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Hitz verdrängt Bürki – und 7 andere Dinge, die uns beim Champions-League-Auftakt auffielen

Was macht denn mein Goalie da, denkt sich wohl Axel Witsel. Marwin Hitz im Zweikampf mit Lazios Luis Alberto. Bild: keystone

Hitz verdrängt Bürki – und 7 andere Dinge, die uns beim Champions-League-Auftakt auffielen

Hitz verdrängt Bürki

Der Blick auf die Aufstellung von Borussia Dortmund zum Champions-League-Auftakt gegen Lazio Rom zeigte Überraschendes. Im Tor des BVB stand nicht etwa Stammkeeper Roman Bürki, sondern sein Lands- und Ersatzmann Marwin Hitz. Schon in der Bundesliga gegen Hoffenheim musste die 29-Jährige Nummer 1 im Dortmunder Tor Hitz Platz machen. Damals konnte man es dadurch erklären, dass Bürki nach überstandener Verletzung für die Königsklasse geschont wurde.

Hitz hatte gegen Lazio einen schweren Stand. Bild: keystone

Und nun? Hat Hitz etwa Bürki den Posten als Nummer-1-Keeper abgeluchst? So weit will Lucien Favre nicht gehen, lässt sich aber auch nicht so richtig in die Karten blicken. Wie schon gegen Hoffenheim erklärt er die Entscheidung damit, dass Hitz momentan «frischer» sei als Roman Bürki.

Ob Hitz auch am kommenden Samstag im Derby gegen Schalke zum Einsatz kommen wird, ist allerdings fraglich. Der 33-Jährige sah wie die gesamte BVB-Hintermannschaft gegen Lazio nicht immer glücklich aus, wirkte teilweise fahrig in seinen Aktionen. Das 0:2 aus Dortmunder Sicht wurde gar als Eigentor des St.Gallers gewertet.

Immobiles «Rache»

Die andere grosse Geschichte bei Lazio gegen Dortmund war die «Rache» von Ciro Immobile. Vor fünf Jahren stand der italienische Stürmer nämlich beim BVB unter Vertrag. Dort wurde der heute 30-Jährige aber überhaupt nicht glücklich.

Immobile sprach nach einer Saison und drei Toren aus 24 Bundesligaspielen von einem «verlorenen Jahr». Er und seine Familie hätten in Dortmund keine Hilfe bekommen, sagte der Italiener direkt nach seinem Abgang. Und: «Wir haben sehr gelitten!» Mittlerweile sieht er seine Zeit in Dortmund etwas differenzierter. Wohl auch, weil er bei Lazio Rom sein Glück gefunden hat. Letzte Saison war Immobile mit 39 Toren aus 44 Spielen gar der beste Torschütze Europas.

Der 3:1-Erfolg gegen den BVB dürfte für den 30-Jährigen dennoch eine Genugtuung gewesen sein, zumal Immobile am Ursprung des Sieges stand. Das frühe 1:0 nach nur sechs Minuten erzielte er selbst. Das spielentscheidende 3:1 bereitete der Stürmer vor.

Akpa Akpro trifft auf Vorarbeit von Immobile. Video: streamable

Rashford lässt «Zebras» jubeln

Einen überraschenden Sieg fuhr Manchester United gegen Paris Saint-Germain ein, das im August immerhin noch im Final gegen die Bayern stand. Doch war es wirklich überraschend? Schliesslich traten die «Red Devils» auswärts an und da waren sie zuletzt eine Macht. Wettbewerbsübergreifend hat die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer alle zehn Auswärtsspiele in dieser Saison gewonnen.

Erfolg im Zebra-Look: Manchester United ist auswärts nicht zu schlagen. Bild: keystone

Es scheint, als würde das neue Auswärtstrikot im Zebra-Look United beflügeln. Matchwinner war Marcus Rashford, der die englischen Gäste kurz vor Schluss zum Sieg schoss.

Das Siegtor von Marcus Rashford. Video: streamable

Vom Penalty-Deppen zum Penalty-Helden

Doch der Abend hätte für Manchester United ohne VAR auch ganz anders verlaufen können. Denn nach rund 20 Minuten erhielten die Engländer einen Penalty zugesprochen. Bruno Fernandes, bereits am Wochenende gegen Newcastle vom Punkt gescheitert, lief wie gewohnt im lässigen Galopp an – und sah seinen Schuss prompt von PSG-Keeper Keylor Navas pariert.

Der erste Penalty-Versuch von Bruno Fernandes Video: streamable

Doch Fernandes hatte Glück im Unglück. Denn der Penalty wurde wiederholt, weil sich Navas einen Augenblick zu früh von der Linie wegbewegt hatte. Im zweiten Versuch, mit einem gleich nervtötenden spektakulären Anlauf, klappte es dann mit dem Tor und Fernandes wurde vom Penalty-Deppen zum Penalty-Helden.

Der Lehrling schlägt den Meister

Andrea Pirlo feierte einen gelungenen Einstand in seine Champions-League-Karriere als Trainer. Juventus Turin erspielte auswärts bei Dynamo Kiew einen souveränen 2:0-Sieg. Speziell war diese Affiche für Pirlo, weil es gegen seinen «Entdecker» ging.

Mircea Lucescu war in der Saison 1998/99 Trainer von Inter Mailand. Bei den «Nerazzurri» war die rumänische Trainerlegende zwar nur einige Monate beschäftigt. Doch das reichte, um bei Pirlo, damals noch sehr jung und ebenfalls bei Inter, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. «Lucescu war mein erster Trainer. Er brachte mich als 15-Jährigen in die erste Mannschaft, und als 16-Jähriger gab ich mein Debüt», erzählte der 41-jährige Italiener vor dem Duell mit seinem alten Lehrmeister. Und: «Wir reden immer noch miteinander, ich werde ihm immer dankbar sein. Es ist eine gute Gelegenheit, ihn herauszufordern.» Die Herausforderung hat Pirlo gewonnen.

Seltene Torflaute

Keine Tore gab es im Duell zwischen Chelsea und dem amtierenden Europa-League-Sieger Sevilla. Das ist ungewöhnlich. Denn in der mittlerweile immerhin schon 62 Spiele andauernden Amtszeit von Trainer Frank Lampard bei den «Blues», ist es das erste 0:0 überhaupt.

Fatis Tor für die Geschichtsbücher

Ansu Fati hat sich einmal mehr in die Geschichtsbücher des Weltfussballs eingetragen. Das (noch) 17-Jährige Wunderkind des FC Barcelona traf gegen Ferencvaros Bukarest kurz vor der Pause zum 2:0 für die Katalanen. Es war das zweite Champions-League-Tor in der Karriere des jungen Spaniers. Damit ist er der erste Spieler überhaupt in der Geschichte der Königsklasse, der vor seinem 18. Geburtstag mehr als ein Tor erzielt.

Messis nächster Rekord

Wenn Champions League ist, ist auch ein Rekord von Lionel Messi selten weit. Wie Teamkollege Ansu Fati trug sich auch «der Floh» gestern einmal mehr in die Geschichtsbücher ein. Der Argentinier traf nämlich in der 16. Champions-League-Saison in Folge. Das ist bislang erst Manchester-United-Legende Ryan Giggs geglückt.

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