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Grenzkonflikt mit der EU um Flüchtlinge: Erdogan hat das Machtspiel nur aufgeschoben

Anfang März hatte der Mann, der Europa die Flüchtlinge vom Leib hält, genug. Weil die EU angeblich zu wenige Hilfsgelder schickt, legte der türkische Machthaber Recep Tayyip Erdogan (66) den Deal mit der EU einseitig auf Eis und liess die Grenzen offen. Tausende Flüchtlinge und Migranten nutzten die Chance und strömten an die Grenze, die türkische Regierung charterte gar Busse, um sie hinzubringen.

Nach Uno-Angaben hatte die Türkei zu diesem Zeitpunkt allein 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Im Kampf um die syrische Rebellenhochburg Idlib nahe der türkischen Grenze drohten neue Vertreibungen.

Was wurde aus ...?

Es gab eine Welt vor Corona. Und es gab viele spannende Themen, über die wir geredet haben – bevor das Virus alles überschattete. Worum gings da nochmal? Was hat uns vor drei Monaten beschäftigt? Und was ist daraus geworden? BLICK zeigt einen grossen Überblick über die News von gestern, die jetzt wieder aktuell werden. Oder es die ganze Zeit über geblieben sind.

Die EU reagierte panisch auf Erdogans Machtpoker. Griechische Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Stacheldraht und Warnschüsse ein. Mindestens ein Mensch starb – vermutlich erschossen von griechischen Grenzwächtern. Vor Lesbos ertrank ein Kleinkind.

Noch immer sind 1600 unbegleitete Kinder auf den griechischen Inseln

Die dramatische Situation an der EU-Aussengrenze erledigte sich mit dem Lockdown kurzfristig. Trotz der einseitigen Grenzöffnung sind in diesem Jahr laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erst 9866 Menschen (Stand 24. Mai) via Land oder See von der Türkei nach Griechenland eingereist. In den überfüllten Lagern auf Lesbos, Chios und Samos sitzen aktuell 37'250 Flüchtlinge und Asylsuchende fest. Handhygiene und Abstand halten? Unmöglich. Von rund 1600 unbegleiteten Minderjährigen hat die Schweiz im Mai 23 aufgenommen.

Mit den Lockerungen in beiden Ländern fürchtet Griechenland, dass sich bald wieder mehr Schutzsuchende auf den Weg in Richtung EU machen. Für Erdogan war das Machtspiel nämlich nur aufgeschoben – nicht aufgehoben.

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