betten, um Kranke zu versorgen. Die Regierung rechnet mit Zehntausenden von Toten und dass sich insgesamt 80 Prozent der Bevölkerung anstecken werden. Fast 200 000 Afghanen sind laut der Internationalen Organisation für Migration aus Iran zurückgekehrt – nur wenige Hundert wurden getestet.

In Indien hat Premierminister Modi am 24. März eine komplette Ausgangssperre angeordnet, die während 21 Tagen Bestand haben soll. Die Zahl der Fälle war bis dahin niedrig gewesen – was auch damit zusammenhängt, dass nur wenige Tests durchgeführt werden.

Im benachbarten Jordanien und in den Palästinensergebieten gilt eine Ausgangssperre; ausserdem sind die Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen und Flüge gestoppt. 

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben alle Einkaufszentren und Restaurants geschlossen und rufen zur Selbstisolation auf. Zudem wurde eine komplette Schliessung der Flughäfen für zwei Wochen beschlossen. Zuvor hatte die Fluggesellschaft Emirates die Einstellung der meisten ihrer Passagierflüge ab Mittwoch (25. 3.) angekündigt. Saudiarabien reagiert mit ähnlichen Massnahmen.

Kundenservice aus dem Home-Office: Diese Frau in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, vermisst den Kontakt mit ihren Arbeitskollegen.

Kundenservice aus dem Home-Office: Diese Frau in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, vermisst den Kontakt mit ihren Arbeitskollegen. 

Mahmoud Khaled / EPA

Europa

Die EU hat die Aussengrenzen geschlossen. Vorerst für dreissig Tage dürfen Bürger aus Drittländern nicht mehr in EU-Staaten, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island und Grossbritannien einreisen, es sei denn, sie haben einen «dringenden Grund» dafür. Innerhalb der EU kontrollieren mehr als ein Dutzend europäische Länder die Grenzen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum. Nur Staatsbürger oder Personen, die in einem Land arbeiten, sollen einreisen dürfen. Die einzelnen Regelungen der Staaten sind jedoch unterschiedlich.

In Europa begannen am Montag (23. 3.) klinische Tests von vier experimentellen Behandlungsmethoden. In Spitälern in Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und Grossbritannien werden die Medikamente Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin getestet.

Massnahmen innerhalb der Länder

Auch innerhalb der Landesgrenzen wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt: In Italien, dem in Europa am stärksten betroffenen Land, gilt eine Ausgangssperre. Die Einwohner sollen zu Hause bleiben, nur noch Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Kioske und Tankstellen sind offen. Italien hat auch seine gesamte nicht lebensnotwendige Produktion bis zum 3. April gestoppt. Durch die Massnahmen sei die Verbrechensrate in den ersten drei Märzwochen im Vergleich zum Vorjahr um über 64 Prozent gesunken, meldete das Land (27. 3.). Auch Spanien spricht vom selben Effekt. Wie viele seiner Nachbarländer, hat auch Spanien seine Ausgangssperre verlängert.

Österreich, Dänemark, Belgien, Grossbritannien, Griechenland, Frankreich, Serbien und Rumänien folgen zu grossen Teilen Italiens Beispiel. Mancherorts setzt die Polizei mit Drohnen und Nutzerdaten von Mobiltelefonen die Ausgangssperre durch.

In Grossbritannien nimmt die Zahl der Infizierten zu – dazu gehören Premierminister Boris Johnson, der milde Symptome aufzeigt und in Selbstisolation arbeitet, sein einflussreicher Berater Dominic Cummings, Gesundheitsminister Matt Hancock und der oberste medizinische Berater, Chris Whitty. Prinz Charles hat sich von seiner Corona-Erkrankung gut erholt. Bis Anfang März hatten sich die Massnahmen der Regierung auf den Ratschlag beschränkt, sich häufig und gründlich die Hände zu waschen. Erst am Montag (23. 3.) verhängte die Regierung eine Ausgangssperre. Die Anzahl der Pflegebetten wurde stark aufgestockt, jedoch fehlen viele Pflegekräfte, da sie selbst erkrankt sind. Lediglich 8000 Beatmungsgeräte stehen zur Verfügung. Zwar hat die Regierung 10 000 weitere bestellt, doch ist fraglich, bis wann sie diese erhält und ob sie ausreichen werden. Auch in Irland steigt die Zahl der Infizierten, weshalb die Regierung bis 12. April eine Ausgangssperre verhängt und alle nicht-lebensnotwendigen Geschäfte geschlossen hat.

In der Türkei gilt eine Ausgangssperre für Personen ab 65 Jahren sowie für chronisch Kranke – den Rest seiner Landsleute rief Präsident Recep Tayyip Erdogan zur freiwilligen Quarantäne auf. Erwerbslose in der Millionenmetropole Istanbul erhalten kostenlose Lebensmittel.

Israel hat seine Grenzen für Ausländer geschlossen. Zudem wurden strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. So dürfen sich die Menschen nur in einem Radius von bis zu 100 Metern von ihrem Zuhause entfernen. Ausnahmen sind unter anderem Arbeitseinsätze, Lebensmitteleinkäufe und ärztliche Behandlungen. Ausserdem schloss das Land die Grabeskirche, eine der heiligsten Stätten des Christentums.

In Slowenien dürfen die Einwohner ihre Gemeinde nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zu einem Arzt müssen. Zudem muss jeder, der  sich in einem öffentlichen Raum aufhält, also ein Geschäft betritt oder einen Park durchquert, Schutzhandschuhe tragen und Mund und Nase mit einer Maske oder einem Schal bedecken. Schulen sind bis auf weiteres geschlossen. Ältere Menschen dürfen nur zwischen 8 und 10 Uhr morgens einkaufen.

In Deutschland, Polen und der Ukraine gilt ein Kontaktverbot. Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind nicht mehr erlaubt. Ausserdem haben die beiden Länder ihre Grenzen vorübergehend geschlossen. Finnland hat die bevölkerungsreiche Region Uusimaa mit Helsinki als Zentrum bis Mitte Mai unter Quarantäne gestellt. Dort konzentriert sich rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

In Ungarn nutzt Ministerpräsident Viktor Orban, der die Gefahr zunächst herunterspielte, nun die Corona-Krise für seine Zwecke. Das ostmitteleuropäische Land steht bereits seit dem 11. März unter einer temporären Notstandsregelung. Ein Gesetzesentwurf sieht nun vor, dass die Regierung eine unbegrenzte Zeit per Dekret regieren könnte. Die Gewaltenteilung wird faktisch ausgesetzt.

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen ab Montag (30.3.) grosse Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet.

Verbreitung des Coronavirus mit und ohne Social Distancing

Ein Rechenbeispiel in 6 Schritten

Wo in Europa ist die Situation am schlimmsten?

Schwer betroffen ist Italien, in der Lombardei ist die Lage am dramatischsten. Das Gesundheitspersonal berichtet von überlasteten Spitälern.

In absoluten Zahlen ist Spanien das am zweitmeisten betroffene europäische Land, dort bereitet auch die Dynamik der Neuansteckungen Sorge, ähnlich wie in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz: Hier verdoppeln sich die Fälle innerhalb von wenigen Tagen. Bleibt diese Rate konstant, sprechen Experten von einem exponentiellen Wachstum. Das bedeutet, dass sich die Zahl der Infizierten in regelmässigen Zeitabschnitten um denselben Faktor erhöht.

Inzwischen sind sowohl in Italien als auch in Spanien mehr Personen am Coronavirus gestorben als in China.

Spanien und die Schweiz sind pro Kopf am stärksten betroffen

Bestätigte Covid-19-Erkrankungen auf 100 000 Einwohner, nach Land*

stark gebremste oder gestoppte Ausbreitung**

050100150200SpanienSchweizItalienÖsterreichBelgienNorwegenDeutschlandNiederlandeFrankreichPortugalIrlandEstlandIsraelIranUSADänemarkSchwedenSlowenienGrossbritannienBahrainTschechien

Afrika

Südafrika, Rwanda, Simbabwe, Lesotho, Algerien und Ägypten haben Ausgangssperren verhängt. Zahlreiche Geschäfte müssen schliessen. Die Einwohner dürfen ihre Häuser nur noch zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen. Die Regierung in Ägypten hat allen mit hohen Strafen gedroht, die in sozialen Netzwerken «Falschnachrichten und Gerüchte» über die Ausbreitung des Coronavirus verbreiten. Südafrika hat ausserdem den Notstand ausgerufen, ebenso wie Marokko. Südafrika verweigert Ausländern aus Risikoländern zudem ein Visum bzw. hat für mehrere Länder eine Visumspflicht erlassen. Derweil sind dort Tausende von Touristen gestrandet. Südafrikaner, die ein Risikoland besucht haben, werden bei der Rückkehr in ihre Heimat unter Quarantäne gestellt. 

Auch afrikanische Staaten, die bis anhin nur wenig vom Virus betroffen sind, haben strenge Massnahmen erlassen. So hat Kenya Einreisen aus Risikogebieten für Ausländer ausgesetzt. Schulen und Universitäten wurden geschlossen. Zu den Ländern, die ebenfalls Reisebeschränkungen erlassen oder Schulen geschlossen haben, gehören unter anderem MadagaskarGhana, Namibia, Botswana, Djib0uti und Tansania. In Burkina Faso gilt eine Ausgangssperre.

Da die meisten afrikanischen Länder über schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme verfügen, wird befürchtet, dass sich eine weitere Ausbreitung des Virus auf dem Kontinent verheerend auswirken könnte. So meldet Kongo-Kinshasa bisher wenig Fälle, doch hat das Land eine im Osten grassierenden Ebola-Ausbruch noch nicht unter Kontrolle. Zugleich wüten seit Januar die Masern, woran bereits 6400 Menschen gestorben sind.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Jerome Delay / AP

Nordamerika

Die Vereinigten Staaten zählen inzwischen die meisten Infizierten der Welt. Zunächst waren die bekannten Fallzahlen weit hinter Europa zurückgeblieben, was aber allem daran an den fehlenden Tests lag. Die Pandemie wird sich in den USA wohl verheerend auswirken, da die Regierung von Präsident Donald Trump zu spät und mit weniger drastischen Massnahmen reagiert hat als andere Nationen.

Mittlerweile hat die US-Regierung die Massnahmen jedoch verstärkt. So gilt ein Einreiseverbot auch für Personen aus China, Iran und Europa. Die Grenzen zu Mexiko und Kanada sind für den Personenverkehr vorübergehend geschlossen. 

Die Gliedstaaten New York, Washington und Kalifornien sind am stärksten betroffen, es gelten Ausgangssperren. In den Spitälern fehlt es an Beatmungsgeräten, Medikamenten und gewöhnlichen medizinischen Utensilien wie Kathetern. Auch in Illinois gilt eine Ausgangssperre – ebenso in New Jersey, Virginia, Maryland, Ohio, Delaware und Louisiana. In der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. bleiben alle nicht essenziellen Geschäfte einen Monat lang geschlossen; Treffen von mehr als zehn Personen sind verboten. Etwa die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun Ausgangsbeschränkungen. Texas stellt alle Personen, die aus besonders stark betroffenen Gliedstaaten einreisen, unter Quarantäne.

Alle Bewegungen des amerikanischen Militärs im Ausland sind bis fast Ende Mai gestoppt. Damit soll verhindert werden, dass das Virus nach Hause gebracht wird und sich unter den Armeeangehörigen verteilt.

Auch auf die amerikanischen Vorwahlen wirkt sich die Pandemie aus. Mehrere Gliedstaaten haben die Vorwahlen verschoben, darunter Ohio, Georgia und Louisiana.

In Kanada hat die Regierung ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen und alle Kanadier im Ausland zur sofortigen Heimreise aufgefordert. Heimkehrer sollen sich in freiwillige Isolation begeben. Abstand zu halten ist für viele Ureinwohner im Norden Kanadas, die eng zusammen in grossen Familienverbänden leben, unmöglich. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis ziehen, wo Social Distancing möglich ist. Die Regierung hilft den Ureinwohnern des Landes mit 2, 6 Millionen kanadischen Dollars dabei. Kanada verzeichnet rund 7 400 Infektionen und 88 Todesfälle (Stand 31.3.)

Medizinisches Personal eskortiert die Bewohnerin eines Pflegeheims in Woodbridge, New Jersey, zu einem Bus, nachdem in dem Heim mehrere Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden.

Medizinisches Personal eskortiert die Bewohnerin eines Pflegeheims in Woodbridge, New Jersey, zu einem Bus, nachdem in dem Heim mehrere Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. 

Stefan Jeremiah / Reuters

Mittelamerika und Karibik

Inzwischen sind fast alle Länder betroffen. Die meisten Erkrankungen sind bisher in Panama, Mexiko und Costa Rica festgestellt worden. 

In der Karibik sind mehrere Gebiete betroffen, unter ihnen Jamaica, Kuba, Puerto Rico, die Dominikanische Republik, Trinidad und Tobago sowie einige französische Überseegebiete.

Mehrere Länder der Region haben Einreiseverbote erlassen, darunter beispielsweise Kuba. Einheimische dürfen dort zudem nicht mehr ausreisen. Haiti, Panama, Kolumbien, El Salvador und Honduras haben Ausgangssperren verhängt. Nach wochenlangem Zögern hat auch die mexikanische Regierung den Bürgern geraten, auf soziale Kontakte zu vermeiden

Südamerika

In Südamerika schränken immer mehr Staaten die Bewegungsfreiheit ein und machen Grenzen dicht. Peru reagierte früh, es gilt eine Ausgangssperre. Ecuador, El Salvador, Chile, Bolivien, Kolumbien, Venezuela und Argentinien haben ähnliche Massnahmen getroffen. 

Brasilien hat die Grenze zu zehn Nachbarländern geschlossen. Ausländer, die nicht ständig in Brasilien lebten, dürfen nicht mehr einreisen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Infizierten rasch ansteigen könnte, wenn das Virus die dicht bevölkerten Favelas erreicht. Das legendäre Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro und andere brasilianische Fussball-Arenen werden zu Spitälern umgewandelt.

Ein brasilianisches Gericht untersagt es Präsident Jair Bolsonaro, Empfehlungen gegen Ausgangsbeschränkungen zu verbreiten, die einzelne Gliedstaaten wegen des Coronavirus verhängt haben. Bolsonaro hatte sich zuvor gegen die Isolation der Bevölkerung durch verschiedene Gouverneure ausgesprochen. «Es tut mir leid, manche Leute werden sterben, so ist das Leben», sagte Bolsonaro im Fernsehen. Er unterstellte São Paulo, aus politischen Gründen erhöhte Todeszahlen anzugeben. 

Derweil ziehen sich mehrere Gruppen brasilianischer Ureinwohner freiwillig in die Isolation in den Regenwald zurück. Nur Angehörige des jeweiligen Dorfes dürfen das Gebiet noch betreten. 

Australien und Ozeanien

In Australien dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Zwischen den verschiedenen Gliedstaaten sind 14-tägige Quarantäne-Vorschriften eingeführt worden. Die Australier müssen zu Hause bleiben. Man darf nur zur Arbeit, für dringenden Einkäufe, für ärztliche Behandlungen oder zum Sport aus dem Haus - aber dann höchstens zu Zweit. Strände, Parks, Restaurants, Pubs, Sportstudios, und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Versammlungen sind untersagt. Die Zahl der Menschen bei Hochzeiten und Beerdigungen wurde auf fünf bis zehn Personen beschränkt. Wer gegen die Regelungen verstösst muss mit Geldstrafen zwischen 1000 und 11 000 Dollar oder sechs Monate Haft rechnen. 

Auch nach Neuseeland dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Bars, Cafés und Geschäfte für den nicht dringend notwendigen Bedarf müssen schliessen. Supermärkte bleiben geöffnet. Die Schulen sind geschlossen, ebenso die Grenzen. Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr anlegen. Seit Mittwoch (25. 3.) gilt der Notstand und eine Ausgangssperre. 

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben ebenfalls internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Verbreitung des Coronavirus als Pandemie eingestuft mit Europa als neuem Epizentrum (nach China). Mehr als 190 Mitgliedsländer koordinieren die von der WHO empfohlenen Krisenmassnahmen. Die WHO fordert die Staaten dazu auf, unbedingt mehr Tests durchzuführen. Sie warnt davor, die strikten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. 

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Gefängnissen zu verhindern und einzudämmen, hat die WHO Richtlinien für Strafanstalten in Europa veröffentlicht. Man solle verstärkt auf Massnahmen ohne Freiheitsentzug zurückgreifen, vor allem bei Tätern mit niedrigem Risikoprofil. Die verbleibenden Insassen sollten räumlich voneinander getrennt werden. Jene, die in die Risikogruppe fallen, sollten in Einzelhaft untergebracht werden.

Lesen Sie hier das Porträt von WHO-Chef Dr. Tedros.

Die Weltwirtschaft steckt laut dem Internationalen Währungsfonds (IMF) in einer Rezession, die gleich oder gar schlimmer sei als zur Finanzkrise (2008/2009). Direktorin Kristalina Georgiewa rief die Regierungen am 27. März zu «massiven» Hilfspaketen auf, um Konkurse zu verhindern. Dieser Einschätzung schliesst sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an. Wie schlimm die Krise genau wird, hängt davon ab, wie lange der Kampf gegen das Virus noch weitergehen wird. Besonders stark betroffen ist die Luftfahrtindustrie, aber auch Unternehmen der Tourismusbranche sowie kleinere Firmen und Selbständige sind in ihrer Existenz bedroht.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IMF) rufen dazu auf, von den ärmsten Ländern vorerst keine Schuldenrückzahlung zu verlangen.

Die G20 der führenden Wirtschaftsmächte wollen an einem Strang ziehen und die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar stützen. Man werde gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IMF) und anderen internationalen Organisationen «alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden», hiess es in der Abschlusserklärung vom 26. März. Die G20-Gesundheitsminister sollen bis Anfang April zudem ein Sofortmassnahmenpaket schnüren, um die Pandemie zu bekämpfen. Entwicklungsländer sollen bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden.

Die EU-Kommission will im Zuge der Coronavirus-Krise zudem europäische Unternehmen besser vor Übernahmen schützen. Ihre Vorgaben sollen verhindern, dass wichtige Firmen aus dem Medizinsektor und anderen Branchen in die Hand von Investoren ausserhalb der EU geraten. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am 26. März zudem beschlossen, binnen zweier Wochen ein neues Modell für einen Rettungsschirm auszuarbeiten, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu bekämpfen.

Das Europäische Parlament hat mehreren Notfallmassnahmen zur finanziellen Unterstützung der stark getroffenen EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt. Die Europa-Abgeordneten gaben am 26. März unter anderem grünes Licht für eine Vorlage, die Gelder aus dem EU-Strukturfonds freigeben soll. Ausserdem stimmten sie mit grosser Mehrheit dafür, dass auch bei Gesundheitskrisen auf den europäischen Solidaritätsfonds zugegriffen werden kann. Des Weiteren wollen sie die bestehende Flugrechte-Regelung für Fluggesellschaften bis zum Herbst aussetzen. Damit müssen Airlines nicht mehr mindestens 80 Prozent ihrer Slots pro Saison nutzen, um Start- und Landerechte an europäischen Flughäfen zu erhalten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rief am 27. März sämtliche Banken im Euro-Raum dazu auf, mindestens bis zum 1. Oktober dieses Jahres keine Dividenden an ihre Aktionäre auszuzahlen. Viele Notenbanken haben die Leitzinsen drastisch reduziert und fluten die Anleihen- und Aktienmärkte mit Geld. Auch Regierungen versprechen betroffenen Unternehmen Soforthilfe und verteilen ihren Bürgern gar direkt Geld. Was die einzelnen Massnahmen genau bewirken, lesen Sie hier.

Weltweit hat das Coronavirus auch die Börsen fest im Griff: Nach den deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen, rutschen die Aktienmärkte weiter ab. Die Unsicherheit an den Börsen ist gross und die Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr. Anleger sollten daher tief durchatmen und diese Tipps befolgen.

Weltweit wurden des Virus zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Darunter etwa der Eurovision Song Contest, die Fussball-Europameisterschaft sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

Auch die Olympischen Sommerspiele, die am 24. Juli in Japan beginnen sollten, wurden verschoben. IOK-Chef Thomas Bach und die japanische Regierung hatte lange an den Spielen festgehalten. Erst nachdem der Druck von Athleten und Sportverbänden immer grösser wurde, lenkte auch Bach ein. Die Spiele sollen nun im Sommer 2021 stattfinden.

Die Entwicklungen im Sport finden Sie hier.

Das ist zurzeit noch nicht abzusehen und liegt an einer Reihe von Faktoren, die sich zudem von Land zu Land unterscheiden dürften. So spielen Eigenschaften des Virus, die man noch nicht endgültig kennt, ebenso eine Rolle wie die Fragen, wie lange sich das Virus unentdeckt ausbreiten konnte/kann, wann welche Massnahmen ergriffen wurden/werden und wie strikt diese befolgt werden. In der weiteren Entwicklung dürften auch Medikamente den Verlauf beeinflussen.

In Wuhan beispielsweise, wo drastische Massnahmen ergriffen worden waren, scheint das Virus eingedämmt zu sein, knapp zwölf Wochen, nachdem die ersten Infektionen aufgefallen waren.

Staaten wie Taiwan, Vietnam, Hongkong und Singapur haben trotz der Nähe zu China weniger Coronavirus-Fälle als ihre Nachbarn. Dies hat damit zu tun, dass diese fünf Länder vorbereitet waren. Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei grössere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers im Jahr 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Aktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich untereinander aus. Die Lehre aus  ihren Erfahrungen war, dass schon früh starke Einschränkungen getroffen werden müssen.

Die Massnahmen gegen das Coronavirus schränken die Bewegungsfreiheit massiv ein. Doch die neue Lage bringt auch positive Nebeneffekte mit sich:

Das Arbeiten von zu Hause aus wird von vielen Arbeitgebern gefördert und toleriert. Unnötige Sitzungen auf der ganzen Welt fallen aus, und digitale Arbeitsweisen verbreiten sich schnell.

Der Hypothekarmarkt verändert sich durch die tieferen Leitzinsen auf der ganzen Welt drastisch. Durch die expansiven Massnahmen der Notenbanken verbilligen sich für viele Menschen die Kreditraten.

Die Umwelt profitiert zumindest kurzfristig von den stillgelegten Fabriken, von weniger Touristen und dem praktisch eingestellten Flugbetrieb. Auch dürfte generell weniger Benzin, Erdgas und Strom verbraucht werden. Allerdings bleibt es oft bei einem Einmaleffekt und nach der Krise sind die Emissionen wieder da. 

Die Nachbarschaftshilfe erlebt einen Boom. Menschen bieten anderen an, Einkäufe oder andere Besorgungen zu erledigen, oder übernehmen die Kinderbetreuung. Allerdings gibt es auch Fälle von Betrügern, die die Situation ausnutzen.

Der renommierte amerikanische Infektiologe Anthony Fauci rechnet damit, dass das Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb brauche es dringend einen Impfstoff. Dessen Entwicklung teilt sich grob in drei Phasen auf: Forschung, klinische Phase und die Zulassungsprüfung. Zusammen dauern diese gewöhnlich mindestens zehn Jahre.

Beim Impfstoff gegen Sars-CoV-2 profitieren die Forscher aber von Arbeiten, die im Rahmen der Entwicklung von Sars- und Mers-Impfstoffen erfolgt sind. Da diese Viren viel Ähnlichkeit mit dem neuen Erreger haben, hoffen Experten, dass sich die Entwicklungszeit deutlich reduzieren lässt, im besten Fall auf etwa ein Jahr. Tatsächlich stehen die ersten Impfstoffe in verschiedenen Ländern bereits am Anfang der klinischen Phase. 

Mitarbeit: mbe., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., gaf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., amü., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., mit Agenturmaterial

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