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Gewiss ist nur die Ungewissheit: Eine Saisonprognose für den FC Aarau bringt sogar Hellseher an die Grenze

Das Wetter meint es gut und beschert uns auch im Herbstmonat September hochsommerliche Temperaturen. Noch also reicht beim Zubettgehen ein dünnes Laken. Doch der Tag naht, an dem das Wetter kippt und an dem unter eine dicke Decke kriechen muss, wer nicht frieren will.

Dies gilt im übertragenen Sinn auch für den FC Aarau: Für das erste Ligaspiel stehen Cheftrainer Stephan Keller nur gerade 14 Feldspieler mit Profivertrag zur Verfügung. Wenn in den nächsten Tagen der eine oder andere Angeschlagene zurückkehrt, wird dies die Situation nur bedingt entschärfen. 16, 17 mögen genug Spieler für die ersten paar Wochen einer Saison sein, doch sobald draussen die Temperaturen purzeln, erfahrungsgemäss einhergehend mit den ersten Sperren und Verletzungen, ist eine dicke Personaldecke nötig, um weiter kompetitiv zu bleiben.

In der bevorstehenden Saison erfordern zudem zwei weitere Gründe eine ausreichende Kaderbreite: So ist davon auszugehen, dass immer mal wieder ein Spieler wegen Corona zehn Tage in die Quarantäne muss. Und dass im Kader des FC Aarau vier Profineulinge stehen, ist löblich und die neue Strategie in die Tat umgesetzt – doch wie die Rookies auf die physische Belastung und das fussballerisch höhere Niveau reagieren, ist ungewiss.

Drei, eher vier substanzielle Neuzuzüge in der Defensive und in der Offensive muss Sportchef Sandro Burki noch finden, damit das offizielle Saisonziel, ein Rang in der oberen Tabellenhälfte, kein Wunschtraum bleibt. Dafür braucht es nebst genügend Alternativen auf der Ersatzbank eine Achse vom Goalie bis zum Stürmer, die stabil und auf hohem Level performt: Sie besteht aus Simon Enzler, Jérôme Thiesson, Olivier Jäckle, Elsad Zverotic und Shkelzen Gashi. Gemäss den Eindrücken in der Vorbereitung und im Cupspiel gegen Wil harmoniert das Quintett. Doch man darf nicht vergessen: Ausser Enzler waren alle Achsenspieler Teil der Mannschaft, die zuletzt für die schlechteste Saison seit zehn Jahren sorgte.

Ein Fragezeichen steht auch hinter der Personalie Stephan Keller: Die Idee, Keller könne in den letzten sieben Spielen der vergangenen Saison die Mannschaft in höhere Tabellengefilde führen, wurde wie befürchtet zum Rohrkrepierer. Doch seither ist es Keller gelungen, dass im Brügglifeld nun viele Direktbeteiligte von «Aufbruchstimmung» und «Leistungskultur» sprechen.

Die Trainings sind für die Spieler keine lästige Pflicht, sondern jedes Mal ein Erlebnis. Sie haben sich schnell angefreundet mit Kellers Fussballphilosophie, für die der Überbegriff «Tempo» wohl am besten taugt: Tempo im Attackieren des Gegners, Tempo im Angriffsspiel, Tempo in der Ballzirkulation.

Im Cup gegen Wil hat sich der gute Eindruck ein erstes Mal bestätigt. Doch wie reagiert Greenhorn Keller, für den Aarau die erste Station als Profitrainer ist, auf Rückschläge? Behält er wie Vorgänger Patrick Rahmen auch in Krisenzeiten die Nerven und das Vertrauen der Mannschaft? Kann er die Anfangseuphorie in den Alltag der Saison retten?

All dies mündet darin, dass vor der neuen Saison nur eines gewiss ist: die Ungewissheit. Eine Prognose zu wagen, in welcher Tabellenregion der FC Aarau am Ende landen wird, war selten so schwierig. Von Mitreden um einen der zwei Aufstiegsplätze bis zu Bangen um den Klassenerhalt sind alle Szenarien denkbar.

Ein Lerneffekt aus der vergangenen Saison sollte sein, der Realität Auge zu blicken: Nicht wenige sind der Meinung, dass der FC Aarau im Sommer nur deshalb nicht in die Bredouille kam, weil es wegen Corona keinen Absteiger aus der Challenge League gab.

Was für den FC Aarau gilt, gilt für die ganze Liga: Sogar Hellseher müssen für eine Saisonprognose an ihre Leistungsgrenze gehen. Dennoch der Versuch: Logischer Aufsteiger wäre das mit China-Millionen vollgepumpte GC. Doch ist die zusammengewürfelte Truppe bereit, in der unprätentiösen Challenge League Gras zu fressen? Eher traut man dies den Spielern des FC Thun zu: Der Substanzverlust beim Super-League-Absteiger hielt sich in Grenzen, die Mannschaft ist eingespielt und heiss auf Wiedergutmachung.

Hinter den Aufstiegsfavoriten GC und Thun begegnen sich mit Aarau, Winterthur, Xamax, Schaffhausen, Kriens und Wil sechs Teams auf Augenhöhe. Zwei Bücher mit sieben Siegeln sind in sportlicher sowie in finanzieller Hinsicht die grauen Mäuse Stade Lausanne-­Ouchy und Chiasso.

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