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Friedenslösung um Berg-Karabach: Erdogan schlägt Angebot von Trump, Putin und Macron aus

Die Türkei lehnt die Beteiligung Russlands, der USA und Frankreichs an der Suche nach einer Friedenslösung in dem Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach ab.

Der türkische Präsident Erdogan betrachtet das muslimische und turk-sprachige Aserbaidschan als Verbündeten.

Der türkische Präsident Erdogan betrachtet das muslimische und turk-sprachige Aserbaidschan als Verbündeten.

Foto: Keystone

Die Präsidenten der USA, Russlands und Frankreichs haben in einer gemeinsamen Erklärung die militärische Gewalt in der Konfliktregion Berg-Karabach im Süden des Kaukasus verurteilt. Sie forderten am Donnerstag die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Rückkehr zur Waffenruhe, wie der Kreml in Moskau mitteilte. Unterzeichnet wurde die Erklärung demnach von US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin.

Die drei Staatschefs forderten die Konfliktparteien Armenien und Aserbaidschan auf, diplomatische Verhandlungen aufzunehmen. Für eine Waffenruhe sollten von den beiden seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten keine Vorbedingungen gestellt werden. Zugleich äusserten Trump, Macron und Putin Trauer um die Opfer des Konflikts und sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus.

Zuvor hatte Putin den russischen Sicherheitsrat über die Erklärung informiert, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau mitteilte. Die drei Länder stehen der sogenannten OSZE-Minsk-Gruppe vor, die in dem Konflikt zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken vermitteln will. Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Auch Armenien und Aserbaidschan sind OSZE-Mitglieder.

Armenische Freiwilligenrekruten versammeln sich an einem Ort, an dem sie ihre Uniformen und Waffen erhalten, bevor sie an die Frontlinie entsandt werden.

Armenische Freiwilligenrekruten versammeln sich an einem Ort, an dem sie ihre Uniformen und Waffen erhalten, bevor sie an die Frontlinie entsandt werden.

 Foto: Karen Mirzoyan (KeystoneAP/dpa)

Der Vorstoss von Russland, den USA und Frankreich erfolgte angesichts steigender Opferzahlen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe vergangenen Sonntag sollen Dutzende Menschen umgekommen sein, Hunderte wurden verletzt. Am Donnerstag erklärte der aserbaidschanische Generalstaatsanwalt, durch armenischen Beschuss sei ein Zivilist in der Stadt Terter getötet, der Bahnhof schwer beschädigt worden. Armenien teilte mit, zwei französische Journalisten seien bei einem Artillerie-Angriff auf die Stadt Martuni schwer verletzt worden. Auf Video-Aufnahmen der türkischen Agentur Anadolu war zu sehen, wie Reporter in einem Ort in Bergkarabach hinter einer Mauer Schutz vor Beschuss suchen.

Erdogan: «Unannehmbar»

Die Türkei lehnt die Beteiligung Russlands, der USA und Frankreichs an der Suche nach einer Friedenslösung in dem Konflikt um die Kaukasus-Region jedoch ab. «Da die USA, Russland und Frankreich dieses Problem seit 30 Jahren vernachlässigt haben, ist es unannehmbar, dass sie an den Bemühungen für eine Waffenruhe beteiligt werden», sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag im Parlament in Ankara.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145’000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht und von Frankreich unterstütz wird.

SDA/nag

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