Switzerland

Im Kanton Zürich ist noch niemand am Coronavirus erkrankt, die Verdachtsfälle nehmen aber deutlich zu

Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli hat am Donnerstag kurzfristig zu einer Pressekonferenz zum Coronavirus eingeladen. Noch konnte sie Entwarnung geben, doch es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis die ersten positiv getesteten Fälle auftreten. 

Vier Personen, die am Coronavirus erkrankt sind, hat man in verschiedenen Städten der Schweiz schon identifizieren können. Gesundheitsvorsteherin Natalie Rickli wunderte sich am Donnerstag, dass es noch keinen positiv getesteten Fall in Zürich gibt – trotz der Grösse des Ballungsgebiets und des Flughafens. 

Allerdings hat die Zahl der Verdachtsfälle stark zugenommen. 125 Personen sind bisher getestet worden, allein 40 am Mittwoch, wie Kantonsarzt Brian Martin vor den Medien erklärte. Er erinnerte noch einmal an die Weisungen zum Umgang mit dem Coronavirus. Immer noch soll man sich zunächst über das Ärztefon telefonisch melden. Wenn ein Verdacht besteht, werden die betroffenen Personen nicht mehr primär mit der Ambulanz in die zuständigen Spitäler gebracht. Martin empfiehlt nun, mit dem eigenen Auto zu kommen. 

Josef Widler, der Präsident der Ärztegesellschaft, warnte vor Hysterie. Niemand sollte einfach in die Arztpraxis oder in den Spitalnotfall gehen, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung am Coronavirus bestehe. «Wenn Angst im System ist, versagt die Logik», sagte Widler. Es werde, wenn das Grippewetter anhalte, eine Welle von Erkrankungen geben, wichtig sei aber, dass diese langsam ablaufe. 

Hugo Sax, der Leiter der Klinik für Infektionskrankheite und Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich, erklärte im Detail, wie die Spitäler auf die Corona-Fälle vorbereitet sind. Froh sei man auf jeden Fall, wenn niemand mit einem Schnuppen in den Spitalnotfall käme.