Switzerland

In der Stadt Zürich zeichnet sich eine ausserordentlich hohe Stimmbeteiligung ab

56,2 Prozent der Stadtzürcher Stimmberechtigten haben bis Donnerstagmittag schon brieflich abgestimmt. Das deutet auf eine rekordhohe Stimmbeteiligung hin. Die Stadionvorlage ist aber nicht der zentrale Grund dafür.

Die Auszählung der Stimmzettel ist diesmal komplizierter als sonst; die Ergebnisse könnten dadurch verspätet bekannt werden.

Die Auszählung der Stimmzettel ist diesmal komplizierter als sonst; die Ergebnisse könnten dadurch verspätet bekannt werden.

Christian Beutler / Keystone

Bei der letzten Zürcher Stadionabstimmung im November 2018 gingen 55,9 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne. Jetzt sind es laut der Mitteilung der Stadtkanzlei bereits 56,2 Prozent, die ihre Stimme brieflich abgegeben haben. Mit den zusätzlichen Stimmen, die am Wochenende noch an den Urnen eingehen werden, könnte die Stimmbeteiligung am Wochenende theoretisch auf gegen 60 Prozent klettern.

Aber eben: nur theoretisch. In der Praxis muss man das Zwischenergebnis der Stadt ein wenig relativieren. Es kommt nämlich in der Regel dadurch zustande, dass man mit dem Metermass die Couvertbeigen vermisst. Geöffnet werden dürfen die Couverts noch nicht; man weiss deshalb auch nicht, ob sich darin tatsächlich gültige Stimmzettel befinden.

Bund gibt den Takt vor

Dennoch wird es am Wochenende zu einer sehr hohen Beteiligung kommen. In erster Linie ist dafür aber die Begrenzungsinitiative verantwortlich. Erfahrungsgemäss erhöht sich die Stimmbeteiligung um 10 bis 15 Prozentpunkte, wenn gleichzeitig mit städtischen und kantonalen Vorlagen ein zugkräftiges nationales Thema zur Debatte steht. Das war übrigens schon bei der letzten Stadionabstimmung der Fall: Damals wurde auf eidgenössischer Ebene unter anderem über die Selbstbestimmungs- sowie die Hornkuh-Initiative abgestimmt.

Dieses Mal findet die Abstimmung unter den Vorzeichen der Pandemie statt, weshalb der Stadtrat schon vor Wochen an die Stimmberechtigten appelliert hat, nach Möglichkeit brieflich abzustimmen. Im langjährigen Schnitt werden jeweils 85 bis 87 Prozent der Stimmen brieflich eingereicht. Diesmal könnten es durchaus ein paar Prozentpunkte mehr sein – zumal am Wochenende die üblichen Stimmlokale geschlossen bleiben.

Die Stadt hat sich entschieden, nur noch zwei Standorte für die Stimmabgabe zur Verfügung zu stellen, zum einen das Stadthaus, zum andern das Tramdepot in Oerlikon. An beiden Orten könne man geeignete Schutzkonzepte umsetzen, was in den üblichen Abstimmungslokalen nicht möglich wäre, hatte die Stadt mitgeteilt. In den beiden Stimmlokalen muss Maske getragen werden. Mit langen Öffnungszeiten (Sa 7–17 Uhr, So 7–12 Uhr) soll zudem verhindert werden, dass zu viele Leute gleichzeitig an die Urne drängen. Sicher wäre es also eine gute Idee, nicht erst im letzten Moment abstimmen zu gehen.

Kommen Resultate später?

Beim Auszählen gelten diesmal ebenfalls verschärfte Sicherheitsbedingungen. Zum einen muss auch bei dieser Arbeit Maske getragen werden, zum andern wurden weniger Personen als sonst aufgeboten, damit sich diese nicht zu nahe kommen. Es könnte also durchaus sein, dass die Resultate der Abstimmungen am Sonntag etwas später eintreffen als üblich.

Es gibt übrigens in der Stadt Zürich bei der Stimmbeteiligung immer recht grosse Unterschiede zwischen den Kreisen. Am höchsten ist die Beteiligung jeweils in den Kreisen 6, 7 und 8, am tiefsten im Kreis 12. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ältere Personen und Männer deutlich häufiger abstimmen als Jüngere und Frauen. Auch Reiche zieht es mehr zur Urne als Arme. Die Regionen mit der höchsten Beteiligung ziehen sich wie ein Gürtel über den Höngger- und den Zürichberg. Das lässt zumindest den Schluss zu, dass jene öfter an die Urne gehen, die sich die bevorzugte Lage an Zürichs Sonnenhängen leisten können.

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