Switzerland

Für einen besseren Schutz

Warum es möglich sein muss, schweizweit Hasskriminalität zu erfassen.

Schwule sind immer wieder dem Hass ausgesetzt. Foto: iStock

Schwule sind immer wieder dem Hass ausgesetzt. Foto: iStock

Fehlt vielleicht schlicht der politische Wille? Ende Januar hat die vorberatende Kommission des Ständerats eine Motion überwiesen. Sie verlangt, dass die Polizei Attacken auf Schwule, Lesben und andere LGBTI-Menschen künftig als solche erfasst: als homophob motivierte Angriffe. Als «Hate Crimes».

Diese Woche wurden allerdings ­Zweifel an der Machbarkeit geäussert. Der Präsident der kantonalen Polizeikommandanten und Vertreter des Bundesamts für Statistik (BFS) sagten, die Polizei könne Tatmotive wie Rassismus, Sexismus oder Homo­phobie kaum verlässlich erfassen. Die Beurteilung sei subjektiv und schwierig einzugrenzen. Und sie sei heikel, weil es sich bei der sexuellen Orientierung einer Person um «höchstpersönliche, schützenswerte Daten» handle.

Die Begründung überzeugt nicht. Der Grossteil der polizeilichen Arbeit besteht darin, Situationen einzuschätzen und Massnahmen zu ergreifen. Polizistinnen und Polizisten tun dies täglich. Unterlagen wie die 40-seitige «Erfassungshilfe» des BFS helfen ihnen dabei. Dort steht etwa beim Punkt «Extreme Motivationen»: «Extrem sind Motivationen von Handlungen, die sich gegen die demokratischen Grundrechte der Gesellschaft oder von Personen richten.»

Die Beamtinnen und Beamten sind in solchen Fällen angehalten, gezielt nach dem Motiv eines Täters zu ­fragen, sofern er dieses nicht von sich aus äussert. Als Beispiel wird Rassismus aufgeführt. Es wäre leicht, unter diesem Punkt neu auch Homophobie aufzunehmen.

Die LGBTI-Community will, dass «Hate Crimes» schweizweit statistisch erfasst werden. Die Betroffenen er­hoffen sich dadurch besseren Schutz. Sie fürchten keine Entblössung.

Schlimm ist für sie nicht, wenn sie gegenüber Polizeibeamten offenlegen müssen, dass sie transsexuell, schwul oder lesbisch sind. Schlimm ist, dass sie nicht durch das Zürcher Niederdorf gehen und sich dabei sicher fühlen können.

Artikel zum Thema

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Blogs

So macht Pendeln klüger

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Nachtaktiv: Nach dem Start in Phoenix bietet sich den Passagieren des Nachtflugs ein spektakulärer Ausblick auf den abnehmenden Mond. (11. Februar 2020)
(Bild: Charlie Riedel/AP) Mehr...

Football news:

Rui Costa: Ronaldo wird diskutiert und in 300 Jahren
Everton bot 20 + 6 Millionen Pfund für Verteidiger Norwich Godfrey
Olas ob Aura: Drei große Vereine sind Interessiert. Die Verhandlungen verlaufen schwierig
Goretzka wird wegen Rückenproblemen das Spiel gegen Borussia Dortmund im deutschen Supercup verpassen
Zinchenko wird mindestens drei Wochen wegen einer Verletzung verpassen
Bayern will Kramaric kaufen. Hoffenheims Stürmer Andrej Kramaric kann seine Karriere beim FC Bayern fortsetzen
Benfica-Trainer über Diazs Abgang: wir sind nur finanziell schwächer als City. Er verlässt den größeren Klub, Benfica-Trainer Georges Jezus hat sich nach dem Wechsel von Verteidiger Ruben Diaz zu Manchester City heftig geäußert