Switzerland

Gestohlene Bilder: Ein Mitarbeiter der Galerie der Klinik Barmelweid soll der Dieb sein

Die Gemälde aus Bolligers «Schutzengel-Serie» haben einen Wert von insgesamt rund 4200 Franken. Der nächtliche Diebstahl war von der Security erst am Folgetag bemerkt worden. Die in die Jahre gekommene Überwachungskamera lieferte nur unscharfe Bilder.

Nun klärt sich die Sache auf. Wie Bolliger sagt, wurde er am Mittwoch von einem ihm unbekannten ehemaligen Densbürer kontaktiert. Dieser hatte die Werke auf der Verkaufsplattform ricardo.ch gesehen. Verkäufer: das Konkursamt Oberentfelden. Bolliger telefonierte herum; der Polizei, dem Konkursamt, der Klinik Barmelweid.

Weil die Leinwandgemälde nicht nur auf einem ungewöhnlichen Keilrahmen aufgezogen waren, sondern auch Bolligers Signatur und das Entstehungsdatum trugen, besteht kein Zweifel, dass es sich um das Eigentum des Künstlers handelt, das er als Leihgabe der Barmelweid zur Verfügung gestellt hatte. Aber wie waren sie zum Konkursamt gelangt?

Bilder kamen in den Nachlass

Wie sich herausstellte, hat das Konkursamt die Bilder aus dem Nachlass eines Mannes, der im Dezember 2019 unerwartet verstorben ist. Das Konkursamt, mit der Nachlassverwaltung betraut, ging offenbar davon aus, dass er die Bilder rechtmässig erworben hatte, und bot sie zum Verkauf an.

«Nach ersten Erkenntnissen dürfte es sich beim Verstorbenen, einem Schweizer aus dem Bezirk Kulm, um den Dieb der Bilder gehandelt haben», sagt Kantonspolizei-Sprecher Bernhard Graser gestern auf Anfrage der AZ. Die Ermittlungen seien im Gange.

Etwas anderes hat sich gestern im Laufe des Tages noch herauskristallisiert: Beim mutmasslichen Dieb handelte es sich um einen Mitarbeiter der Klinik Barmelweid.

Dort bestätigt man die Verbindung. Sprecherin Martha Brem betont, man bedaure den Vorfall. «Es tut uns leid, dass die beiden Bilder von Peter Bolliger verschwunden sind. Umso mehr freuen wir uns mit ihm, dass diese jetzt wieder aufgetaucht sind und hoffentlich bald an ihn zurückgehen.» (nro)