Switzerland

Gassi mit Spielzeughund: So dreist umgehen Italiener die Corona-Ausgangssperre

Italien ist dicht. Nur wer etwas wirklich Dringendes zu erledigen hat, darf raus. Einkaufen. Zur Apotheke, Post oder Bank. Zum Arzt. Mit dem Hund Gassi gehen, einmal ums Haus. Basta.

Seit drei Wochen patrouillieren Polizei, Carabinieri, Guardia di Finanza und Militär in den Strassen. Sie kontrollieren jeden, der unterwegs ist. Wer angehalten wird, muss einen selbst ausgefüllten Passierschein vorlegen. Und er muss gute Gründe haben, sonst hagelt es Bussen von 400 bis 3000 Euro.

Die «alte, kranke Tante» war 40 und putzmunter

Gründe, den Hausarrest zu verlassen, glauben viele zu haben. Etwa ein junger Mann aus dem Hinterland von Turin. Als ihn die Carabinieri im Stadtzentrum festhalten, gibt er als Reisegrund an: «Ich muss zu meinen drei Geliebten.» Nicht wirklich dringlich, finden die Beamten und stellen ihm eine Busse aus. Der Schürzenjäger ärgert sich: «Ihr seid ja nur neidisch!»

In Rom werden zwei Frauen auf einer Piazza erwischt. Auf die Frage, wo sie hinwollen, antworten sie den Inspektoren: «Wir müssen zu unserer alten, kranken Tante.» Die aber ist gerade mal 40 Jahre alt und putzmunter. Und überhaupt: Zu«alten Kranken» zu gehen, ist in der Corona-Krise ohnehin keine gute Idee. Denn genau die sind ja die grösste Risikogruppe.

«Das mit dem Coronavirus wusste ich nicht»

Auch Velofahren zum reinen Vergnügen ist im Land des Giro untersagt. Als die Polizei einen Rentner an der Uferpromenade von Viareggio vom Rad holt, klimpert dieser unschuldig mit den Wimpern und behauptet: «Das mit dem Coronavirus wusste ich nicht.» Mitten in der Nacht wird ein Autofahrer in Bologna geblitzt. Die Polizei hält ihn an. Der Raser erklärt: «Ich wollte wegen des Coronavirus so schnell wie möglich nach Hause.»

Besonders strapaziert wird die Erlaubnis, Gassi zu gehen. Wer keinen Hund hat, der besorgt sich einen. So marschiert so mancher mit einem Stofftier los oder zieht einen Spielzeughund hinter sich her. Das veranlasste den Bürgermeister von Mamoiada auf Sardinien, Luciano Barone, in seinem Erlass zu präzisieren: «Gassigehen ist nur mit einem lebendigen Hund erlaubt.»

Hund erschöpft vom Gassigehen

Vier Beine reichen, finden andere Schlaumeier, auch wenn diese nicht zu Bello gehören. «Bei uns führten Leute ihre Katzen an der Leine, nur damit sie einen guten Grund haben, spazieren zu gehen», empört sich Dario Tallone, Bürgermeister von Fossano im Piemont, gegenüber der Zeitung «La Stampa».

Gassi gehen ist ein Grundrecht des Hundes. Daher darf er vor die Tür. Darf, muss aber nicht. Das fanden zwei Carabinieri in Calderara di Reno bei Bologna. Sie schritten ein, als ein Frauchen seinen vom vielen Rundendrehen völlig erschöpften Liebling an der Leine aus dem Haus zerrte, berichtet «Bologna Today». Das, so die Beamten, sei ja die reinste Tierquälerei.

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