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Einige von uns sind hier, und laut sind wir nicht mehr wirklich

Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie haben die jungen Aktivisten der Bewegung Fridays for Future wieder für mehr Klimaschutz demonstriert – mit Maske und Abstand. Doch selbst in Städten wie Berlin fiel der Protest deutlich kleiner aus als früher.

In Berlin versammelten sich die Demonstranten vorm Brandenburger Tor.

In Berlin versammelten sich die Demonstranten vorm Brandenburger Tor.

Frederic Kern / Imago

«Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut», so lautet der Schlachtruf der deutschen Aktivisten von «Fridays for Future». An diesem Freitag hätte die Bewegung den ersten Teil eigentlich umdichten müssen: «Einige von uns sind hier, und laut sind wir nicht mehr wirklich.» In Berlin, bei der grössten von mehreren hundert angemeldeten Aktionen im Land, zählte die Polizei zunächst nur eine Teilnehmerzahl im niedrigen vierstelligen Bereich zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Dazu kamen noch zwei rollende Protestzüge mit Fahrradfahrern. Die Organisatoren in der deutschen Hauptstadt sprachen später von mehr als 20 000 Teilnehmern.

Im Vergleich zu früheren Protesten war das Ausmass dieses inzwischen sechsten «Globalen Klimastreiks» so oder so bescheiden. Noch vor einem Jahr hatten allein in Berlin etwa 100 000 Demonstranten an dem Streik teilgenommen. Ein Grund für die geringe Resonanz war wohl das Regenwetter. Ein anderer, gewichtigerer Grund war sicher die monatelange Protestpause, bedingt durch die Pandemie. Seit dem Frühjahr hatten Luisa Neubauer, die deutsche Wortführerin der Bewegung, und ihre Mitstreiter nur im Netz auf ihre Anliegen aufmerksam machen können. Zu den Forderungen von Fridays for Future zählt neben einem Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2030 eine «sozial-ökologische Wende» in allen Lebensbereichen.

«Warme Worte»: Spott für den Wirtschaftsminister

«Die Regierung lässt uns keine andere Wahl, als gegen ihr anhaltendes Desinteresse an einer sicheren Zukunft für unsere Generation auf die Strasse zu gehen», sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Die 24-Jährige betonte, dass sie und ihre Mitstreiter mit Abstand und Maske streikten. Das sei als Zeichen eines «verantwortungsbewussten, demokratischen Widerstandes einer solidarischen Gesellschaft» zu verstehen – also im Gegensatz zu den sogenannten Corona-Protesten.

Im Umgang mit der deutschen Regierung gab sich Neubauer so kämpferisch wie immer. Für einen Tweet des Wirtschaftsministers Peter Altmaier von der CDU, in dem dieser um die Sympathie der Demonstranten buhlte, hatte sie nur Spott übrig: «Warme Worte» seien das. Unterstützung erhielt die Aktivistin von ihrer Parteifreundin Annalena Baerbock. Es sei höchste Zeit, dass die deutsche Regierung beim Klimaschutz «in den Macher-Modus» komme, sagte die Grünen-Chefin und nannte als Beispiel den Ausbau des sogenannten Ökostroms.

Weltweit gab es nach Angaben von Fridays for Future am Freitag mehr als 3000 «Klimastreiks». Die schwedische Initiatorin der Bewegung, Greta Thunberg, war auch dabei. Die inzwischen 17-Jährige erschien am Freitagmorgen zusammen mit etwa einem Dutzend weiterer Demonstranten vor dem Parlament in Stockholm. Neben ihrem weltberühmt gewordenen Schild mit der Aufschrift «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima) hatte sie noch ein Schild dabei, auf dem sie ihre Mitstreiter bat, Abstand zu halten und sich nicht mit mehr als 50 Teilnehmern zu versammeln. Grösser dürfen Gruppen in ihrer schwedischen Heimat aktuell nicht sein.

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