Switzerland

Ex-Vize-Miss schreibt Ratgeber: Die Powertricks der Xenia Tchoumi

Sie ist Ex-Vize-Miss, Influencerin, Ökonomin und neuerdings Autorin eines Motivationsbuchs. Xenia Tchoumi gibt viel Privates preis und bleibt doch schwer zu fassen.

Von der Digital-Influencerin zur Autorin eines Sachbuchs: Xenia Tchoumi.

Von der Digital-Influencerin zur Autorin eines Sachbuchs: Xenia Tchoumi.

Foto: Getty Images

Einer der gewagtesten Sätze im neuen Ratgeberbuch «Empower Yourself» lautet: «Zu viel Medienkonsum ist schlecht für Ihr Gehirn.» Geschrieben von Xenia Tchoumi, die mit dem Medienkonsum anderer ihr Geld verdient. Mit 1,8 Millionen Followern auf Instagram und fast 6 Millionen auf Facebook ist sie eine der bekanntesten Influencerinnen in der Schweiz.

Sie sei sich bewusst, dass das seltsam anmute, schreibt Tchoumi – ihren eigentlichen Nachnamen Tchoumitcheva hat die berühmteste Ex-Vize-Miss der Schweiz der Einfachheit halber gekürzt. Aber wenn man ständig am Bildschirm klebe, werde man nicht nur süchtig, sondern verliere die Fähigkeit, unabhängig zu denken. «Ich möchte, dass Sie nach dem Lesen dieses Buches das Gefühl haben, Werkzeuge erhalten zu haben, die Ihnen dabei helfen, die Kontrolle über Ihr Leben und Ihre Zukunft zu gewinnen.»

«Ich habe keineswegs die Arroganz, mich selbst als Motivationsexpertin oder als eine Art Empowerment-Guru zu betrachten.»

Xenia Tchoumi, Influencerin und neuerdings Buchautorin

Das ist ein hochtrabendes Ziel. «Ich habe keineswegs die Arroganz, mich selbst als Motivationsexpertin oder als eine Art Empowerment-Guru zu betrachten», schreibt die 33-Jährige zwar in der Einleitung. Aber sie sei immer ehrgeizig darin gewesen, ihre Ziele zu erreichen, und wolle nun andere Menschen darin unterstützen.

Im Vorwort ihres Buches beschreibt sie sich als digitale Unternehmerin, Botschafterin und Beraterin für High-End- und Lifestyle-Marken sowie als Rednerin. Nach ihrem Wirtschaftsstudium und einem Praktikum in einer Londoner Investmentbank habe sie das Angebot abgelehnt, einen Vollzeitjob im Finanzwesen zu übernehmen, um ihr eigenes Online-Business aufzubauen.

Die Niederlage ist ihre Motivation

Näher ins Detail geht sie nicht. Aber sie weiss sich zu verkaufen. Auf ihren Kanälen posiert sie daheim oder an Events in Teilen von Luxusmarken, mit ihren Posts generiert sie für ihre Kunden eine Aufmerksamkeit, die Millionen von Franken wert ist; Media Impact Value nennt sich dieser Wert im Jargon.

Vergangenes Jahr lief sie bei einer Schau von L'Oréal Paris – mit dem Beauty-Konzern arbeitet sie als Influencerin zusammen – über denselben Laufsteg wie Helen Mirren, Eva Longoria und andere Prominente, die sich für «Female Empowerment» engagieren. Also dafür, dass Frauen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und andere darin unterstützen. Es ist eines von Xenia Tchoumis Lieblingsthemen. Daraus entstanden ist nun ihr erstes Buch.

Xenia Tchoumi an der «Le Défilé L'Oréal Paris»-Show am Rande der Pariser Fashion Week. Neben ihr liefen auch Promis wie Helen Mirren und Eva Longoria über den Laufsteg.

Xenia Tchoumi an der «Le Défilé L'Oréal Paris»-Show am Rande der Pariser Fashion Week. Neben ihr liefen auch Promis wie Helen Mirren und Eva Longoria über den Laufsteg.

Foto: Getty Images

Tchoumi empfiehlt zum Beispiel, jeden Tag 30 Minuten lang unliebsame Dinge zu tun, die einem seinem Ziel näher bringen. Oder sich ein umsetzbares Projekt zu suchen, wenn eine Situation ausser Kontrolle gerät, um sich nützlich und produktiv zu fühlen.

Buch gibt viel Privates preis

Es sind zwei von zig «Powertricks» im Buch. Sie hat es auf Englisch geschrieben, in einer der sechs Sprachen, die sie neben Russisch (ihre Eltern sind mit der damals sechsjährigen Xenia in die Schweiz immigriert), Italienisch (sie ist in Lugano aufgewachsen), Deutsch, Französisch und Spanisch fliessend spricht.

Die deutschsprachige Interviewanfrage beantwortet sie hingegen auf Englisch; seit Jahren lebt sie in London. Sie fragt, ob sie die Fragen schriftlich beantworten könne. Sie sei total beschäftigt mit der Veröffentlichung des Buchs.

Darin gibt Tchoumi auch viel Privates preis. Dass sie vor einigen Jahren ein Burn-out erlitten habe, nachdem der Spagat zwischen Investment-Bank-Praktikantin in London und Wochenend-Model in der Schweiz nicht mehr funktionierte. Dass sie um die Liebe und Anerkennung ihres abwesenden Vaters gebuhlt habe, während sie gleichzeitig Mühe hatte, sich ihrer klammernden Mutter zu entziehen. Dass sie beim Dating immer an die falschen Männer geraten sei. Dass sie sich unter vielen Menschen unwohl fühle. Dass sie ein Kontrollfreak sei.

Und man fragt sich beim Lesen, ob sie das Buch in erster Linie als psychologische Verarbeitung geschrieben hat. Zumal sie ihre schmerzhaften Lebenserfahrungen auch schon in einem TEDx-Vortrag vor zwei Jahren als Erfolgsgeheimnis bezeichnete.

Auf traumatische Erlebnisse reagierten mehr Menschen mit positiver persönlicher Entwicklung als mit Belastungsstörungen, sagte sie und verwies damals genau wie jetzt im Buch auf Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft.

Sie zitiert darin auch psychologische Studien, Wissenschaftler oder Autorinnen, um ihre Argumente zu stützen, aber auch Platon oder Mahatma Gandhi. Und gibt eigene Erkenntnisse preis wie «Glück zieht mehr Glück an». Oder: «Ihr Wert definiert sich nicht über Ihr Aussehen oder Ihre Leistungen, sondern darüber, wie Sie als Mensch sind.»

Das unterscheidet sich zwar nicht von manch anderem Motivationsbuch, aber es bleibt doch etwas banal und schwer zu fassen – wie sie selber. Denn was sie dazu sagt, wie sich das Dilemma mit dem Herdenverhalten in den sozialen Medien lösen lässt oder wer ihr Buch überhaupt lesen soll – das alles liess Xenia Tchoumi am Ende doch unbeantwortet.

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