Switzerland

Er nimmt das Geld und behält die Ware: Der neue Roboterladen von Migrolino zickt!

«Pick-me 24/7» heisst er etwas sperrig, der neue Verkaufsautomat von Migrolino. Er ist in einer Art Schiffscontainer eingebaut und hat 430 Produkte im Sortiment. Vom Kaugummi, über den Schoggiriegel bis hin zur Zahnpasta oder frischem Brot. Einkaufen kann man sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Vollautomatisch, Verkaufspersonal braucht Migrolino nicht.

Die Migros-Tochter testet das neue Format derzeit in Dietikon ZH. Der Prototyp steht im Industriegebiet, direkt neben den Superchargern von Tesla, nahe der Autobahn A1. Migros ist mit Tesla eine Kooperation eingegangen. «Nach der Testphase, die noch bis Mai 2020 läuft, ist das Ziel ganz klar der landesweite Rollout», sagt Migrolino-Chef Markus Laenzlinger zur «Handelszeitung».

«Das Geld wurde abgebucht»

Im Moment zickt der Automat aber noch, wie ein Leserreporter* BLICK erzählt. «Ich habe ein Snickers und einen Energydrink bestellt und auch bezahlt. Das Geld wurde von meiner Karte abgebucht», sagt er. Ausgespuckt hat der robotergesteuerte Automat die Waren aber nicht.

15 Minuten hat er bei der Ausgabe gewartet. «Wird verarbeitet», stand auf dem Display. Getan hat sich aber nichts. Nach langem Warten dann die Meldung, er solle seine Handynummer angeben, es melde sich dann jemand. Passiert ist aber nichts. Auch auf der Hotline, deren Nummer auf der Quittung aufgedruckt ist, geht niemand ran. Nur die Combox. «Auch da hat niemand zurückgerufen», sagt der Leserreporter.

Chips bezahlt, aber nicht erhalten

«Das Konzept finde ich eigentlich cool. Ich bin aber erstaunt, dass man den Laden schon betreibt, obwohl er nicht richtig funktioniert.» Der Kunde nach ihm habe das selbe Problem gehabt. «Er hat Chips gekauft, bezahlt, die Ware aber nicht erhalten.» Auch E-Commerce-Experte Thomas Lang (51) hatte Probleme mit Pick-me 24/7, wie er auf Twitter mitgeteilt hat.

Migrolino bestätigt den Vorfall auf Anfrage. «Bei jeder Innovation gibt es zu Beginn Kinderkrankheiten», sagt ein Sprecher. «Aktuell sind weniger als 1 Prozent der Bestellungen betroffen.» Man arbeite mit dem Softwarepartner daran, diese Quote weiter zu minimieren, «damit jeder Kunde zu seinem Produkt kommt».

Kurz nachdem sich BLICK eingeschaltet hat, hat sich die Softwarefirma beim Leserreporter gemeldet. «Melden Kunden technische Schwierigkeiten ausserhalb der Arbeitszeiten, erhalten sie innert 24 Stunden einen Rückruf», sagt der Migrolino-Sprecher. «Selbstverständlich bekommt der Kunde sein Geld zurück», verspricht er.

* Name der Redaktion bekannt.

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