Switzerland

Geteilte Meinung über Lockdown in der Marktgasse: Coronamüdigkeit und Wunsch nach Normalität

Der vom Kanton Aargau schon vor Weihnachten angeordneten Schliessung von Einkaufsläden wegen sind am Samstagvormittag auch im Rheinfelder Städtli viele Geschäfte zu. Geöffnet haben nur die Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten. Nur wenige Passanten sind unterwegs und fast alle tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Ein paar Marktstände verkaufen am Storchenturm ihre Produkte. Dort tummeln sich vergleichsweise noch viele Kunden.

Im Friseursalon André & Angelo lassen sich drei Kunden die Haare schneiden, mehrere Frisiertische sind unbesetzt. «Die Anzahl der Kunden variiert mit der politischen Stimmung», meint Angelo Prezzavento. Im November kamen deutlich weniger Kunden. Dann wurde es im Dezember zunächst wieder besser. Seit viele Geschäfte in der Marktgasse schliessen mussten, ist im Städtli weniger los.

Er bemerkt einen neuerlichen Kundenrückgang. Der Friseursalon spürt auch, dass keine deutschen Kunden mehr kommen dürfen. «Ich bin für die Massnahmen, wenn es wirklich etwas brächte, aber ich habe das Gefühl, dass es nicht wirklich etwas bringt», meint Prezzavento. «Ich hoffe, dass alles wieder normal wird.»

Seit vier Wochen dürfen Gäste im Restaurant Rhein-­Mühle nicht mehr normal bewirtet werden. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr setzte Wirt Andy Neaves auf ein Take-away-Angebot. «Im Grossen und Ganzen wird es gut angenommen», meint Neaves. In der warmen Jahreshälfte besser, was er auf die angenehmeren Temperaturen zurückführt.

Er hält die verordneten Massnahmen für richtig. «Es wäre gut, wenn sich alle daran halten. Das Problem ist, dass das nicht alle machen. Es gibt Leute, die sich bevormundet fühlen oder meinen, das ginge sie nichts an. Wir sollten die Experten ihren Job machen lassen», sagt Neaves. Er zeigt sich überzeugt, dass die Schweiz auf einem guten Weg ist, da mittlerweile auch ein Impfstoff verfügbar ist.

Stricken als guter ­Corona-Zeitvertreib

Als Heimwerkergeschäft durfte die Gomitolo Strickeria bislang noch öffnen. Inhaberin Cornelia Thommen weiss aber nicht, ob sie mit dem Bundesratsbeschluss nach dem Wochenende noch öffnen darf. «Wir hoffen auf einen positiven Bescheid, rechnen aber nicht damit», meint Thommen. Gerade wenn die Menschen vermehrt zuhause bleiben müssten, sei Stricken ein guter Zeitvertreib, der den Leuten guttue, sagt sie.

Seit die anderen Geschäfte geschlossen haben, verzeichnet die Strickeria weniger Kunden. In der Altstadt Papeterie Jäger gab es bislang noch einen guten Kundenverkehr. Hans-Peter Jäger bemängelt aber, dass derzeit ein gewisses Chaos herrsche. «Wenn man einen Lockdown macht, muss man ihn richtig und konsequent machen und nicht halbherzig», meint Jäger. Auch Schulen sollten seiner Meinung nach schliessen, da das mutierte Coronavirus noch ansteckender sei.

Kein Verständnis für ­weiterhin offene Schulen

Ein Rheinfelder eilt durch die Marktgasse. «Ich bin pensioniert. Ich finde die Massnahmen gut», sagt er. Zwei Frauen spazieren die Strasse hin­ab. «Ich hoffe, dass die Massnahmen helfen. Ich finde es aber komisch, dass die Läden jetzt am Wochenende noch öffnen dürfen, wenn dann alle zumachen müssen», sagt die eine Rheinfelderin.

Sie hofft, dass der Lockdown nur bis Februar dauert, die Läden nicht länger geschlossen bleiben müssen und bald wieder Normalität einkehrt. Ihre Begleiterin sieht es ähnlich. «Ich verstehe aber nicht, dass die Schulen nicht geschlossen werden», sagt sie. Homeschooling ist ihrer Ansicht nach einfach umzusetzen, während bei Ladenschliessungen die Gefahr drohe, dass Jobs verloren gehen.

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