Switzerland

Hurra, Halloween fällt aus!

Das Kürbis- und Gruselfest kann wegen Corona an vielen Orten nicht stattfinden. Dieser Verlust ist ein Gewinn.

Illustration: Alexander Glandien

Corona bringt es an den Tag: Halloween gilt mittlerweile als solider und liebenswerter mitteleuropäischer Brauch, auf den zu verzichten man Kindern eigentlich nicht zumuten kann. Weil in diesem Jahr alles anders ist, wird ihnen das Opfer dennoch abverlangt. Die Brandenburger Gesundheitsministerin warnt vor den «beliebten Klingeltouren von Haus zu Haus», die ein zu hohes Infektionsrisiko darstellten: «Mit diesem Brauch können Infektionen schnell weiterverbreitet werden.» Die deutsche Familienministerin ist ebenfalls traurig: «Halloween, so wie wir das kennen, das geht in diesem Jahr nicht.» Das Gesundheitsamt im südwestdeutschen Rhein-Neckar-Kreis nennt Halloween-Partys «epidemiologisch nicht sinnvoll». Ähnlich äusserte sich ein Infektiologe am Universitätsspital Zürich: «Jetzt ist der falsche Zeitpunkt für Halloween-Partys.»

Halloween meint den Vorabend von Allerheiligen, die Nacht zum 1. November, an dem Christen sich aller verstorbenen Heiligen erinnern. Insofern könnte Halloween der Auftakt sein für drei Tage der Einkehr, die mit Allerseelen am 2. November ihren Abschluss findet. Faktisch bringt Halloween allerdings das Ungute im Menschen hervor: Mit den «Klingeltouren» werden Kinder an eine perfide kapitalistische Unart gewöhnt: das Erpressen von Produkten der Süsswarenindustrie durch Schmeichelei und Drohung. Wer der quengelnden Schar die Beutel nicht füllt, erntet womöglich Beschimpfungen. Manchmal wird der Türknopf mit Zahnpasta beschmiert. Der Unkulturimport aus den Vereinigten Staaten kann, nebenbei bemerkt, den Grundstein legen für Adipositas. Man schaue über den grossen Teich und auf die dicken Bäuche vieler Kinder dort.

Bei den Erwachsenen, die sich in vermeintlich gruselige Kostüme stecken und alberne Tänzchen aufführen, sorgt Halloween für einen infantilisierenden Schub. Die Partys zu Ehren ausgehöhlter Kürbisköpfe und klappernder Skelette haben fast keinen Inhalt, aber eine Form, eine kindische: Hier zeigen Erwachsene, dass ihnen kein Anlass zu unbedeutend ist, um sich einen hinter die Binde zu kippen, ins Lallen zu verfallen und Frankensteins Monster nachzueifern. Insofern ist dieser Verlust ein Gewinn.

Die Lektion gilt selbst dann, wenn Politiker vor Halloween warnen, um ihr Monopol auf das Motto «trick or treat» zu behalten. Schliesslich sind es in pandemischer Zeit unsere Regierungen, die zu Zuckerbrot und Peitsche greifen, um das Virus in Schach zu halten. Kinder tun an Halloween nur ausnahmsweise, was Politiker derzeit regelmässig tun: uns anherrschen nach der Devise «Süsses oder Saures!».

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