Switzerland

General Motors wendet sich von Trump ab und bekennt sich zum Klimaschutz

GM-Chefin Mary Barra (r.) bei einem Treffen mit Donald Trump im Februar 2017. Bild: EPA

General Motors wendet sich von Trump ab und bekennt sich zum Klimaschutz

Der Autobauer General Motors zieht sich aus dem Kampf der Trump-Regierung gegen schärfere Verbrauchsvorschriften in Kalifornien zurück. Das ist auch ein Erfolg für den neuen Präsidenten Joe Biden.

Joe Biden macht ernst in Sachen Klima. Am ersten Arbeitstag als Präsident will er den US-Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig machen. Am Montag ernannte er den früheren Aussenminister John Kerry – einen Freund aus gemeinsamen Tagen im Senat – zum so genannten «Klimazar», also zum Sonderbeauftragten für die Klimakrise.

Damit signalisiert der gewählte Präsident, dass der Kampf gegen den Klimawandel für ihn höchste Priorität hat. Biden kann dabei auf Unterstützung aus der Wirtschaft zählen: Der grösste US-Autobauer General Motors gab ebenfalls am Montag bekannt, dass er nicht länger mit der Trump-Regierung gegen schärfere Verbrauchsregeln kämpfen will.

John Kerry (l.) wurde von seinem alten Freund Joe Biden zum obersten Klimaschützer der USA ernannt. Bild: keystone

Der Rückzug erfolge «sofort», gab GM-Konzernchefin Mary Barra in einem Brief an grosse Umweltorganisationen bekannt. Sie unterstützte ausdrücklich eine Aussage des gewählten Präsidenten Joe Biden, wonach die USA mit dem Übergang zu Elektrofahrzeugen «den Automarkt im 21. Jahrhundert wieder beherrschen können».

Kalifornien gegen Trump

Der Vorgang sei «eine öffentliche Demütigung» für Trump, schrieb die «New York Times». Seit seinem Amtsantritt hatte sich der abgewählte Präsident als Förderer fossiler Energien profiliert und den Klimawandel als «Schwindel» bezeichnet. Dabei weichte er sukzessive die von seinem Vorgänger Barack Obama erlassenen schärferen Umweltvorgaben auf.

Das betrifft auch den Treibstoffverbrauch von Neuwagen. Nach den Vorgaben der Obama-Regierung sollte der Durchschnittsverbrauch bis 2025 deutlich sinken. Donald Trump hingegen wollte ihn auf dem für 2020 vorgesehenen Wert einfrieren. Worauf Kalifornien beschloss, die Emissionsstandards aus eigener Initiative zu verschärfen.

Der bevölkerungsmässig grösste US-Bundesstaat schloss dazu eine Vereinbarung mit den Herstellern Ford, Honda, BMW, Volkswagen und Volvo ab, die sich mit kleinen Abstrichen an den Obama-Vorgaben orientierte. Kalifornien darf seit 1968 wegen der Smog-Gefahr in Los Angeles schärfere Vorschriften erlassen. Dieses Privileg wollte die Trump-Regierung nun streichen.

Gouverneuer Gavin Newsom kündigte im September an, dass in Kalifornien ab 2035 nur noch Autos ohne Verbrennungsmotor zugelassen sind. Bild: keystone

Unterstützt wurde sie von General Motors, Toyota und Fiat Chrysler, die argumentierten, in den USA müssten einheitliche Regeln gelten. Das wiederum liess Kalifornien nicht auf sich sitzen. Der Golden State reichte mit 23 weiteren Bundesstaaten letztes Jahr Klage gegen den Versuch der Bundesregierung ein, seine Befugnisse zu beschneiden.

Elektro-Offensive von GM

Mit der Abwahl von Donald Trump und dem Ausscheren von GM dürften die Karten neu gemischt werden. Ein Sprecher von Toyota schrieb der «New York Times», man werde die Situation «neu beurteilen», strebe aber weiterhin einheitliche Verbrauchsregeln in allen 50 Staaten an. Fiat Chrysler wollte sich nicht äussern.

Erst letzte Woche hatte GM eine eigentliche Elektro-Offensive angekündigt. Bis 2025 solle die Modellpalette in den USA zu 40 Prozent aus Autos mit Batterieantrieb bestehen. Die Investitionen in diesen Bereich sollen um ein Drittel auf 27 Milliarden Dollar erhöht werden. «Der Klimawandel ist real, und wir wollen Teil der Lösung sein», meinte Mary Barra.

Bald im ganzen Land

Es wäre ein eigentlicher Kulturwandel, denn General Motors war bislang nicht als grosser Förderer von E-Autos bekannt. Ebenfalls letzte Woche musste der Konzern aus Michigan zehntausende Elektro-Fahrzeuge Chevrolet Bolt EV wegen der Gefahr von Akkubränden in die Garagen zurückrufen. Das grosse Geld macht GM bislang mit SUVs und Pickups.

Der neue Präsident Joe Biden begrüsste in einer Mitteilung vom Montag den von Mary Barra angekündigten Kurswechsel. Beobachter erwarten, dass er die Vereinbarung von Kalifornien mit den Autoherstellern auf das ganze Land ausweiten wird. Die zuständige Beamtin Mary Nichols gilt als mögliche Direktorin der Umweltbehörde EPA in der Regierung Biden.

Mit wem Biden regieren könnte

Können die USA einfach «Au Revoir» zum Klimapakt sagen?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trump ist gefeuert! Die lustigsten Memes, die Trumps Wahl-Debakel auf den Punkt bringen

Hinweis: Die Bilder oder Videos werden nicht angezeigt? Klicke auf diesen Link, um alles zu sehen.

Donald Trump hat seine Anhänger monatelang aufgefordert nicht brieflich abzustimmen. Daher haben (während der Corona-Pandemie) viel mehr Demokraten als Republikaner per Post abgestimmt, was das Resultat zugunsten von Biden gedreht hat.

Wenn Trump in Arizona aufholt, sind das gültige Stimmen.Wenn Biden in den anderen Staaten aufholt, ist es Betrug. 🤔

Trump: «Hört auf die Wahlzettel zu zählen!»Auch …

Link zum Artikel

Football news:

Ole-Gunnar sulscher: Liverpool liegt mit Manchester United ein paar Punkte zurück, bleibt aber weiterhin Top-Team
Zlatan über das 0:3 gegen Atalanta: Ilicic hätte noch mehr erzielen können. Er hatte viel Platz
Andrea Pirlo: eine Trophäe ändert nichts. Ich will mehr gewinnen
Sethien könnte das chinesische Dalian anführen. Benitez verließ gestern den Klub
Manchester United will nach Aussagen von FIFA und UEFA nicht in die Super League einsteigen. Real und Juve bestehen darauf, ein Turnier zu Gründen
Sokratis unterschreibt bei Olympiakos Piräus einen Vertrag bis 2022 und für 2,5 Millionen Euro wechselt Abwehrspieler Sokratis papastatopoulos zu Olympiakos Piräus. In den nächsten zwei Tagen wird der 32-jährige Grieche medizinisch untersucht, danach wird der deal geschlossen. Sokratis unterschreibt einen Vertrag bis 2022 mit einem Gehalt von 2,5 Millionen Euro im Jahr. Auch Lazio Rom, Betis Sevilla und Genoa haben sich qualifiziert. Am 20. Januar hatten Sokratis und der FC Arsenal den Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst
Barça-Verteidiger Deest: ich Spüre die Unsicherheit. Es ist wichtig, Sie zurückzugeben und so zu spielen, wie es Barcelona vor Dem hintergrund der instabilen Leistungen der Mannschaft in dieser Saison erlebt hat