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FCB kassiert erste Niederlage unter Sforza – St.Gallen klettert auf den Leaderthron

Die entscheidende Szene: Jasper van der Werff fliegt bereits in der 30. Minute vom Platz. Bild: keystone

FCB kassiert erste Niederlage unter Sforza – St.Gallen klettert auf den Leaderthron

Der FC St. Gallen ist nach zwei Runden als einziges Team noch ohne Verlustpunkt. Gegen Aufsteiger Vaduz kommt das Überraschungsteam der letzten Saison dank einem späten Tor auswärts zum 1:0-Sieg. Vorerst unten eingereiht hat sich der FC Basel.

Der FC Basel ist unter Ciriaco Sforza in der Liga auch nach dem zweiten Spieltag noch sieglos. In Genf gegen Servette verloren die Basler erst Jasper van der Werff wegen einer Roten Karte, dann das Spiel mit 0:1.

Die spielentscheidende Aktion in Genf liess bei FCB-Coach Ciriaco Sforza die Emotionen auch nach dem Spiel noch hochkochen. Der 50-Jährige witterte einen Skandal und sagte: «So zu verlieren ist nicht korrekt». Sforza ärgerte sich am Sonntag über diverse Entscheide von Schiedsrichter Luca Piccolo, vor allem aber über jenen eine Viertelstunde vor Schluss. Der Tessiner Referee taxierte ein Hands des zuvor eingewechselten Basler Albian Hajdari im eigenen Strafraum als penaltywürdig, Alex Schalk nutzte den Penalty zum 1:0.

Die Basler hatten in Genf gleich mehrfach mit den Entscheiden von Schiedsrichter Piccolo gehadert. Ein erstes Mal zog er den Frust der FCB-Spieler nach 22 Minuten auf sich. Valentin Stocker hatte soeben zum Jubel über das vermeintliche 1:0 angesetzt, als Piccolo die Situation auf dem Bildschirm am Spielfeldrand überprüfte und den Treffer aufgrund eines Foulspiels annullierte. Acht Minuten später folgte der nächste Basler Schock: Piccolo stellte Jasper van der Werff wegen eines Notbremsefouls mit Rot vom Platz.


1000 Zuschauer. - SR Piccolo.
Tor:
Servette: Frick; Sauthier (70. Diallo), Rouiller, Sasso, Mendy; Ondoua, Cespedes; Stevanovic, Cognat (10. Antunes/94. Severin), Imeri (70. Schalk); Koné.
Basel: Nikolic; Widmer, Van der Werff, Alderete, Padula; Zhegrova (Hajdari), Frei, Bunjaku (80. Pululu), Stocker (80. Campo); Van Wolfswinkel, Cabral (63. Tushi).
Bemerkungen: Servette ohne Kyei (verletzt) und Tasar (nicht im Aufgebot). Basel ohne Isufi, Marchand, Petretta, Xhaka, Zuffi (alle verletzt). 3. Lattenschuss Koné. 30. Rote Karte gegen Van der Werff (Notbremse). Verwarnungen: 7. Bunjaku (Foul). 13. Cespedes (Foul). 51. Stevanovic (Reklamieren). 58. Van Wolfswinkel (Reklamieren). 61. Nikolic (Zeitverzögerung).

Basel versuchte in Genf alles, doch es nützte nichts. Bild: keystone

Aufsteiger Vaduz verpasste gegen St. Gallen den nächsten Coup in der Super League knapp. Ein spätes Tor des St. Galler Jokers Andre Ribeiro führte die Ostschweizer im Liechtenstein

Der 23-jährige Portugiese belohnte den Meisterschaftszweiten der Vorsaison für eine Leistungssteigerung nach der Pause mit seinem Tor in der 83. Minute. Von hinter der Grundlinie kommend setzte sich der Angreifer gegen vier FCV-Verteidiger durch und schoss den Ball vom Fünfmeterraum ins Tor. Selbst Benjamin Büchel, der bei Vaduz in der zweiten Halbzeit mit mehreren Paraden und einem gehaltenen Penalty (94.) zum Mann des Spiels avancierte, war gegen Ribeiros Abschluss aus kurzer Distanz machtlos.

Der Sieg des FCSG in Vaduz ging aufgrund der Leistungssteigerung in Ordnung, so sah es auch Vaduz-Coach Mario Frick, der das «ganz schlechte Umschaltspiel» seines Teams kritisierte. In der ersten Halbzeit hatte das Heimteam die Partie noch mehr nach dem Gusto seines Trainers gestaltet. Zwar vermochte der FCSG die Liechtensteiner schon vor der Pause im Aufbau gelegentlich zu stressen, wusste darauf mit dem eroberten Ball allerdings selber nur selten etwas Greifbares anzustellen.

Nur einmal, als Lukas Görtler in der 26. Minute zum Solo im Vaduzer Strafraum ansetzte und dort von Denis Simani rustikal gestoppt wurde, musste sich das Team von Mario Frick vor der Pause auf das Wettkampfglück verlassen. Simanis Einsteigen in der Szene hätte einen Foulpenalty für die Gäste gerechtfertigt.


1000 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tor:
Vaduz: Büchel; Schmied, Schmid, Simani; Dorn, Prokopic (59. Wieser), Gabriel Lüchinger (88. Di Giusto), Gasser (59. Hug); Cicek (88. Djokic); Milinceanu (79. Gajic), Sutter.
St. Gallen: Zigi; Kräuchi (64. Rüfli), Stergiou, Fazliji, Muheim; Quintillà; Görtler, Guillemenot (64. Ribeiro), Ruiz (79. Staubli); Youan (46. Stillhart), Kamberi (79. Duah).
Bemerkungen: Vaduz ohne Coulibaly und Antoniazzi (beide verletzt). St. Gallen ohne Babic, Nicolas Lüchinger und Gonzalez (alle verletzt). 12. Lattenschuss Sutter. 94. Büchel hält Foulpenalty von Quintillà. Verwarnungen: 26. Simani (Foul). 34. Prokopic (Foul). 71. Rüfli (Unsportlichkeit). 95. Schmid (Foul).

FCSG-Trainer Zeidler kann drei Tage nach dem Europacup-Aus wieder lachen. Bild: keystone

Luzern und Lausanne-Sport trennen sich 2:2 - und sind am Ende beide enttäuscht: Die Luzerner, weil sie trotz 67 Minuten Überzahl nicht siegten. Die Lausanner, weil sie zehn Minuten vor dem Ende den Ausgleich kassierten.

Nur wenige Minuten fehlten Lausanne zum zweiten Sieg. Den frühen Rückstand nach nur 46 Sekunden steckte der Aufsteiger problemlos weg. Er glich durch den 21-jährigen Joël Monteiro rasch aus (6.) und erzwang kurz nach der Pause durch Aldin Turkes die Wende. Doch je länger die Gäste in Unterzahl spielen mussten, desto mehr gerieten sie unter Druck - bis Stefan Knezevic in der 80. Minute und nach schöner Vorarbeit durch den eingewechselten Ashvin Balaruban der verdiente Ausgleich für Luzern gelang.

Zu reden gaben rund um das Spiel drei Namen: Zwei von ihnen waren gar nicht erst dabei, einer ging schon nach 23 Minuten. Der Luzerner Francesco Margiotta und der Lausanner Andi Zeqiri fehlten, weil ihre Transfers ins Ausland unmittelbar bevorstehen. Und der Waadtländer Verteidiger Mickaël Nanizayamo wurde früh vom Platz gestellt. Er war rücksichtslos in einen Zweikampf gestiegen. Zwar traf er auch den Ball, doch nach Intervention des VAR zeigte im Schiedsrichter Dudic die Rote Karte.


1000 Zuschauer. - SR Dudic.
Tore: 1. (0:46) Schürpf (Schaub) 1:0. 6. Joël Monteiro (Schneuwly) 1:1. 50. Turkes (Boranijasevic) 1:2. 81. Knezevic (Balaruban) 2:2.
Luzern: Müller; Sidler (60. Ugrinic), Knezevic, Lucas, Bürki (73. Balaruban); Emini, Ndenge (60. Alounga), Schulz; Schaub, Schürpf, Ndiaye (76. Lang).
Lausanne-Sport: Diaw; Loosli, Elton Monteiro, Nanizayamo; Boranijasevic, Puertas (82. Gétaz), Kukuruzovic, Flo; Schneuwly (70. Bares); Turkes (82. Zekhnini), Joël Monteiro (44. Jenz).
Bemerkungen: Luzern ohne Grether, Burch, Schwegler und Binous (alle verletzt) sowie Margiotta (nicht im Aufgebot) und Alabi (nicht spielberechtigt), Lausanne-Sport ohne Falk, Geissmann, Koura und Schmidt (alle verletzt) sowie Brazão (nicht spielberechtigt) und Zeqiri (nicht im Aufgebot). 23. Rote Karte gegen Nanizayamo wegen Fouls. Verwarnung: 5. Flo (Foul). 33. Sidler (Foul). 55. Turkes (Foul). 71. Lucas (Foul). 75. Kukuruzovic (Foul). 90. Bares (Foul). (sda)

Pascal Schürpf traf gegen Lausanne bereits nach 46 Sekunden. Bild: keystone

Die Tabelle:

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