Switzerland

Fuchsfamilie lebt im Schulareal – das sagt die kantonale Jagdverwaltung

Im Schulbiotop in Klingnau hat sich eine Fähe mit ihren Jungen niedergelassen. Sie kam während der Coronakrise, als hier Stille herrschte. Die Gemeinde will nicht gegen die Tiere vorgehen. Sie hat das Biotop abgesperrt. Die Schule hat Eltern und Kinder informiert und Verhaltensregeln aufgestellt. 

«Wir sehen die Anwesenheit der Fuchsfamilie nicht als Problem», sagt Christian Tesini, Fachspezialist von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei. «Die Füchse machen dort niemanden etwas. Wir sehen uns als Jagdaufsicht nicht veranlasst, etwas zu unternehmen.» 

Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem ein gesunder Fuchs einen Menschen gebissen habe. Anders wäre das, wenn die Tollwut noch in der Schweiz grassieren würde. «Doch die ist in der Schweiz ja kein Thema mehr.» Laut dem Bundesamt für Gesundheit ist die Schweiz seit 1998 frei von der Krankheit.

«Wichtig, Abstand zu halten»

Es sei gut und richtig, so Tesini, dass die Schule Eltern und Kinder über Sachlage und Verhaltensregeln informiert hat. «Wichtig ist, dass man Abstand hält, die Tiere nicht füttern und auch keinen Abfall herumliegen lässt», sagt er. «Die Tiere könnte so Nahrung im Schulhof finden und sich daran gewöhnen.» 

Tesini verweist auf die grosse Fuchsdichte in Städten. «Füchse sind etwa in Zürich längst keine Seltenheit mehr. Das Nahrungsangebot für sie ist dort sehr gross.»

Mehrere Bewohner aus Klingnau bestätigen der AZ, dass sie in letzter Zeit einen Füchse des nachts im Städtchen gesehen haben. Sie gehen dort offenbar auf Nahrungssuche. Immer wieder machen Leute den Fehler, Abfallsäcke schon am Abend vor der Kehrichtabfuhr an die Strasse zu stellen. Diese werden über Nacht von Füchsen aufgerissen. 

Jungfüchse werden ein neues Revier suchen

Dass einer der junge Füchse fast ohne Scheu und in Anwesenheit von Menschen Wasser vom Schulhausbrunnen trinkt, sei sicher ungewöhnlich. «Wenn er sich daran gewöhnt, dass die Menschen da sind und keine Gefahr für ihn sind, wird er sich daran gewöhnen.» Für den Menschen könnte das später zu unangenehmen Begegnungen führen. Eine Gefahr gehe deshalb aber nicht von ihm aus. 

Ob die Fuchsfamilie trotz des Schullärms bleiben oder sich eine neuen Unterschlupf suchen wird, dazu will Tesini keine Prognose abgeben. «Das wird sich zeigen.» Sicher ist dagegen: Die Jungen werden, wenn sie fünf Monate alt und erwachsen sind, sich ein eigenes Revier suchen müssen. Das dürfte in zirka drei Monaten der Fall sein. «Ob dann die Fuchsmutter bleibt, ist fraglich.»

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