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Hoffnung auf Crispr lässt Aktien aus dem Sektor steigen

Auf der Genmanipulationstechnologie Crispr ruht die Hoffnung, dass man sie auch im Kampf gegen Covid-19 einsetzen kann. Ein Startup-Unternehmen aus Boston ist hier führend. Die Wall Street schaut gespannt hin.

Die Crisper-Technologie hat nun zusätzlichen Schub erhalten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA Anfang Mai ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren für eine Crispr-Sars-CoV-2-Diagnose genehmigt hatte.

Die Crisper-Technologie hat nun zusätzlichen Schub erhalten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA Anfang Mai ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren für eine Crispr-Sars-CoV-2-Diagnose genehmigt hatte.

Mark Schiefelbein / AP

Im Kampf gegen das Virus beobachtet man am besten die Natur. Dort hat der evolutionäre Prozess nämlich ein raffiniertes Antivirus- Abwehrsystem entwickelt. In wissenschaftlichen Kreisen sorgt Crispr, wie der Prozess kurz genannt wird, seit Jahren für Begeisterung, zumal Crispr zur effizienten Manipulation von Genen benutzt werden kann.

Schub für die Technologie

Die Technologie hat nun zusätzlichen Schub erhalten, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA Anfang Mai ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren für eine Crispr-Sars-CoV-2-Diagnose genehmigt hatte. Laut Sherlock Biosciences, der Startup-Firma hinter dem Produkt, geht es um eine schnelle und kostengünstige Diagnose des Covid-19-Erregers. Ziel ist es, durch die effiziente Anwendung von Crispr einen breit verfügbaren und billigen Test zu ermöglichen, der ähnlich wie ein Schwangerschaftstest benutzt werden kann. 

Sherlock ist kaum ein Jahr alt und daher noch nicht an der Börse kotiert, doch die Aussicht auf eine Crispr-Diagnose hat an der Wall Street trotzdem Spuren hinterlassen. Vor allem die börsengehandelten Aktien von Crispr-Unternehmen wie Crispr Therapeutics, Intellia, Editas oder Beam haben in den vergangenen Wochen stark zugelegt, obschon sie nicht direkt mit der Sars-CoV-2-Diagnose verbunden sind. Es geht hier laut Analytikern um eine Ausdehnung der Crispr-Palette und den Beweis, dass die Technologie tatsächlich breit anwendbar ist und in vielen Bereichen der Medizin und Pharmaforschung zum Tragen kommt.

Ein Google für Gene

Crispr besteht aus zwei grundlegenden Prozessen. Zum einen ermöglicht die Technologie die Suche nach Genen, die dann zum anderen mit grosser Präzision verändert werden können. In der ursprünglichen Anwendung von Crispr im Labor werden die Such- und die Veränderungsfunktion jeweils zusammen genutzt. Sherlock beschränkt sich vorwiegend auf den Suchbereich.

Bestimmte Gene von Sars-CoV-2 können so mit Crispr-Technologie präzise gesucht werden. Wenn ein Patient eine Probe nimmt, kann diese so nach spezifischen Genen, die in Sars-CoV-2 eine zentrale Rolle spielen, abgetastet werden. Falls die betreffenden Gene tatsächlich in der Probe vorhanden sind und der Patient dementsprechend infiziert ist, leuchtet die Probe in einer bestimmten Farbe auf. So kann sich der Patient schnell und kostengünstig selber testen. 

Achtung vor falsch negativen Tests

Was bisher nur im Labor funktioniert hat, könnte sich nun dank dem FDA-Sonderverfahren schneller bewerkstelligen lassen. Doch Vorsicht ist angesagt. Problematisch bei solchen Tests ist vor allem die Zuverlässigkeit. Man will ja schliesslich davon ausgehen, dass jemand, der das Virus hat, auch wirklich positiv getestet wird. Es soll auf jeden Fall verhindert werden, dass ein infizierter Patient fälschlicherweise negativ getestet wird und so durch sein Verhalten unbewusst andere infiziert. 

Crispr hat die Wissenschaft in den letzten Jahren im Sturm erobert. Laut James Collins, MIT-Professor und Mitgründer von Sherlock Biosciences, hat sich die Potenz der Crispr-Technologie allerdings nicht gleichmässig auf die Medizin und die Pharmaforschung ausgebreitet. Beliebte Gebiete unter angehenden Doktoranden seien die Krebs- und die Gehirnforschung, wo auch viel Geld investiert werde. Im Gegensatz dazu seien die Probleme der Epidemiologie und der Virologie bisher weniger beliebt gewesen. Das könnte sich nun ändern.

Gratwanderung zwischen Begeisterung und kühler Analyse

Trotz grossen Fortschritten halten sich die Wissenschafter aber zurück mit euphorischen Prognosen. Crispr besteht schliesslich aus komplexen Prozessen. Was im Labor unter einfachen Bedingungen funktionieren mag, lässt sich in der Realität oft nur schwer einordnen. Daran ändern auch Zeitdruck und hohe wirtschaftliche Kosten nichts. Insofern müssen sowohl die Wissenschafter als auch die Investoren hier eine Gratwanderung zwischen Euphorie und kühlem Kalkül machen. Immerhin bietet die Crispr-Technologie den Vorteil von schnellen und kostengünstigen Experimenten. So kann die Branche in einem Prozess von ständiger Anpassung stetig Fortschritte erzielen.

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