Switzerland

Gewissheiten trotz Gespenstern

Auch in der letzten Super-League-Runde haben die Young Boys etwas zu feiern: Sie siegen gegen St. Gallen 3:1, haben den Liga-Rekordtorschützen und melden einen Millionentransfer.

Die Berner Young Boys bejubeln ihr 1:0-Führungstor; mit dem Treffer wird Jean-Pierre Nsame alleiniger Rekordtorschütze für die Super League.

Die Berner Young Boys bejubeln ihr 1:0-Führungstor; mit dem Treffer wird Jean-Pierre Nsame alleiniger Rekordtorschütze für die Super League.

Anthony Anex / Keystone

Der Abend im Wankdorf-Stadion diente als Steilvorlage, um ein weiteres Mal gedanklich abzuschweifen, in eine andere Welt, ausserhalb Corona. YB gegen St. Gallen hätte, ob nun Finalissima oder lediglich Feierstunde, ein farbiges Programm geboten. 30 000 in der Arena, Lärm, Tempo, Dichte, mehr könnte die Super League nicht bieten. Der Match war intensiv, überdurchschnittlich, obschon am Ende B-Mannschaften zu sehen waren. 3:1. Aber eben: Es fehlte einiges. Auch bei der verregneten Pokalübergabe. Fussball unter Corona-Konditionen heisst Entzug.

Nun, der Abend bot neben Gespenstischem auch Gewissheiten. So traf der YB-Topskorer Jean-Pierre Nsame schon in der ersten Halbzeit zwei Mal ins Tor, wodurch er mit 32 Saisontoren zum alleinigen Rekordtorschützen der Super League avanciert ist. Für YB gilt die für die Zukunft womöglich etwas belastende Feststellung, dass für die Torschüsse oft nur Nsame zuständig ist. Er trifft seit vielen Wochen, und wer sonst? Ob Nsame den Klub verlassen wird, wie er das in normalen Zeiten zweifellos tun würde, bleibt offen.

Im Gegensatz zum jetzt feststehenden Transfer des 21-jährigen Jordan Lotomba, der in die Ligue 1 zu Nizza wechselt. Laut französischen Quellen soll das Transfervolumen 6 bis 7 Millionen Euro betragen. Das ist beträchtlich in Anbetracht von Corona und der Tatsache, dass Lotomba in dieser Saison 27 und in der letzten nur deren 5 Einsätze summierte. Aber es ist ein Hoffnungsschimmer für den Schweizer Fussball. Einträgliche Transfers bleiben möglich.

Auf der Ostschweizer Seite fehlte der Stürmer Cédric Itten auf dem Matchblatt. Auch diese Absenz wird mit einem möglichen Abgang in Verbindung gesetzt. Das wäre der zweite Verlust in der St. Galler Offensive, weil der zum SC Freiburg in die Bundesliga wegziehende Ermedin Demirovic sein letztes Spiel absolvierte. St. Gallen minus Itten und Demirovic würde bedeuten: St. Gallen minus 33 Tore.

Saisonende bedeutet auch Abschied. So durfte der 37-jährige Marco Wölfli nochmals für YB ins Tor stehen, es war sein 462. und letztes YB-Spiel. Eigentlich nicht vorstellbar, dass eine solch lange und von Klubtreue gekennzeichnete Karriere in einem weitgehend leeren Stadion zum Schlusspunkt kommt. Aber es ist alles so, wie es ist. Das gilt auch für die Geister-Pokalübergabe.

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