Switzerland

Fans und Veranstalter geben die Hoffnung nicht auf: Dünne Luft für Open Airs

Schulter an Schulter mit Tausenden Menschen an einem Open Air zur Lieblingsmusik tanzen. Ob das in diesem Jahr wieder möglich sein wird, fragen sich nicht nur Künstler und Veranstalter, sondern auch viele Musikfans. Vom 3. bis 5. Juni soll mit dem Greenfield-Festival in Interlaken das erste grosse Open Air der Saison 2021 über die Bühne gehen. Ob und wie die Veranstaltung tatsächlich stattfinden kann, bleibt aber offen. «Derzeit bleibt uns nichts anderes übrig, als zuzuwarten. Wir wissen ja alle nicht, unter welchen Bedingungen Events im Sommer über die Bühne gehen dürfen», sagt Thomas Dürr (53), CEO von Act Entertainment und Organisator des Events.

Die Lage ist unsicher: An Lockerungen ist derzeit aufgrund der Coronavirus-Mutationen kaum zu denken. Auch die Auswirkung der Impfkampagne ist noch völlig offen. «Leider wissen wir noch nicht, ob die Impfung die Übertragung des Virus hemmt oder nicht. Wir wissen, dass sie vor der Krankheit schützt. Es wäre also im Moment illusorisch zu denken ein Festival für Geimpfte zu planen», sagt Andreas Cerny, Virologe an der Universität Bern.

Nur wenige Veranstaltungen bislang abgesagt

Fraglich bleibt auch, ob die internationalen Künstler im Sommer reisen können. Aus diesen Gründen verzichteten bereits einige Veranstalter, darunter die im Herbst stattfindende Baloise Session in Basel und das legendäre britische Glastonbury-Festival, auf die Durchführung 2021.

Andere grosse Open Airs wie das Blues'n'jazz in Rapperswil (11. bis 13. Juni), das Rock The Ring in Hinwil ZH (17. bis 19. Juni), das Open Air St. Gallen (1. bis 4. Juli), das Montreux Jazz Festival (2. bis 17. Juli), das Openair Frauenfeld (7. bis 10. Juli), das Gurtenfestival (14. bis 17. Juli), das Moon & Stars in Locarno TI (15. bis 25. Juli), das Open Air Gampel (19. bis 22. August) oder das Zurich Openair (25. bis 28. August) sollen stattfinden – gemäss heutigem Stand jedenfalls.

Unmut über fehlende BAG-Angaben

Auch beim Schlager Open Air Flumserberg (29. bis 31. Juli) ist man guter Dinge: «Wir sind vorsichtig optimistisch. Zum einen, weil unser Event erst in der zweiten Sommerhälfte stattfindet, zweitens weil bei uns nur Künstler aus dem Inland und den Nachbarstaaten auf der Bühne stehen», erklärt Frank Lenggenhager (51), Pressesprecher vom Veranstalter Stargarage. Die Machbarkeit hänge auch vom Schutzkonzept ab: «Wenn wir die Anzahl Teilnehmer verringern müssen, können wir das Festival aus wirtschaftlichen Gründen nicht durchführen», erklärt er.

Bloss: Welche Schutzmassnahmen werden verlangt? Darüber tappen Veranstalter im Dunkeln, und es macht sich deswegen auch immer mehr Unmut breit in der Branche. «Bereits im Spätsommer 2020 wurde uns seitens BAG versprochen, dass man unsere drängenden Fragen beantwortet und die Rahmenbedingungen für zukünftige Veranstaltungen gemeinsam erarbeiten kann. Bis heute ist das nicht geschehen», kritisiert Christoph Bill (49), Präsident des Verbandes der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA und Organisator des Heitere Open Air (6. bis 8. August).

Über 100'000 Tickets verkauft

«So könnten unnötige Kosten vermieden werden. Diese Klarheit sollte rollend auf drei Monate hinaus geschaffen werden.» Zudem fordern die Veranstalter eine Absicherung, sollte die Bewilligung für eine Veranstaltung aufgrund der epidemiologischen Lage kurzfristig entzogen oder die Wirtschaftlichkeit durch verschärfte Massnahmen nicht mehr gegeben sein. «Ohne einen umfassenden finanziellen Rettungsschirm kommt die Planung von Veranstaltungen zum Erliegen, denn die arg gebeutelte Branche kann diese kaum einschätzbaren Risiken neben den üblichen geschäftlichen Risiken nicht mehr selbst tragen.» Von einer Impfpflicht will er derzeit noch nichts wissen, hier beobachte man die Akzeptanz in anderen Lebensbereichen.

Mit leeren Rängen müssen Veranstalter allerdings nicht rechnen, wie die Zahlen von Ticketcorner zeigen. Aktuell sind über 100'000 Ein- und Mehrtagestickets für die kommende Saison verkauft. Bei einer Verschiebung oder Absage behält das Ticket seinen Wert. Es ist entweder für das neue Datum gültig oder kann zurückgegeben werden. Letzteres haben im vergangenen Jahr weniger als 10 Prozent der Käufer getan. Die Vorfreude auf Live-Unterhaltung ist also gross.

Nachgefragt bei Andreas Cerny, Epidemiologe der Universität Bern

Ti-Press / Ti-Press

Andreas Cerny ist Virologe und Epidemiologe an der Universität Bern.

Wie hoch schätzen Sie die Durchführbarkeit von Festivals im Jahr 2021 ein?

Im Moment ist es sehr schwierig Voraussagen, welche über die nächsten Wochen hinausgehen, zu machen. Es wäre aus meiner Sicht unseriös dies für die nächsten Monate zu wagen. Es sind zu viele Variabeln, welche den Epidemieverlauf in den kommenden Monaten bestimmen.

Welche Gefahr gibt es bei Open Airs?

Festivals sind Events welche die Mobilität der Personen erhöhen, wo sich Personen aus verschiedenen Regionen treffen und wo es unausweichlich enge Kontakte zwischen den Personen gibt, alles Faktoren, welche die Virusverbreitung fördern. Wer jetzt planen muss, hat es nicht leicht und muss sicher von sehr unterschiedlichen Szenarien ausgehen.

Was halten Sie von einer Impfpflicht bei Festivals?

Neue Ideen und Kreativität wird gefragt sein. Leider wissen wir noch nicht, ob die Impfung die Uebertragung des Virus hemmt oder nicht. Wir wissen, dass sie vor der Krankheit schützt. Es wäre also im Moment illusorisch zu denken ein Festival für Geimpfte zu planen. Es braucht hier solidere Daten.

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