Switzerland

Frappé fédéral: Linke spuckten, Rechte schluckten

Die Session ist gestartet und mit ihr der grosse Corona-Massentest für die Mitglieder des Parlaments. Nicht alle machten mit.

246 Menschen auf engem Raum beisammen, eine Unmöglichkeit dieser Tage. Es sei denn, man ist Mitglied der eidgenössischen Räte. In diesem Fall hiess es am Montag im Berner Bundeshaus: Willkommen zur Frühjahrssession 2021 und willkommen zu einer der grössten Corona-Testaktionen des Landes. Sämtlichen Parlamentarierinnen und Parlamentariern war «wärmstens empfohlen» – so formulierte es Ständerat Thomas Hefti von der Verwaltungsdelegation –, von den vorab zugeschickten Speichelröhrchen Gebrauch zu machen. Mit flächendeckender Vernunft schien die Delegation freilich nicht zu rechnen. Jedenfalls wurden die Volksvertreter im Instruktionsschreiben auch gleich gebeten, ungenutzte Testkits doch wenigstens wieder zurückzubringen.

Wie rege war nun die Teilnahme an der ersten Runde? Die Parlamentsdienste nennen noch keine Zahlen. Eine kurze Umfrage dieser Zeitung in der Wandelhalle des Bundeshauses weist auf einen Links-rechts-Graben hin: Linke liessen sich tendenziell testen. Von Grünen-Präsident Balthasar Glättli kursierten schon bald Fotos, wie er seine Probe einer Trophäe gleich für die Laboruntersuchung ablieferte. Das Resultat: negativ, natürlich. «Das Anspruchsvollste», so Glättli, «war es, genug Spucke für das Gefäss aufzubringen

Nationalrat Balthasar Glättli bei der Abgabe seiner Probe.

Nationalrat Balthasar Glättli bei der Abgabe seiner Probe.

Foto: Alessandro della Valle (Keystone)

Bürgerliche dagegen behielten ihre Spucke oft noch für sich. Manche wollen das Versäumte nachholen. Der Glarner Mitte-Nationalrat Martin Landolt allerdings ärgert sich über das ungünstige Zeitfenster für die Ablieferung der Probe. Und zieht, ganz Berggebietsvertreter, den Vergleich zum Service public: «Die Öffnungszeiten sind nicht gerade kundenfreundlich. Passt irgendwie ins Gesamtschema.»

SVP-Nationalrat Albert Rösti wiederum weiss noch nicht, ob er sich testen will, «je nach Befinden», wie er sagt. Er wiederum ärgert sich über das Corona-Regime in der «Galerie des Alpes», dem hauseigenen Restaurant: streng limitierte Besucherzahl, darüber hinaus nur Take-away. «Dann gruppieren sich alle zum Essen völlig konzeptlos irgendwo ausserhalb. So ein Blödsinn.» Der Skiterrassenstreit, der das Land seit Wochen in Atem hält, scheint sich im Kleinformat selbst innerhalb der Bundeshausmauern fortzusetzen.

Und zuletzt noch eine Neuigkeit aus der Tierwelt: Im Bundeshaus hielten sich zwei Elefanten auf, je einer im National- und im Ständeratssaal. Gesichtet wurden sie bei den einleitenden Voten der beiden Ratspräsidenten, Nationalrat Andreas Aebi und Ständerat Alex Kuprecht. Beide beschworen den konstruktiven Geist des Hauses, beklagten ein aggressives mediales Klima, warnten vor diskreditierenden Äusserungen und einer Spaltung der Gesellschaft. Unerwähnt liessen die beiden SVP-Politiker ihre eigene Partei und deren «Diktatur»-Tiraden gegen den Bundesrat. Den Elefanten im Raum zu benennen, das ging dann für beide doch nicht.

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