Switzerland

Es gibt doch noch Hoffnung für die Novartis-Angestellten im Aargau

Mehr als ihr halbes Leben hat Monika Broquet in Stein verbracht. Kurz vor ihrem Firmenjubiläum hat Novartis die 59-jährige Fricktalerin in den Ruhestand geschickt. «Ich hätte noch gerne das 40-Jährige gemacht. Aber es sollte halt nicht sein, das akzeptiere und respektiere ich», sagt die langjährige Novartis-Angestellte zum TV-Sender Tele M1. 

Der Paukenschlag kam im September 2018. Novartis-Angestellte wurden in Stein in grossen Zelten über die Streichung von 700 Jobs informiert. Bis jetzt sind netto aber erst 150 Stellen weg. Für viele hat der Pharma-Multi eine Lösung gefunden. 

«50 Kollegen sind in Pension gegangen und 80 Kollegen konnten wir intern weiter anstellen», sagt Dorothea Ledergerber, Projektleiterin Zell- und Gentherapie, gegenüber dem TV-Sender. Der Konzern sei besonders stolz, dass durch den Aufbau der neuen Zell- und Gentherapie weitere Stellen geschafft werden konnten. «Bisher sind es 210 Stellen», sagt Ledergerber.

Stellenabbau wird teilweise kompensiert

Auch Ahmed Salim wurde damals in das berüchtigte Zelt zitiert. Heute trifft man den 42-Jährigen immer noch auf dem Campus in Stein an. «Anfangs waren wir alle schockiert. Wir Mitarbeiter hatten aber die Möglichkeit, uns intern zu bewerben», sagt Salim. Er wurde umgeschult und beworb sich bei der Zell- und Gentherapie. Innerhalb von drei Tagen habe er einen Termin bekommen, sagt er. 

Seit gut einem Jahr wirft er sich in eine sterile Vollmontur und arbeitet in der Zell- und Gentherapie. Hier entstehen laufend neue Stellen. So kompensiert Novartis den Stellenabbau teilweise – wie es die Aargauer Regierung wünscht. «Dort, wo Stellen abgebaut werden, sollen möglichst viele Leute wieder eine neue Stelle erhalten», sagt Urs Hofmann, der Aargauer Volkswirtschaftvorsteher. 

«Hier zählen wir auf die Fairness von Novartis», betont er. Doch trotz dieser Fairness können sich nicht alle Frühpensionierten den Ruhestand jetzt schon leisten. Monika Broquet, die dank ihrer langen Firmentreue eine schöne Abfindung erhalten hat, kann sich darum glücklich schätzen.