Switzerland

Hochschwangere Ärztin: «Fühle mich nicht sicher»

«Ich fühle mich vom Bund im Stich gelassen», sagt Muriel Lenz* (37), Oberärztin an einem Schweizer Spital – und hochschwanger. Der Grund: Für Schwangere, die im Gesundheitswesen arbeiten, gibt es in der Schweiz keine besonderen Weisungen zum Schutz vor dem Coronavirus.

Für sie gelten die gleichen Vorsichtsmassnahmen wie für alle anderen Personen, die in keine Risikogruppe fallen. Bisher gibt es zwar keine Hinweise darauf, dass Schwangere besonders gefährdet sind. «Aber die Fallzahlen sind viel zu klein, um ein erhöhtes Risiko für Schwangere mit Sicherheit ausschliessen zu können», sagt Muriel Lenz.

Zu diesem Schluss kam Ende März auch das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, eine britische Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Man wisse noch zu wenig über Corona, mahnt das Royal College. Und vergleicht das Virus mit den Coronaviren, die zu Sars und Mers führen, sowie mit Influenza.

Hohes Risiko bei Schwangeren

Von ­diesen wisse man, dass Schwangere bei beidseitigen Lungenentzündungen ein erhöhtes Risiko für schwerere Verläufe haben können, schreibt das Royal College. Hinzu kommt: Wenn eine Schwangere ­einen Sauerstoffmangel habe, könne sich das auch auf ihr Ungeborenes auswirken und das Risiko ­einer Frühgeburt erhöhen.

Das Royal College plädiert darum für verstärkte Vorsichtsmassnahmen: Vor der 28. Schwangerschaftswoche sollen werdende Mütter selbst entscheiden dürfen, ob sie weiterhin ­Patientenkontakt haben oder lieber andere Aufgaben übernehmen wollen. Frauen ab der 28. Schwangerschaftswoche gehören neu sogar in die Hochrisikogruppe. Ihnen wird empfohlen, zu Hause zu bleiben.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass ­Atemwegserkrankungen bei Schwangeren aufgrund von körperlichen Veränderungen und Veränderungen des Immunsystems schwerer verlaufen können. Darum sei es wichtig, dass Schwangere Vorsichtsmassnahmen träfen. Genau dies sei für Schwangere im Gesundheitswesen aber kaum machbar, sagt Muriel Lenz.

Vom Bund allein gelassen

Social Distancing sei im Spitalalltag schwierig einzuhalten – vor allem bei direktem ­Patientenkontakt. «Ich fühle mich nicht sicher.» Aufgrund der fehlenden Richtlinien stünden viele Schwangere nun vor einem Dilemma – sich zum eigenen Schutz und dem des Kindes krankschreiben lassen? Das sei wie Hochverrat gegenüber dem Arbeitgeber, sagt Lenz. «Aber auf der anderen Seite will man ja auch sein Kind schützen. Es darf nicht sein, dass Schwangere bei dieser Entscheidung vom Bund ­allein gelassen werden.»

Dass es für Schwangere im Gesundheitswesen momentan keine besonderen Weisungen gebe, liege da­ran, dass Schwangere allgemein nicht als besonders gefährdete Personen gelten, schreibt das BAG auf Anfrage. Für entsprechende Massnahmen tausche man sich mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und dem Staatssekretariat für Wirtschaft aus. Von den Empfehlungen des Royal College habe man Kenntnis, schreibt das BAG.

*Name der Redaktion bekannt

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