Switzerland

Im Fokus: Schweizerinnen, die für die Rechte von Frauen kämpften

Im vierten Stock des Historischen Museums Olten wird ein Stück oft vergessener Geschichte sichtbar gemacht: Am Freitag wurde dort die Ausstellung «Pionierinnen» eröffnet. In Bild und Text wird von Schweizer Frauen erzählt, die für die Rechte von Frauen kämpften. Der Fokus liegt dabei auf den 50 Jahren vor der Einführung des Frauenstimmrechts. Die Ausstellung erstreckt sich jedoch von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

«Pionierinnen» will den Blick auf die Geschichte der Frauen schärfen. Eine Geschichte, die an vielen Orten spärlich dokumentiert ist. So sei es zum Beispiel schwierig gewesen, Gegenstände zu finden, die Frauen gehört haben, sagt Luisa Bertaloccini, die Leiterin des Museums. So wurden im ersten Raum ein Wohnzimmer und eine Küche aus dem 19. Jahrhundert nachgestellt – beides Orte, an denen Frauen damals viel Zeit verbrachten und die daher für sie zentral waren.

Im Zwischengang, der zum nächsten Raum führt, können Bücher betrachtet werden, die Schweizer Pionierinnen geprägt haben. Dort befindet sich zum Beispiel das Buch «Ein Zimmer für sich allein» von Virgina Woolf, über das Liliane Uchtenhagen sagte,eshabe für sie einen Schalter im Kopf umgelegt.

Weg zum Frauenstimmrecht auf mehreren Ebenen

An Fotos von Demonstrationen vorbei kommt man dann in demjenigen Raum an, der den Mittelpunkt der Ausstellung bildet. Dort findet man mehrere Tische mit Stühlen vor, auf denen Namen von Frauen geschrieben sind, die in der Schweiz Pionierinnen waren. Diese kommen nicht nur aus dem politischen Bereich, denn der Weg zum Frauenstimmrecht wurde auf mehreren Ebenen geführt. Die Namen auf den Stühlen sind die von Ärztinnen, wie zum Beispiel der Oltnerin Maria Felchlin, Künstlerinnen, Aktivistinnen und Politikerinnen.

Ein Tisch trägt dabei den ­Titel «Sichtbar sein und ­werden», das Thema, welches sich durch die ganze Ausstellung zieht, weil der Kampf der Frauen auch immer einer darum gewesen war, sichtbar zu werden, so Luisa Bertaloccini.

Auch eine Ausstellung für unbekannte Frauen

Setzt man sich auf einen der Stühle, kann man dort die Biografie der jeweiligen Frau studieren. Zwischen den Plätzen verteilt sind Untersetzer, auf denen Besucher ein Gerücht über jede der Frauen lesen kann, um auch noch eine andere Seite der Geschichte zu sehen. Hinter den Tischen wurde eine Wand gebildet aus Porträts und Fotos von Frauen aus der Geschichte. Über viele dieser Frauen wisse man kaum etwas, erklärt Bertaloccini. Man hoffe, dass vielleicht jemand eine Frau darauf als seine Gross- oder Urgrossmutter erkennt und sich daraufhin meldet.

Am Ende der Ausstellung befindet man sich in der Gegenwart: Ein Gang unter anderem mit Bildern des Frauenstreiks 2019 führt in einen kleinen Raum voller Sprüche und Definitionen, die Gender und Sexualität thematisieren. Diese Dinge seien ein fester Bestandteil der Diskussion über Frauenrechte geworden, meint Bertaloccini.

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