Switzerland

«Ich aber bin alleine»: Schwarzer Profi prangert Rassismus im Radsport an

Rassismus ist leider auch im Radsport ein Thema. Zu oft wird darüber geschwiegen.

Beide Male entschuldigte sich der Übeltäter. Albasini gab zu, Réza mit Schimpfwörtern eingedeckt zu haben, bestritt aber die Rassimsus-Vorwürfe. Moscon wurde von seinem Team «Sky» für 6 Wochen aus dem Verkehr gezogen.

Beide Male ebbte die Aufregung aber schnell ab. Zu schnell. Das soll sich jetzt endlich ändern. Kévin Réza, mehrfaches Rassismus-Opfer und einziger dunkelhäutiger Profi im diesjährigen Tour-de-France-Feld, hat am zweiten Ruhetag mit «cyclingnews.com» über die Rassismus-Thematik im Radsport gesprochen.

Sein ernüchterndes Fazit: «Meine engsten Freunde im Feld sind zwar zu mir gekommen, aber generell? Nein, ich habe keine grössere Solidarität erfahren, welche die Aufmerksamkeit auf das Geschehene gelenkt hätte.»

«Ich aber bin alleine»

Der Franzose weiter: «So ist das Peloton nunmal. Es gibt keine grosse Solidarität im Radsport. Das ist keine Kritik, sondern nur eine Beobachtung», so Réza.

Der 32-Jährige ist aber auch nicht das grosse Sprachrohr, wie er im Juli der Nachrichtenagentur Reuters schilderte. «Ich bin einer der wenigen schwarzen Profis. Das ist nicht wie in der NBA. Und ich habe auch viel weniger Follower als LeBron James», erklärte Réza seine Situation.

Und jetzt stellt der Radprofi klar: «Ich aber bin alleine. Das ist nur ein Fakt. Ich bewundere was in anderen Sportarten getan wird, aber ich glaube, der Radsport ist momentan nicht bereit für das. Ich fühle mich bereit, aber ich bestreite diesen Kampf nicht alleine.»

Im Zuge des gewaltsamen Todes von George Floyd und der aufkommenden «Black Lives Matter»-Bewegung hat Réza aber Grosses vor. «Ich will nachdenken, Möglichkeiten ausloten und die Sache dann richtig anpacken.»

Reichenbach setzte Zeichen

Einer, der den Skandal an der Tour de Romandie 2017 nicht herunterspielte, war der Schweizer Sébastien Reichenbach (27). Mit seiner Twitter-Nachricht löste er damals eine Welle der Empörung aus. «Ich bin schockiert», schrieb er, «noch immer gibt es Idioten, die sich rassistisch äussern, auch im Profi-Radsport. Ihr seid eine Schande für unseren Sport.»

Sein Tweet wurde mehr als vierhundert Mal geteilt. Immerhin.

Football news:

Vinicius nach dem 2:3 mit Bergmann: Real konzentriert sich bereits darauf, den Clásico zu gewinnen
Coman über Atlético-Niederlage: Bayern will weiter gewinnen. Wir haben gut gespielt, ich habe zwei Tore geschossen, was mich sehr freut. Natürlich erinnere ich mich manchmal noch an ein Tor im Finale, aber die neue Saison hat bereits begonnen
Filimonov über Safonov und Maksimenko in der Nationalmannschaft: eine Frage der Zeit
Milner über das 1:0 gegen Ajax: Liverpool war wichtig, ein gutes Spiel zu zeigen nach einer Woche von Höhen und tiefen
Lukaku hat 4 + 2 in den letzten 3 spielen der Champions League. Er hat an allen 6 Toren von Inter teilgenommen
Miranchuk über das Unentschieden gegen Salzburg: Zwei Tore auswärts - sehr gute Leistung
Héctor Herrera über das 0:4 gegen Bayern: Wir haben sehr gut mit der besten Mannschaft der Welt gespielt. Lassen Sie uns nicht abschreiben