Switzerland

Fribourg-Brodin trifft und trifft – aber: «Meine Frau ist berühmter als ich»

Lange taumelte Gottéron durch die Liga. Bis Coach Christian Dubé nach einer der Kragen platzte und er seine Spieler öffentlich scharf kritisierte. Seither geht es steil bergauf. Fünf Siege in den letzten sechs Partien – und in der Tabelle der Sprung über den Strich. Sinnbild für den Aufschwung der lange Zeit schwächsten Offensive der Liga: Daniel Brodin.

Der Schwede trifft derzeit aus allen Lagen, ganze vier Mal am letzten Samstag in Lausanne, zwei Mal am Dienstag in Biel. Zuvor blieb der Stürmer, der vor wenigen Tagen 30 wurde, in neun Partien ohne Tor.

Brodin macht einen Teamkollegen für seine plötzliche Treffsicherheit verantwortlich. «Tristan Vauclair gab mir ein paar Tipps. Es waren offenbar gute Tipps», sagt er mit einem Augenzwinkern. Etwas ernster: «Wir alle realisierten, dass die Lage ernst ist und wir noch härter arbeiten müssen.» Dadurch spiele man jetzt mit mehr Intensität. «Für uns haben die Playoffs bereits begonnen.»

Emilia gewann Olympia-Silber

Abgesehen von einer Saison in Finnland (2013 Meister mit Ässät Pori) spielte Brodin davor immer in seiner Heimat Schweden. Dort lernte er auch seine Frau Emilia Appelqvist kennen, die am Dienstag – zwei Tage nach ihrem Gatten – ebenfalls 30 wurde. Und ebenfalls Spitzensportlerin ist. Mit Schwedens Fussballnationalmannschaft gewann sie 2016 gar Silber bei Olympia. Da stellt sich die Frage, wer ist in der Heimat berühmter?

Daniel Brodin lacht und sagt: «Nun, sie hat eine Olympia-Medaille gewonnen, also vermutlich schon sie.» Weil die junge Familie vor anderthalb Jahren mit Töchterchen Mila Ina Zuwachs erhielt, legt seine Frau derzeit eine Sport-Pause ein. «Wenn wir nach Schweden zurückkehren, spielt sie vielleicht weiter», so der stolze Ehemann.

«Die Leute sind so nett»

Doch das wird noch eine Weile dauern. Denn der Stürmer hat seinen Vertrag in Fribourg erst vor wenigen Wochen vorzeitig bis Frühling 2022 verlängert. «Weil es uns hier gut gefällt und die Leute so nett und hilfsbereit sind», so der 1,86 Meter grosse und 86 Kilo schwere Musterathlet. Was er an der Schweiz besonders mag? «Die Landschaft. Vor kurzem waren wir auf einem Berg in der Nähe von Verbier. Es war wunderschön. Das gibt es in Schweden nicht.»

Weitere Ausflüge müssen derzeit aber warten. Denn Brodin will mit Gottéron in die Playoffs. «Nach dem schlechten Saisonstart sind wir jetzt endlich dort, wo wir von Anfang an sein wollten», sagt er. Aber: «Um den Playoff-Platz zu verteidigen, müssen wir in den letzten acht Partien mit der gleichen Opferbereitschaft spielen wie zuletzt.»