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Herthas Aufschwung mit Trainer Labbadia

Hertha BSC bleibt unter Trainer Labbadia weiter ungeschlagen. Am Samstag bezwingen die Berliner den FC Augsburg mit 2:0. 

2:0 Sieg der Hertha gegen Augsburg: Unter Trainer Bruno Labbadia bleiben die Berliner ungeschlagen.

Hertha BSC erlebt eine sonderbare Saison. Mit Bruno Labbadia ist nun schon der dritte Trainer in Berlin im Amt, er folgte auf den glücklosen Jürgen Klinsmann. Dessen Abschied in Berlin ist eine der bizarrsten Episoden der jüngeren Bundesliga-Geschichte: Selten hat es ein Coach geschafft, so geschlossen Klubführung, Anhängerschaft und Medien gegen sich aufzubringen. Dabei war Klinsmann zum Beginn seines Engagements schon ein Krisenhelfer, nachdem der Kroate Ante Covic auf ziemlich eindrückliche Art gescheitert war. Die Leistungsausweise beider Trainer können angesichts der sehr guten Fussballer, über die Hertha durchaus verfügt, als dürftig angesehen werden.

Folglich darf man sich fragen, was der neue Mann, Bruno Labbadia, nun wirklich anders macht als seine beiden Vorgänger. Denn Labbadia ist wahrlich kein Unbekannter in der Fussball-Bundesliga. Dass er sein Handwerk versteht, ein Team innert kurzer Zeit wieder auf Kurs bringen kann, ist keine Neuigkeit. Mit dem HSV gelang ihm ebenso der Klassenerhalt wie mit dem VfL Wolfsburg, den er im Februar 2018 übernommen hatte.

Auch in der zweiten Saison war er mit Wolfsburg erfolgreich, das Team qualifizierte sich für die Europa League. Dass beide Seiten darin übereinkamen, den Vertrag nicht zu verlängern, entpuppt sich nun als Glücksfall für Hertha BSC: Seit nunmehr vier Spielen ist Labbadia verantwortlich für das Team, keiner der Matches wurde verloren, drei gewonnen. Niemand redet mehr vom Abstieg.

Nicht nur das 4:0 gegen den Stadtrivalen Union Berlin ragt heraus. Auch ein 2:2 gegen RB Leipzig, neben den Bayern das wohl spielstärkste Team der Bundesliga, darf Labbadia sich und seiner Mannschaft zugutehalten. Am Samstag schlug Labbadias Equipe den FC Augsburg mit 2:0; Javairo Dilrosun traf in der 23. Minute aus nur sechs Metern, der Pole Krzysztof Piatek in der Schlussphase.

Der Aufschwung hat Gründe: Vladimir Darida, Herthas mitunter erratischer Spielgestalter, ist seit langem nicht mehr in solch blendend konstanter Spiellaune gesehen worden. Über Labbadia sagt er: «Jeder versteht, was er will. Wenn wir es gut machen, kann es sehr gut funktionieren.» Dabei beschränkt sich Labbadia nicht auf die Nutzung vorhandenen Potenzials. Auch die Jugend kommt zu Einsätzen, so der 19 Jahre alte Jessic Ngankam und der ein Jahr jüngere Lazar Samardzic, dem nicht bloss notorische Optimisten eine grosse Zukunft voraussagen. Ihn zu halten ist eine der Aufgaben des Managements in diesem Klub, in dem man sich seit dem Einstieg des Investors Lars Windhorts wieder ehrgeizig gibt. Ein «Big City Club» soll in Berlin nach dem Willen des Mäzens entstehen, der 224 Millionen Euro in Hertha BSC gesteckt hat.

Der erste Versuch ist es nicht, in Berlin dem fussballerischen Mittelmass zu entkommen. Doch nachdem Klinsmann fluchtartig die Stadt verliess, hat Windhorst den Posten, den Klinsmann im Aufsichtsrat einnahm, neu besetzt: Jens Lehmann, ebenfalls stark polarisierender deutscher Ex-Internationaler, soll Fussballsachverstand garantieren. Hinzu kommt Marc Kosicke, der den Liverpool-Coach Jürgen Klopp berät.

Einstweilen dürfte zumindest die Position des Trainers wenig Anlass zu Diskussionen geben. Vielmehr hoffen nicht wenige in Berlin, dass die Hertha in Labbadia per Zufall zur Dauerlösung gekommen ist.

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