Switzerland

Happenings und dadaistische Aktionen: Die Jugendunruhen der Achtziger waren mehr als Strassenkämpfe

Vor vierzig Jahren haben die achtziger Unruhen Zürich durchgeschüttelt. Olivia Heussler war mittendrin, hat die Kämpfe auf der Strasse, aber auch die lustvollen, dadaistisch anmutenden Aktionen fotografisch festgehalten.

Ein Bild, das zur Ikone geworden ist – und der Fotografin Olivia Heussler erste Aufträge einbrachte.

Ein Bild, das zur Ikone geworden ist – und der Fotografin Olivia Heussler erste Aufträge einbrachte. 

Olivia Heussler

Das Bild ist nicht nur eines der bekanntesten der Zürcher Fotografin Olivia Heussler, sondern es ist längst auch zur Ikone geworden: Polizisten in Kampfmontur, von ganz nah aufgenommen, drängen mit ihren seltsam anmutenden Schilden aus Drahtgeflecht Demonstranten zurück. Eine Frau stellt sich einem finster blickenden Stadtpolizisten entgegen und hält seinen Schild mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit fest. Ihre Blicke treffen sich nicht, und auch sonst scheinen alle Personen auf dem Bild in unterschiedliche Richtungen zu schauen.

Den besten Standort gefunden

Die Aufnahme ist nicht nur von Inhalt und Gestaltung her besonders, sie hat auch dafür gesorgt, dass die damals noch sehr junge Olivia Heussler zu ihren ersten Aufträgen als freischaffende Fotografin kam, wie sie bei einem Rundgang durch ihre aktuelle Ausstellung in der Photobastei erzählt. Die Verantwortlichen der Agentur Keystone staunten damals darüber, wie sie beim Geschehen am Limmatquai den besten aller möglichen Fotostandorte erobern konnte, nämlich einen Sockel beim Eingang zum Rathaus. Als Polizei und Demonstranten aufeinandertrafen, war sie mittendrin im Geschehen.

Überhaupt hat man beim Betrachten von Olivia Heusslers Bildern der achtziger Unruhen stets den Eindruck, dass sich die Fotografin nicht geschont hat. Sie stand dort, wo es hart auf hart ging, wurde beschimpft und bekam nicht selten den Strahl der Wasserwerfer am eigenen Leib zu spüren. Als sie sich bei der Polizei um eine Armbinde bemühte, mit der sie als Fotografin zu erkennen gewesen wäre, lehnte man ihr Gesuch ab. Dabei hatte sie schon für Keystone gearbeitet und absolvierte nun ein Praktikum beim «Blick».

Anstellen lassen hat sich Olivia Heussler nie, sie arbeitete immer auf eigene Faust, war aber «als Freie» unter anderem für «Tages-Anzeiger» oder NZZ tätig. Als freie Fotografin reiste sie auch in verschiedene Krisen- und Kriegsgebiete, verbrachte unter anderem längere Zeit in Nicaragua. Auch bei den Auslandseinsätzen versteckte sie sich nie. Bezeichnend ist, dass sie für ihre Arbeit weder Zoom noch Teleobjektiv verwendete. Dies hätte ihr zwar Sicherheit gegeben, aber auch Distanz geschaffen.

Nicht nur Krawallszenen

Vor zehn Jahren ist das Buch «Zürich Sommer 1980» erschienen, das die wichtigsten Bilder Heusslers aus jener Zeit grossformatig zeigt. Es fokussiert stark auf die Krawalle, die Auseinandersetzungen auf der Strasse. Tränengasnebel überall, Demonstranten, die einen Verletzten aus der Schusslinie ziehen, immer wieder Polizisten und Demonstranten, die aufeinanderprallen. In der soeben eröffneten Ausstellung in der Photobastei geht Heussler das Thema breiter an und lässt auch die kreativen Seiten der Bewegung mit ihren anarchistischen, dadaistisch anmutenden Aktionen aufleben.

Zu sehen sind etwa Bilder jener aufsehenerregenden Aktion, bei der sich Dutzende von Demonstranten als Polizisten verkleideten (mit Brotkörbchen als Schild) und die richtige Polizei, deutlich überfordert, die Jugendlichen ausgerechnet unter dem Pestalozzi-Denkmal an der Bahnhofstrasse einkesselte. Oder das Bild jener Szene, in der man an einer Demonstration riesige aufblasbare Eisbären, die eigentlich der Werbung für das Süssgetränk Sprite dienten, zusammen mit einem grossen Eisblock aus Styropor, beschriftet mit «Packeis», durch die Strassen schob. «Die Achtziger waren eben auch eine lustvolle Sache», sagt Olivia Heussler dazu. 

Vor dem «Odeon» im Juni 1980.

Vor dem «Odeon» im Juni 1980.

Olivia Heussler

Olivia Heussler: Zürich, the eighties! Ausstellung in der Photobastei, Sihlquai 125, 3. Stock, Mi–Sa 12–21 Uhr, So 12–18 Uhr. Bis 8. März.

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