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Friede Springer setzt Matthias Döpfner als Nachfolger beim Medienkonzern ein

Im Sinne einer Nachfolgeregelung gibt Friede Springer Aktien und Stimmrechte des Medienkonzerns Axel Springer an den CEO Matthias Döpfner ab. Zum Alleinherrscher wird dieser aber nicht.

Friede Springer, die Witwe des Verlegers Axel Springer, schenkt Matthias Döpfner (links), dem Vorstandsvorsitzenden des Medienkonzerns Axel Springer SE, 15 Prozent der Aktien des Hauses.

Friede Springer, die Witwe des Verlegers Axel Springer, schenkt Matthias Döpfner (links), dem Vorstandsvorsitzenden des Medienkonzerns Axel Springer SE, 15 Prozent der Aktien des Hauses.

Hayoung Jeon / EPA

Bei der Axel Springer SE, einem der grössten Medienkonzerne Europas, kommt es erneut zu einer gravierenden Veränderung der Eigentumsstruktur: Der Vorstandsvorsitzender Matthias Döpfner kauft von der Friede-Springer-Stiftung 4,1% der Aktien des Konzerns, weitere 15% wird ihm Friede Springer, die Witwe des 1985 verstorbenen Verlegers Axel Springer, schenken. Zusammen mit knapp 3%, die Döpfner bereits bisher hält, wird der Konzernchef künftig rund 22% des Kapitals sein eigen nennen – ungefähr gleich viel wie Friede Springer. Der Konzern mit Sitz in Berlin verlegt unter anderem die Tageszeitung «Die Welt» und das Boulevardblatt «Bild».

Eine Milliarde Euro geschenkt

Und es kommt für den CEO noch besser: Wie Friede Springer gleichzeitig bekanntgab, werden die Stimmrechte ihres eigenen verbleibenden Aktienpakets künftig von Döpfner ausgeübt. Für die erwähnten 4,1% muss Döpfner rund 276 Mio. € bezahlen, wofür er sich verschulden wird. Gemessen daran ist das ihm geschenkte Paket von 15% rund eine Milliarde Euro wert.

Was veranlasst die Springer-Witwe zu einer derart grosszügigen Gabe? «Ich habe immer gesagt, dass ich für Kontinuität im Unternehmen sorgen werde», lässt sie sich in der Pressemitteilung zitieren. Sie habe eine ideale Lösung gefunden, um die Zukunft von Axel Springer und diejenige ihrer Stiftung abzusichern. Sie sei sehr froh und dankbar, dass sie mit Döpfner ihren Nachfolger gefunden habe.

Der Hinweis auf die Absicherung der Stiftung spielt darauf an, dass Frau Springer die von Döpfner erworbenen Aktien zunächst der Stiftung übergeben hat und der CEO sie dieser nun abkauft. Damit fliesst der Kaufpreis in die Stiftung.

«Der richtige Zeitpunkt»

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA ergänzte Frau Springer, sie sei 78 Jahre alt und es sei genau der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt. Sie bleibe im Aufsichtsrat und im Aktionärsausschuss des Verlagshauses, wolle dieses aber in den richtigen Händen wissen, falls ihr etwas zustosse. Ihre verbleibenden Aktienanteile wolle sie später in eine gemeinnützige Gesellschaft überführen; entscheidend für den Verlag seien die Stimmrechte, die künftig von Döpfner ausgeübt würden.

Der 1963 geborene Döpfner begann nach einem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften 1982 eine journalistische Laufbahn bei der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ»). Nach diversen Zwischenstationen stiess er 1998 zu Axel Springer, zunächst als Chefredaktor der «Welt». Vorstandsvorsitzender ist er seit Januar 2002. Friede Springer war die fünfte Ehefrau des 1985 verstorbenen Axel Springer. Einst als Kindermädchen ins Haus der Verlegerfamilie gekommen, erarbeitete sie sich nach dem Tod ihres Mannes eine starke, wenn auch eher leise Rolle im Medienhaus.

KKR redet mit

Auch wenn Friede Springer Döpfner erklärtermassen als Nachfolger inthronisiert, macht ihn dies nicht zum Alleinherrscher. Denn letztes Jahr ist die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR über ein Übernahmeangebot an die Publikumsaktionäre bei Axel Springer eingestiegen; derzeit ist sie mit einem Anteil von 47,6% grösste Aktionärin. Im April ist die Aktie von der Börse genommen worden.

Der Beizug von KKR wurde von Döpfner einst damit begründet, dass der Konzern damit mehr Spielraum für den digitalen Umbau des Konzerns gewinne, da man weniger auf den nächsten Quartalsabschluss schielen müsse und schneller vorangehen könne. Im erwähnten Interview bekräftigte der CEO am Donnerstag, er glaube an die Zukunft von digitalen journalistischen Angeboten und Rubriken (Letzteres meint zum Beispiel Job- und Immobilienportale). 2019 hat der Konzern mit gut 16 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 3,1 Mrd. € und einen bereinigten Konzerngewinn von 264 Mio. € erzielt.

Sie können dem Berliner Wirtschaftskorrespondenten René Höltschi auf Twitter folgen.

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