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Hoffnung im maroden Luftfahrtsektor

Startups wie Boom Supersonic und SpaceX sorgen für Wirbel

Das Startup SpaceX trifft am Kennedy Space Center alle Vorbereitungen für den Abflug der Raumkapsel Crew Dragon. Aufgenommen in Cape Canaveral, Florida, am 26. Mai 2020.

Das Startup SpaceX trifft am Kennedy Space Center alle Vorbereitungen für den Abflug der Raumkapsel Crew Dragon. Aufgenommen in Cape Canaveral, Florida, am 26. Mai 2020.

Steve Nesius / Reuters

Kann der amerikanische Luftfahrtsektor von Startups gerettet werden? Wenn Präsident Trump diese Woche nach Florida reist, um dem Start der Falcon-9-Rakete mit der Raumkapsel Crew Dragon von SpaceX beizuwohnen, darf mit viel Schulterklopfen gerechnet werden. Es handelt sich hier um den ersten Start einer amerikanischen Rakete mit amerikanischen Astronauten von amerikanischem Boden aus seit vielen Jahren. Von dieser «Amerika-Inflation» dürfte sich allerdings nicht nur Trump begeistern lassen. Es geht hier tatsächlich um einen Sektor, der in den USA vielen am Herzen liegt.

Schon seit den ersten Flugversuchen der Gebrüder Wright Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Amerikaner beinahe besessen davon, den Luftraum zu erobern. Das funktionierte einige Zeit gut; die Kombination von Unternehmergeist und staatlicher Hilfe brachte viel Innovation mit sich. Doch irgendwann verpuffte die Euphorie. Heute liegt der Luftfahrtsektor darnieder. Gemessen an der Aktienperformance von Fluggesellschaften, Flugzeugbauern wie Boeing und den vielen Zulieferern ist der Sektor so gut wie bankrott.

Bald wieder Überschallflüge?

Doch so schlecht ist die Lage an sich gar nicht. Nebst SpaceX ist noch ein weiteres Startup optimistisch für die Zukunft der Luftfahrt. Es handelt sich dabei um Boom Supersonic, ein Unternehmen, das laut eigenen Angaben die Überschallgeschwindigkeit in den kommerziellen Luftverkehr einführen will. Boom-CEO Blake Scholl, ein ehemaliger Softwareingenieur von Amazon, spricht von der Kraft der unternehmerischen Innovation, die gekoppelt mit geduldigem Risikokapital solch ambitiöse Pläne ermöglicht.

Boom Supersonic will schon bald ein Flugzeug auf den Markt bringen, das die Dauer von Überseeflügen halbieren soll. So könnte man laut Scholl in einem Tag von New York nach London und zurück fliegen. Der Preis soll dabei vergleichbar sein mit herkömmlichen Businessclass-Tarifen. Boom verfolgt eine für Startups typische Strategie: Zuerst werden Nischenmärkte wie beispielsweise die Strecke von New York nach London oder von San Francisco nach Tokio erschlossen, bevor durch stetige Anpassung weitere Märkte erobert werden.

Elon Musk sei Dank

Startups im Luftfahrtsektor sind bis vor kurzem wie ein Oxymoron behandelt worden. Durch die hohe Kapitalintensität und die hohe Regulierungsdichte eignet sich die Branche auf den ersten Blick tatsächlich nicht für Engagements von traditionellen Venture-Capital-Gesellschaften. Doch SpaceX hat gezeigt, dass es möglich ist. Scholl gibt zu, dank dem von Elon Musk gegründeten Startup selber leichter zu Kapital gekommen zu sein. Dazu kommt die Möglichkeit, dank digitalem Design und digitaler Simulation zahlreiche Schritte des Entwicklungsprozesses effizienter zu gestalten, was zur Reduktion der Entwicklungskosten beiträgt.

Ob Boom Supersonic mit dem ersten kommerziellen Jet Erfolg haben wird, bleibt offen. Immerhin sorgen solche Startups für Hoffnung in einer Branche mit eher getrübten Aussichten. Sie zeigen auch, dass sich das Silicon-Valley-Modell aus Innovationsgeist und stetiger Kostensenkung auch in kapitalintensiven Branchen anwenden lässt.

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