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Geldblog: Vermögensverwaltung: Wie sich Leistungen und Preise vergleichen lassen

Wer sich nicht um die Verwaltung seines Geldes kümmern will, kann dies an die Bank delegieren – bei den Gebühren für die Vermögensverwaltung gibt es aber enorme Unterschiede.

Gebühren sind nicht alles: Gerade bei der Vermögensverwaltung sollte man aufpassen, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleicht.

Gebühren sind nicht alles: Gerade bei der Vermögensverwaltung sollte man aufpassen, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleicht.

Illustration: Christina Baeriswyl

Meine Bank, die UBS, hat mir die UBS Manage Anlagestrategie empfohlen. Da ich über 150’000 Franken verfüge, möchte ich diese langfristig investieren. In 15 Jahren werde ich pensioniert und möchte das Geld nicht einfach auf meinem Konto liegen lassen. Was halten Sie von diesem Produkt? Die Spesen sind 1,5 Prozent jährlich. Leserfrage von R.R.

Die Ihnen von Ihrer Bank vorgeschlagene Strategie unter dem Label UBS Manage ist eine Vermögensverwaltungslösung. Sie würden somit die Verwaltung Ihres Ersparten an die Bank delegieren, während die Bank das Portfolio im Rahmen des mit Ihnen festgelegten Risikoprofils auf der Basis der bankeigenen Markteinschätzungen investiert, überwacht und bei Bedarf optimiert. Sie erreichen damit eine breite Diversifikation und profitieren vom Expertenwissen der Grossbank in allen wichtigen Anlageklassen und Anlagestilen. Je nachdem, wie viel Risiken Sie eingehen wollen und können, nutzen Sie eines der sechs Anlageprofile, wobei seitens der Bank bei der Umsetzung in erster Linie Fonds und vergleichbare Anlagevehikel eingesetzt werden.

Dies alles gibt es nicht gratis. Je nach gewähltem Risiko- und Anlageprofil fallen mehr oder weniger hohe Pauschalgebühren an. Wie ich Ihren Zeilen entnehme, würden Sie eine Pauschale von 1,5 Prozent pro Jahr bezahlen. Sie würden somit eine ausgewogene Strategie mit einem Aktienanteil von rund der Hälfte wählen. Da Sie Ihr Geld in den nächsten 15 Jahren nicht benötigen, macht es aus meiner Sicht Sinn, wenn Sie, wie Ihnen von Ihrer Bank empfohlen wurde, einen Aktienanteil von wenigstens rund 50 Prozent nutzen, da ein solcher Weg auf lange Sicht mehr Rendite verspricht als eine konservative Strategie mit nur wenig Aktien. Allerdings müssen Sie bereit sein, stärkere Kursschwankungen zu tragen. Auf eine lange Frist von 15 Jahren verlieren allerdings selbst starke Kurseinbrüche in der Regel etwas an Bedeutung.

An Aktien kommen Sie im aktuellen Tiefzinsumfeld schlicht nicht herum. Mit Obligationen in Schweizerfranken, Euro und US-Dollar von sicheren Schuldnern erreichen Sie momentan kaum eine anständige Rendite oder verlieren teilweise sogar Geld. In der erwähnten Pauschalgebühr für UBS Manage sind die eigentliche Vermögensverwaltung, aber auch die Depotführung, Courtagen, Geldmarkt- und Treuhandtransaktionen, Käufe von Anlagefonds im Primärmarkt, Kontoführung, direkter Postversand und Schweizer Steuerauszug (nicht aber Stempelsteuern), Börsenabgaben und nur teilweise Produktgebühren inbegriffen.

Leider herrscht punkto Gebühren wenig Transparenz und viele Banken lassen sich ungern in ihre Bücher schauen.

Aus meiner Sicht bietet die Anlagelösung eine hohe Professionalität, ist aber teuer. Bei anderen Banken bekommen Sie eine vergleichbare Vermögensverwaltung mit ähnlichen Dienstleistungen und Professionalität zu günstigeren Konditionen. Leider herrscht punkto Gebühren wenig Transparenz und viele Banken lassen sich ungern in ihre Bücher schauen. Teilweise sind die Mindestbeträge, um ein Vermögensverwaltungsmandat zu erteilen, höher als Ihr Anlagebetrag.

Einige Beispiele sind aber bekannt. Bei der Vermögensverwaltungslösung ZKB Classic etwa, die direkt mit UBS Manage vergleichbar ist, würden Sie nur 1,3 Prozent pro Jahr bezahlen. Die Migros Bank bietet zudem eine Vermögensverwaltung mit Fonds ab einem empfohlenen Betrag von 20’000 Franken mit einer jährlichen Pauschalgebühr von mindestens 0,8 Prozent. Noch günstiger mit 0,5 Prozent pro Jahr wären digitale Angebote etwa von True Wealth, die aus meiner Sicht aber nicht mit Vermögensverwaltungslösungen wie UBS Manage vergleichbar sind, da sie rein digital sind und keine persönliche Beratung beinhalten. Gebühren sind nicht alles und man muss vor allem bei der Vermögensverwaltung aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht und sollte die Leistungen fair würdigen.

Aber es lohnt sich auch bei der Vermögensverwaltung, zusätzlich zur gebotenen Dienstleistung, Expertise und Performance einen Blick auf das Preisschild zu werfen, denn die Gebühren schmälern Ihre Rendite – und zwar jedes Jahr. In Ihrem Fall würde ich mit weiteren Banken das Gespräch suchen und sich einen Vorschlag für die Verwaltung Ihres Vermögens, inklusive Gebühren, unterbreiten lassen. Dann können Sie realistisch vergleichen und entscheiden.

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