Switzerland

Her mit dem Frühling! – Diese Blume führt arglose Konsumenten an der Nase herum

Seit Wochen springen sie uns in den Supermärkten ins Auge: Tulpen aus den Niederlanden in allerlei Farben. Die (vermeintlichen) Frühlingsblumen zeigen, wie schwach der Mensch doch ist. 

Verführerisch, aber komplett aus der Saison gefallen: Tulpen in vielen Farben, aufgenommen im Februar.

Verführerisch, aber komplett aus der Saison gefallen: Tulpen in vielen Farben, aufgenommen im Februar.

Karin Hofer / NZZ

Falls Sie es in der grauen Trostlosigkeit der vergangenen Tage verpasst haben sollten: Der Frühling steht vor der Tür. Er strahlt uns an in allerlei Farben, in Orange und Gelb und Rot und Weiss auf Grün. Und das seit Wochen! Eigentlich, so will uns der Detailhandel zumindest weismachen, ist der Winter bereits seit Weihnachten Geschichte. Denn kaum ist der Klimbim mit Samichlaus- und Verschneite-Landschaften-Motiven aus den Regalen verschwunden, dominieren sie das Bild: Tulpen aus den Niederlanden, zum Beispiel 25 Stück der Bund für 7 Franken 95. Falls man Glück hat und eine Aktion erwischt.

Von Weihnachtsstern zu Frühlingsblume – es handelt sich um die krasseste Umstellung überhaupt, wie mehrere Mitarbeiterinnen von Blumenabteilungen bestätigen. Und nein, das habe nichts mit dem Klimawandel zu tun. Tulpen würden seit Jahren bereits im Dezember angeboten. Allein, macht es das besser?

Die Schlimmen unter uns

Doch bevor wir die Nase rümpfen von wegen klimaschädlicher Importware aus Massenhaltung, die nach ein paar Tagen ohnehin im (Grün-)Abfall landet, halten wir uns lieber an harte Fakten der floralen Ökonomie: Tulpen aus einheimischer Zucht wären nie in der Lage, die Nachfrage zu decken. Schliesslich importiert die Schweiz jedes Jahr über 2000 Tonnen der schmucken Liliengewächse aus den Niederlanden.

Schweizer Tulpen haben einen Marktanteil von 20 Prozent. Sie stehen, obwohl genauso in Massentreibhäusern produziert, für Qualität. Doch das macht sie zwei- bis dreimal so teuer wie die niederländische Konkurrenz – ein weiterer Nachteil aus Sicht von wintergeplagten Konsumenten, die zwar ein paar Farbtupfer mit nach Hause nehmen, aber dafür bitte schön nicht zu viel bezahlen wollen.

Wir wollen auch nichts hören von überflüssigen, weil komplett aus der Saison gefallenen Produkten, die uns die grossen Supermarktketten angeblich andrehen wollen mit ihrer verführerischen, pardon, mit ihrer irritierenden Auslage mit Hunderten von Früh-lingen in handlichen Sträussen und Plastikfolie, die dann noch in Papier verpackt werden (noch mehr Abfall!). Dies natürlich am Ein- und Ausgang vieler Filialen (es gibt kein Entkommen!).

Nein, die Schlimmen hier sind nicht Migros, Coop oder ihre deutschen Mitbewerber, sondern wir selbst, die Käuferinnen und Käufer, die schwach werden.

Laster der Zwischenzeit

Tulpen im Januar und Februar bedienen die menschliche Ungeduld. Es ist ein Laster, das gerade in dieser Zwischenzeit des Jahres kaum in den Griff zu bekommen ist: Was will man denn machen, wenn mangels Schnee im Flachland kein Wintergefühl aufkommen will? Wenn die Tage wieder länger werden, die ersten Vögel wieder zwitschern, wenn Schneeglöckchen und Krokusse sich längst gezeigt haben auf grünen Wiesen?

Es sind übrigens nicht nur Amateure, die auf die kurzlebigen Schnitttulpen in den Geschäften hereinfallen. Blumenkenner können ebenfalls nicht widerstehen. Sie machen sich vielleicht etwas vor zu Hause, indem sie die Vasen nur mit wenig Wasser füllen. Oder indem sie die Stengel anstechen mit einer Nadel. Die Blüten, so erzählt man sich, sollen so länger halten.

Doch im Grunde wissen sie ganz genau: Die «richtigen» Tulpen kommen aus der Zwiebel, die man im Spätherbst zu Dutzenden in die Erde gesteckt hat im Garten (und dabei die eine oder andere aus dem Vorjahr sauber gespalten hat mit dem Schäufelchen). Ihnen könnte man jetzt zuschauen beim Wachsen. Ihre Knospen zeigen an, wann wirklich Frühling ist . . .

Aber eben, das dauert viel zu lang! Noch stehen die Erdlinge im Schatten der Schnitttulpen aus dem Laden. Morgen ist es Zeit für einen neuen Strauss.

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