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In Frankreich sind Corona-Tests für nichtgeimpfte Erwachsene seit Freitag nicht mehr kostenlos, es sei denn, medizinische Gründe sprechen gegen eine Impfung.

Das Ziel sei, die Menschen zur Impfung anzuspornen, da diese den besten Schutz biete und einen dauerhaften Ausweg aus der Corona-Krise weise, erklärte die Regierung in Paris. Die Tests würden als Impfersatz missbraucht, dies müsse die Öffentlichkeit nicht länger finanzieren.

73,5 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft, 75,6 Prozent haben eine erste Dosis erhalten, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Ein Schnelltest kostet künftig zwischen 22 und 30 Euro, ein PCR-Test 44 Euro.

Seit März 2020 seien in Frankreich 150 Millionen Corona-Tests gemacht worden, im Monat August alleine sechs Millionen Tests pro Woche, hiess es. Dies hängt mit der Einführung des zunächst umstrittenen «Pass Sanitaire» zusammen. Dieser dient zum Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test und ist Voraussetzung zum Besuch von Freizeit- und Sportstätten, Kinos, Restaurants und Cafés. Er wird ausserdem bei Reisen per Fernzug oder Flugzeug verlangt.

Weiterhin von der Krankenkasse bezahlt werden in Frankreich auch künftig Tests, die im Rahmen der Kontaktnachverfolgung oder von Massentests etwa an Schulen vorgenommen werden oder wenn Menschen Krankheitssymptome aufweisen.

Eine vollständige Impfpflicht greift in Frankreich unterdessen von diesem Samstag an für rund 2,7 Millionen Beschäftigte in bestimmten Berufsgruppen. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Fortzahlung des Lohns. Betroffen sind Beschäftigte in Krankenhäusern und der Pflege, aber auch Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie die Beamten der Gendarmerie.

Die Corona-Lage verbessert sich in Frankreich nur noch langsam, wie aus dem Wochenbericht der Gesundheitsbehörden hervorgeht. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landesschnitt bei 44. Die Zahl der wegen Corona-Fällen geschlossenen Schulklassen sank weiter. (sda/dpa)